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Am Sonnabend ist noch ein deutsches National-Team bei der Fußball-WM im Einsatz

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Ein Schiedsrichtergespann mit zwei Spieler beim Gruppenbild.
Das Trio Daniel Siebert (Mitte), Rafael Foltyn (links) und Jan Seidel pfiff bereits das Achtelfinalspiel bei der EURO 2020 zwischen Wales und Dänemark und dürfte sich in Katar quasi blind verstehen bei so viel gemeinsamer Erfahrung. © Matthias Koch via www.imago-images.de

Nicht nur eine deutsche Nationalmannschaft ist bei der WM in Katar am Start, sondern auch eine zweite, ein Quintett.

Von Marco Haase

Doha/Uelzen - Das deutsche Schiedsrichter-Team um Daniel Siebert (FC Nordost Berlin) freut sich auf seinen ersten Einsatz am Sonnabend, 11 Uhr, in der Partie Tunesien gegen Australien.

Daniel Siebert ist 38 Jahre alt, Lehrer von Beruf und leitete seit 2012 bisher 145 Bundesliga-Spiele. 2014 wurde er auf die FIFA-Liste berufen und fiel international durch so gute Leistungen auf, dass er 2021 neben Felix Brych für die Europameisterschaft nominiert wurde. Hier zeigte er in drei Partien (Schottland – Tschechien, Schweden – Slowakei sowie im Achtelfinale zwischen Wales und Dänemark) starke Spielleitungen. Fans der Champions League haben Daniel Siebert in mehreren Topspielen gesehen, darunter Inter Mailand gegen Real Madrid, Atlético Madrid gegen Manchester City, im Nations-League Halbfinale (Belgien – Frankfreich) sowie im WM-Playoff zwischen Portugal und der Türkei – dies alles neben der Bundesliga. Als Siebert im Dezember 2021 für die WM-Generalprobe, den FIFA Arab Cup in Katar, nominiert wurde, konnte er sich auch schon berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz bei dieser WM machen. Beim Arab Cup leitete er drei Partien ausgezeichnet und wurde daher auch mit dem Endspiel Tunesien gegen Algerien betraut. So kann es weitergehen.

An der Linie unterstützen Daniel Siebert die Assistenten Rafael Foltyn (Mainz-Kastel) und Jan Seidel (Oberkrämer in Brandenburg), die auch schon bei der Europameisterschaft 2021 an seiner Seite waren. Rafael Foltyn (TSG Kastel 1846) ist seit 2010 Assistent in der zweiten und seit 2012 in der ersten Liga. Seit 2015 ist der 37-Jährige als FIFA-Assistent auch international bei Länder- und Europapokalspielen im Einsatz. Auch Jan Seidel (38 Jahre, Grün-Weiß Brieselang) ist ein hoch erfahrener Assistent, bereits seit 2009 in der zweiten Bundesliga und seit 2012 auch in der ersten aktiv. Seit 2016 steht Jan Seidel auf der FIFA-Liste. Das Trio Siebert, Foltyn, Seidel fährt auch in der Bundesliga gemeinsam los – und dürfte sich daher in Katar quasi blind verstehen, bei so viel gemeinsamer Erfahrung.

Ein Schiedsrichter zeigt einem Spieler die Gelbe Karte.
Bastian Dankert ist seit 2012 in der Bundesliga und seit 2014 international im Einsatz. © Friso Gentsch / dpa

Das Quintett vervollständigen die beiden Videoassistenten Bastian Dankert (Rostock) und Marco Fritz (Korb) – beide langjährige Bundesliga- und FIFA-Referees, die auch genau wissen, wie es geht. Der 42-jährige Bastian Dankert ist für den Brüsewitzer SV aktiv, seit 2012 in der Bundesliga und seit 2014 international im Einsatz. Marco Fritz (45 Jahre) ist seit 2009 Erstliga-Referee und war von 2012 bis 2021 fast ein Jahrzehnt als FIFA-Schiedsrichter international unterwegs.

Ein Schiedsrichter pfeift und gestikuliert.
Marco Fritz (45) war von 2012 bis 2021 fast ein Jahrzehnt als FIFA-Schiedsrichter international unterwegs © Tom Weller / dpa

Ganz viel Erfahrung also, und Daniel Siebert betonte kurz vor dem WM-Start auf dfb.de den Teamgedanken, der alle einschließe – Schiedsrichter, Assistenten und die Unterstützung an den Video-Kameras: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Wir werden uns bestmöglich vorbereiten und dann alles geben, um den DFB international würdig zu vertreten.“ Fakt ist: Für jeden Schiedsrichter, für jeden Assistenten ist eine Weltmeisterschaft das größte – da unterscheiden sie sich nicht von den Spielern.

» Marco Haase (51, SV Holdenstedt) ist seit 35 Jahren Fußball-Schiedsrichter und seit mehr als 20 Jahren als Schiedsrichter-Beobachter und -Coach bis in den DFB-Bereich aktiv, zudem im niedersächsischen Verbandsschiedsrichter-Lehrstab als Referent und Lehrgangsleiter an der NFV-Akademie in Barsinghausen. Der ehemalige AZ-Redakteur greift während der Fußball-WM anlassbezogen interessante Entscheidungen, strittige Pfiffe und regelkundliche Besonderheiten auf – dies im Übrigen nicht im Rahmen seiner offiziellen Funktionen, sondern sportredaktionell an dieser Stelle.

Zwei Personen lachen in die Kamera.
AZ-WM-Experte Marco Haase (rechts, hier mit dem deutschen WM-Schiedsrichter von 1998, Bernd Heynemann). © Privat © Privat

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