Steffen Lehmker: Früher weg bei der Eröffnungsfeier, um ausgeschlafen ins Rennen zu starten

Alle drücken die Daumen

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Motivation von der BBS 1 in Gifhorn: Steffen Lehmkers gesamte Klasse drückt ihrem Lehrer bei den Winterspielen die Daumen.

Steffen Lehmker aus Bad Bevensen lebt seinen großen Traum. Der gebürtige Uelzener genießt den Aufenthalt bei den Paralympics in Pyeongchang, wo er bei mindestens drei Biathlon-Rennen startet.

In unserem olympischen Tagebuch schildert der 29-Jährige seine Eindrücke von den Winterspielen.

Ich bin heute um 7.30 Uhr aufgestanden, eine halbe Stunde durch das olympische Dorf gejoggt und habe mir nach dem Lauf einen Smoothie gemacht: Zitrone, Kakaopulver, ein bisschen Chili, Kokosmus, Proteinpulver. Ich bin quasi ein Verfechter der gesunden Ernährung, dementsprechend musste auch mein Mixer mit hierher.

Zum Training ging es zu Fuß durch das Athletendorf. Es gab Neuschnee, es hat noch mal zehn Zentimeter geschneit. Dementsprechend waren die Streckenverhältnisse auch ziemlich schwer. Durch den Neuschnee ist die Strecke so richtig weich, da findest du den Abdruck schwerer, da kannst du technisch nicht so einfach laufen. Deswegen war das Training auch schwer. Schießen lief heute ganz gut. Ich hoffe mal, dass das jetzt so bleibt. Ich habe anderthalb Stunden trainiert.

Mittags bzw. nachmittags ging es dann wieder zurück ins olympische Dorf. Man merkt, dass jetzt immer mehr Leute und auch Medien dort sind, dass es jetzt losgeht. Es wird insgesamt voller.

Die Auswahl des Essens ist sehr, sehr gut. Es gibt sehr viel Auswahl an Salaten, asiatischem Essen. Viel Fisch, viel Fleisch, Beilagen. Es ist für jeden etwas dabei. Es ist wirklich gut und schmeckt lecker.

Heute Nachmittag haben wir uns ausgeruht. Ich war wieder ein bisschen joggen, habe ein wenig im Internet gesurft, also entspannt. Nach dem Abendessen haben wir uns zusammengesetzt und den morgigen Tag mit der Eröffnungsfeier geplant, damit man auch zur Wettkampfzeit trainiert.

Ich werde schon mal meine Skier durchtesten, um eine Vorauswahl zu treffen von fünf, sechs Paaren, die ich dann nochmal kurz vor dem Wettkampf am Samstag teste. Jeder Ski läuft anders, zu jeder Witterung ist das unterschiedlich. Dementsprechend muss dann auch genau der Ski kurz vorher getestet werden, der es dann auch sein soll.

Ich hatte ein kurzes Interview mit einem Moderator vom ZDF, der ein paar Eckdaten von mir wissen wollte, um mich ein wenig kennenzulernen. Denn er kommentiert auch die Wettkämpfe. Da ging es dann um den Vereinswechsel vom SV Kirchzarten zum WSV Clausthal-Zellerfeld und darum, wie ein Norddeutscher zum Langlauf kommt.

Bei der Eröffnungsfeier werde ich vermutlich ein bisschen früher gehen, um rechtzeitig ins Bett zu kommen und am Samstag ausgeschlafen an den Start gehen zu können.

Ich unterrichte ja in der Gifhorner Berufsbildenden Schule 1 Flüchtlinge, bin dort angestellt als Lehrkraft. Da ich im Master-Studiengang Wirtschaft und Sport bin, habe ich im Praktikum die Stelle bekommen. Ich unterrichte dort in Sport und Deutsch bzw. Wirtschaft. Meine Klasse hat mir per WhatsApp ein tolles Foto geschickt, alle drücken mir die Daumen. Das fand ich heute sehr, sehr schön, das hat mich super gefreut. Es ist ein Motivationsbild für mich. Auch meine Frau und meine Schwiegermutter haben mir ein Bild geschickt, wie sie beim Wettkampf vor dem Fernseher aussehen werden.

Steffen Lehmker hat am frühen Sonnabendmorgen seinen ersten paralympischen Wettkampf bestritten. Um 3.45 Uhr (MEZ) startete der Para Biathlon – Sprint. Lehmker: „Mir ist es wichtig, meine beste Saisonleistung hier in Pyeongchang zu zeigen. Wofür es dann am Ende reicht, weiß ich nicht.“

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