Kramer/Venancio: Zwei von vielen Symbolfiguren des Teutonia-Aufschwungs

Älter, reifer, kontrollierter

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Blau-gelbe Jubeltraube: Bei den Teutonen läuft es derzeit prächtig. Einer der Erfolgsfaktoren ist Jonas Kramer (oben).

Uelzen – Es läuft bei Teutonia Uelzen. Mit drei Siegen aus den vergangenen vier Spielen kletterten die Landesliga-Fußballer zuletzt aus dem Abstiegssumpf heraus, sind aber noch lange nicht gerettet.

Zwei Garanten für den Aufschwung: Torhüter Ken Venancio und der linke Außenspieler Jonas Kramer. Beide loben im AZ-Gespräch besonders den Teamgeist.

Durch sein Studium in Braunschweig hat Ken Venancio viel dazu gelernt. Das überträgt sich auf den Fußball.

Dieser sei nämlich ein enormes Plus bei den Teutonen, wie Kramer bekräftigt. „Jeder ist für jeden da, und alle haben einen guten Draht zueinander“, offenbart der Linksfuß, der sich jüngst in aufstrebender Verfassung zeigte. Nicht ohne Grund wird er von seinem Trainer Frank Heine mit Lob zugeschüttet: „Er traut sich viel zu und macht viel Dampf über die linke Außenbahn.“ Der Spieler selbst fühlt sich aktuell sehr sicher, kann seine Leistung dadurch besser abrufen. Und auch die Standards tritt Kramer derzeit. „Ich fühle mich dadurch wichtiger“, gesteht er ein. Als Symbolfigur der aufstrebenden Teutonia sieht sich Kramer aber nicht: „Die Mannschaft hat allgemein eine sehr gute Form.“

Wichtige Tore, wie zuletzt das 1:0 bei Drochtersen/Assel II, leitete der Blondschopf ein. Ein Tor ist ihm allerdings noch nicht gelungen. „Das ist nur eine Frage der Zeit, wann er sich durch eine Einzelaktion belohnt“, weiß Trainer Heine. Und vielleicht klappt es ja bereits im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten TSV Winsen/Luhe am Sonntag (15 Uhr). Drei Punkte kämen da nicht ganz ungelegen. Immerhin sieht Kramer sein Team noch lange nicht gerettet. „Wir wollen wieder mit dem Selbstvertrauen der letzten Wochen auftreten“, so der Teutone.

Auch Torhüter Ken Venancio hat zum Aufwärtstrend der Blau-Gelben beigetragen und belohnt sich für den Trainingsaufwand. „Er kriegt nie genug und ist super ehrgeizig. Er lebt für den Erfolg und hat großen Anteil an unserer Serie“, freut sich Heine. Venancio profitiert vom Reifeprozess – offenbar ausgelöst durch sein Architekturstudium in Braunschweig: Umzug in die Löwenstadt, Wohngemeinschaft, Selbstständigkeit, neue Verantwortung. „Ich bin älter und reifer geworden. Das überträgt sich auf den Fußball“, meint der Schlussmann, der unter Torwarttrainer Lars Hausmann viel dazugelernt hat: „Ich bewahre jetzt Ruhe. Früher war ich richtig emotional. Jetzt bin ich kontrolliert emotional.“

Doch warum läuft es insgesamt für die Mannschaft besser? „Man muss auch mal verbal auf die Fresse kriegen und darf es nicht persönlich nehmen“, findet Venancio klare Worte. Ende des Vorjahres, als Teutonia auf einem Abstiegsplatz stand, fielen bei einer Aussprache ein paar deftigere Worte.

Mit neuem Teamgeist siegten die Uelzener prompt gegen Eintracht Lüneburg und Spitzenreiter Eintracht Celle und setzen diesen Trend 2019 eindrucksvoll fort. „Wir trauen uns jetzt mehr zu, suchen den Abschluss aus der Distanz, finden passende Lösungen und haben auch Glück“, meint Venancio, ohne endgültige Entwarnung im Abstiegskampf geben zu wollen. „Wir müssen ruhig bleiben. Da kommt noch einiges auf uns zu.“

VON ROUVEN PETER UND AREK MARUD

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