Jumping: Der blinde Tjark Dobrowolski entdeckt einen Sport für sich

Adrenalin, Freude, Freiheit

Gemeinsam mit der Mutter Melanie steigt Tjark Dobrolowski auf das Trampolin. Mit der Tandem-Technik erklärt die Trainerin ihrem Sohn die Schritte.  
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Gemeinsam mit der Mutter Melanie steigt Tjark Dobrolowski auf das Trampolin. Mit der Tandem-Technik erklärt die Trainerin ihrem Sohn die Schritte.  

Uelzen-Holdenstedt – Tjark Dobrowolski ist schier begeistert, wenn es an das Trampolin geht. Adrenalin, Freude, Freiheit: Jumping weckt in ihm pure Glücksgefühle. Dabei wird der 18-Jährige tatkräftig von Mutter Melanie unterstützt. Denn der Youngster ist von Geburt an blind.

Seit Monaten üben Mutter und Sohn am Trampolin. Wegen der Corona-Pandemie konnte Tjark Dobrowolski nicht zur Blindenschule gehen, entdeckte währendessen Gefallen an der Trendsportart. 

Er wollte Jumping mal auszuprobieren, um überhaupt Bewegung zu haben. „Jumping ist für jeden etwas. Wir haben ein eigenes Trampolin. Er wollte dann auch mal. Das war total spontan, dass er das Interesse an diesem Sport gefunden hat“, erzählt Melanie Dobrowolski, die auch Trainerin beim SV Holdenstedt ist.

Um ihrem Sohn die Technik der verschiedenen Schritte vermitteln zu können, hat die gelernte Erzieherin die Tandem-Technik angewendet. Während die Schritte erklärt und ausgeführt werden, steht die Übungsleiterin auf dem Trampolin hinter ihrem Schützling. Dadurch kann der in die Schritte hineinfühlen und diese erlernen. Sobald der Schritt sitzt, kann der Youngster diesen dann voller Energie eigenständig und allein ausführen. „Ich fühle mich absolut sicher, weil ich ja immer auch auf die Haltestange zurückgreifen kann“, erzählt der junger Jumper.

Zu Beginn des Lockdowns im Frühjahr nahm Tjark Dobrowolski auch an Jumping-Kids-Programmen im Internet teil. Er war der einzige Sportler mit einer Beeinträchtigung. Mittlerweile übt er fleißig in der Holdenstedter Sporthalle. „Ich wollte es mal ausprobieren, damit ich überhaupt Bewegung habe“, berichtet er von seinem sportlichen Hobby.

In Melanie Dobrowolski keimte daraufhin die Idee auf, auch in ihrem Heimatverein einen Kursus anzubieten für Menschen mit Beeinträchtigungen. „Jumping macht viel Spaß. Jeder kann es erlernen“, findet die Übungsleiterin, die den Sportkursus „sehr, sehr gern“ beim SV Holdenstedt anbieten würde. Die Gespräche mit Klubverantwortlichen seien im Gange, das Konzept in Planung. Interessierte können sich bei der gelernten Erzieherin telefonisch melden unter: (0176) 45 95 54 48.

Unterdessen trainiert sie weiterhin eifrig mit ihrem Sohn, der in seinem Sport spürbar aufgeht.

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