Heide Knights nach 71:58-Sieg im Überschwang der Gefühle

„Darüber spricht man noch in zehn Jahren“

Die Ebstorf Heide Knights genießen nach Spielende das Bad in der Menge und feiern mit ihren mitgereisten Fans den 71:58-Sieg beim Spitzenreiter TSG Bergedorf. Mehr Bilder vom Spiel unter: www.az-online.de (unter Lokalsport Uelzen). Fotos: Marud
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Die Ebstorf Heide Knights genießen nach Spielende das Bad in der Menge und feiern mit ihren mitgereisten Fans den 71:58-Sieg beim Spitzenreiter TSG Bergedorf. Mehr Bilder vom Spiel unter: www.az-online.de (unter Lokalsport Uelzen). Fotos: Marud

Bergedorf. Erst das ganz große Spiel, dann die ganz großen Gefühle: Nach einer famosen Leistung und dem 71:58 (39:34)-Auswärtscoup beim Tabellenführer der 2. Basketball-Regionalliga, TSG Bergedorf, spielten bei Leo Niebuhr die Gefühle verrückt.

Von Arek Marud

„Diese Leidenschaft zu sehen, ist für mich unglaublich. Der absolute Wahnsinn. Dafür machen wir diesen Sport“, stand der Spielertrainer der Ebstorf Heide Knights noch lange nach Spielschluss unter emotionalem Strom.

Der zehnte Ritter-Sieg in Folge war der mit Abstand schönste und wichtigste zugleich. Ebstorf degradierte den bis dato so großartig aufspielenden Spitzenreiter (16 Siege in 17 Spielen) zum Statisten, verkürzte den Rückstand auf zwei Zähler und gewann den direkten Vergleich aus Hin- und Rückspiel, der am Saisonende das Zünglein an der Waage im Kampf um den Titel spielen könnte.

Unter dem Jubel von rund 100 mitgereisten Fans fielen sich Ebstorfs Spieler nach einer dramatischen Schlussphase in die Arme. Ex-Profi und deutscher Pokalsieger Niebuhr, der in seiner Karriere viele denkwürdige Momente erlebt hat, feierte einen der schönsten Siege seiner Karriere. „Das sind Erlebnisse, die kann man einem nicht nehmen.“ Auch Christian Hellbrügge, der seit 25 Jahren Basketball spielt, sprach von einem der schönsten Momente seiner Laufbahn. „Dieser Sieg zählt zu meinen Top drei.“

Alle Erwartungen wurden übertroffen. Die Knights wollten das angriffsstärkste Team der Liga unter 75 Punkten halten. Und ließen nur 58 Zähler zu! Nach einer 15:13-Führung im ersten Viertel erhöhten die Gäste zur Pause auf 39:34 und lagen im dritten Durchgang zwischenzeitlich mit 53:40 vorn. Wichtig, da das Hinspiel mit 80:91 verloren ging. Nach kurzzeitiger Schwächephase verkürzte der ansonsten machtlose Spitzenreiter vor dem letzten Viertel auf 47:53. Dank des treffsicheren Christopher Thompson wuchs der Vorsprung wieder an.

Kurz vor Ende ging es nicht mehr um Sieg oder Niederlage, sondern darum, ob Ebstorf noch den Elf-Punkte-Rückstand aus dem Hinspiel wettmacht (69:58). Rouven Lopez gelang das 71:58. 13 Sekunden vor Ende schien das Spiel gelaufen bei Einwurf Ebstorf. Doch der ansonsten defensiv überragende Benjamin Bormann übertrat beim Einwurf die Linie. Bergedorf konnte aber einmal mehr mit dem unverhofften Ballbesitz nichts Produktives anfangen. „Wenn das schief gelaufen wäre, hätte ich nicht schlafen können. Das war bescheuert“, war Bormann hinterher erleichtert.

Kurz nach Abpfiff trommelte Niebuhr Spieler und Fans zusammen und bedankte sich in einem überdimensionalen Kreis aus überglücklichen Menschen für die Anfeuerung. Kaum vorstellbar, welche Jubelorgie in Ebstorf ausbricht, wenn das Team auf der Zielgeraden Bergedorf noch abfängt. „Wir müssen hoffen, dass sie noch ausrutschen“, blickte Niebuhr kurz voraus. So oder so wird das Spiel bei dem 2,06-Riesen immer einen besonderen Stellenwert behalten. „Darüber wird man noch in zehn Jahren sprechen.“

Von Arek Marud

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