Paukenschlag bei Online-Konferenz am Mittwochabend

Ohrfeige für den NFV: 35 Vereine aus dem Heide-Wendland-Kreis fordern Saisonabbruch oder Fortsetzung ab Herbst

Ein Fußballer spielt einen Pass
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Zwei von 35 Vereinen, die gegen eine Saisonfortsetzung sind: Der TSV Wrestedt/Stederdorf (am Ball Tjark Packmohr) und Teutonia Uelzen II. 
  • Arek Marud
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Uelzen/Landkreis - Ohrfeige für den NFV: Die virtuelle Sitzung von 35 Vereinsvertretern aus dem Heide-Wendland-Kreis endete am Mittwochmit einem Paukenschlag. Alle Klubs sprachen sich gegen die Saisonfortsetzung im Frühjahr aus. Sie wollen annullieren oder im Herbst weiterspielen.

Zahlreiche Fußballvereine aus Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg machen mobil gegen den NFV, der sich weiter die Option offenhält, die Saison fortzusetzen, falls es dafür von der Politik grünes Licht geben sollte.

Die 35 Vereinsvertreter sind klar dagegen und formulierten am Mittwochabend drei Kernaussagen, die sich an den Verband richten, erklärte André Kobus, der am Mittwochmorgen betonte, dass von den Teilnehmern nicht nur ein Saisonabbruch, sondern auch eine Saisonfortsetzung ab Herbst vorgeschlagen wurden. Der Trainer des SV Eddelstorf hatte das virtuelle Treffen gemeinsam mit Barendorfs Coach Frank Kathmann organisiert und geleitet. Erste Botschaft betrifft die Kommunikation: Die Vereine wünschen sich, dass die Basis mit in die Entscheidungen des NFV einbezogen wird. „Wir möchten verstehen, warum der NFV so zwingend an einer Saisonfortsetzung festhält“, erklärt Kobus gegenüber der AZ. Punkt Nummer zwei: Keiner der Teilnehmer-Vereine will kurzfristig wieder spielen! Dazu sei das Risiko zu groß. „Ganz viele bangen um ihre Existenzen. Die Gesundheit steht im Mittelpunkt. Das können wir nicht verantworten“, lautete der Tenor. Dritte und letzte Botschaft: Die zur Debatte stehende Vorbereitungsdauer von zwei Wochen sei viel zu kurz. „Es wurde sogar gesagt, dass vier Wochen nach so langer Pause zu knapp sind“, gab Kobus die Stimmung während der 70 Minuten wieder.

Noch am Mittwochabend, 17. März, verschickten Kobus/Kathmann eine Mail an Jürgen Stebani, in der sie den Spielausschussvorsitzenden des NFV über die Ergebnisse unterrichteten und die Kernthesen überbrachten.

Vereine aus allen drei Landkreisen von der Landesliga bis hinunter in die 3. Kreisklasse tauschten sich aus. Aus dem Uelzener Raum nahmen teil: VfL Suderburg, SV Emmendorf, TSV Bienenbüttel, SV Eddelstorf, TSV Wrestedt/Stederdorf, SVG Oetzen/Stöcken, TSV Jastorf, SV Molzen, MTV Barum, TuS Bodenteich, SV Holdenstedt, Union Bevensen, Teutonia Uelzen und Sperber Veerßen. Es handelte sich nicht um eine repräsentative Sitzung. Längst nicht alle Vereine waren eingeladen.

Sollte der NFV tatsächlich weitermachen wollen, droht dem Heide-Wendland-Kreis ein heilloses Durcheinander. Während der SV Eddelstorf seinen Saisonrückzug bereits per Vorstandsbeschluss beschlossen hat, signalisierten am Mittwoch weitere Vereine, ebenfalls nicht antreten zu wollen. Stattdessen wurden zwei Vorschläge unterbreitet: sofortige Annullierung oder Einfrieren der Saison bis Herbst.

Aktualisiert am Donnerstag, 7.35 Uhr

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