Auch im Sport greifen verschärfte Regeln

Fußball unter 2G: „Wir machen weiter!“

Eine Hand zeigt auf einem Handy ein Impfzertikat.
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Für die Amateursportler in Niedersachsen gilt: Wer mitmachen möchte, benötigt draußen ab Warnstufe 2 einen Impf- oder Genesenennachweis. In Innenbereichen dann zusätzlich einen tagesaktuellen Testnachweis.
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Amateursport wird in Niedersachsen in der Corona-Warnstufe 2 auch im Freien nur noch unter 2G-Regeln möglich sein. Der Aufwand für die Vereine und Akteure steigt. 

Uelzen/Landkreis - Am Spielbetrieb und Training dürfen nur noch nachweislich geimpfte und genesene Sportler teilnehmen. Das trifft die Fußballer. Die Funktionäre bleiben entspannt.

Kicker und Handballer in Sachsen, Thüringen und dem benachbarten Sachsen-Anhalt müssen bereits wieder pausieren. Im Fußballkreis Heide-Wendland sind die ohnehin nur noch auf die jüngeren Jahrgänge beschränkt gewesenen Hallenkreismeisterschaften auf Eis gelegt. Jetzt zieht Niedersachsen die Zügel an.

In der Sporthalle strengere Maßnahmen

Auch im Sport greifen ab heute verschärfte 2G-Regeln. Wenn Warnstufe 2 (Sieben-Tages-Hospitalisierungsinzidenz von mehr als sechs) erreicht ist, dann auch 2Gplus-Regeln – also mit zusätzlichen Testungen für alle. Dabei gelten in der Sporthalle strengere Schutzmaßnahmen als draußen! Unabhängig von der jeweiligen Warnstufe entfallen laut Niedersächsischer Staatskanzlei spätestens am Jahresende zudem alle Privilegien für die über Zwölfjährigen.

In Warnstufe 1 ab einer Sieben-Tages-Hospitalisierungsinzidenz von mehr als drei (vorher mehr als sechs) ist – wie bisher – auch bei Sportveranstaltungen unter freiem Himmel 3G angesagt. Drinnen wiederum wird 2G vorgeschrieben.

In Warnstufe 2 wird neu die Beschränkung in Innenbereichen auf 2Gplus verpflichtend. Dann müssen Sportler zusätzlich zu einem Impf-/Genesenennachweis einen aktuellen negativen Testnachweis vorlegen. Das greift demnach auch für Fußballer, die Umkleiden und Duschen nutzen. Draußen gilt in Warnstufe 2 die 2G-Regel.

Die Corona-Maßnahmen gehen damit in eine quälende Verlängerung, dem Amateursport droht zumindest phasenweise erneut ein Time-out.

Kein Signal, dass wir aufhören müssen“

Vom schlimmsten Fall eines erneuten Saisonabbruchs ist bei den Verantwortlichen im Fußball jedoch keine Rede: „Wir machen weiter. Es gibt kein Signal, dass wir aufhören müssen“, betonte Jürgen Stebani gestern gegenüber der AZ. Der Spielausschussvorsitzende des Fußballbezirks Lüneburg und des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) weiß in der so dynamischen Pandemie um die Halbwertzeit solcher Aussagen, mahnt zur Ruhe.

Bei den Männern im Uelzener Kreisfußball sind in den Qualifikationsrunden bereits alle Entscheidungen gefallen. In der Landesliga mit Teutonia Uelzen fehlt nur noch in der Staffel 2 eine Partie, die für die Wertung von Bedeutung ist.

Die vergleichsweise mit mehr Mannschaften besetzten Qualifikationsstaffeln der Bezirksliga 1 haben allerdings noch bis zum 19. Dezember angesetzte Begegnungen, die Frauen und Junioren auf Bezirks- und Landesebene teils bis zum 11./12. Dezember. Stebani: „Ich gehe davon aus, dass wir die Qualifikationsrunden wie geplant zu Ende führen.“

Wenn bis zur Winterpause alle Partien gespielt sein sollten, wollen der Heide-Wendland-Kreis und der Fußballbezirk Lüneburg nach jetzigem Stand am Wochenende des 12./13. März 2022 aus der Winterpause starten. Dann stehen in den Ligen die nur noch relativ kurzen Auf- und Abstiegsrunden auf dem Programm.

Der neue – und mutmaßlich einmalig angewendete neue Modus mit Qualifikations- und Entscheidungsrunden – hat den Ligen einen ordentlichen Zeitpuffer verschafft. Im Anschluss an die Punktspiele im Frühjahr folgt deshalb eventuell noch ein Pokalwettbewerb, erklärt der Vorsitzende des Heide-Wendland-Kreises, Hartmut Jäkel (Ebstorf).

Hygienebeauftragte in den Vereinen gefordert

Die 2G-Regelung auf den Fußballplätzen stellt die Verantwortlichen und Kicker vor zusätzliche große Herausforderungen, insbesondere bei der Kontrolle der Geimpft-/Genesenen-Nachweise von Aktiven und Fans. „Das müssten die Hygienebeauftragten des Heimvereins übernehmen“, meint Jäkel.

Was passiert, wenn ein Akteur in einem Spiel mitmachte, der die 2G-Vorgabe nicht erfüllt, also im Prinzip nicht spielberechtigt gewesen ist? „Die Mannschaft läuft Gefahr, dass sie eine Spielwertung gegen sich bekommt“, erklärt Stebani jedoch unter allem Vorbehalt, denn das seien „noch ungelegte Eier.“

Jäkel, der auch Staffelleiter der Bezirksligen 1 und 2 ist, erwartet keine sportrechtlichen Konsequenzen: „Die Spielberechtigung ergibt sich aus dem Spielerpass.“

Handball: „Werden die Situation annehmen“

Die Corona-Warnstufen treten früher in Kraft, die erste ab einer Sieben-Tages-Hospitalisierungsinzidenz von mehr als drei (vorher sechs). Das bedeutet: 2G hat für den Sport in Innenbereichen bereits gezündet. Schon vor der Warnstufe 1 dürfen an Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen in Innenräumen nur noch geimpfte, getestete oder genesene Menschen teilnehmen (3G) sobald die Neuinfektionsinzidenz bei mehr als 35 liegt. „Wir haben uns auf 2G eingestellt. Das ist kein Problem. Bei 2Gplus wird es etwas schwieriger“, sagt Stefan Hüdepohl, der Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN). Doch auch unter den womöglich schon in Kürze greifenden verschärften Bedingungen mit Testungen auch für geimpfte und genesene Indoor-Sportler hofft der Uelzener, den Spielbetrieb im Handball – Stand jetzt – aufrechterhalten zu können. „Wir werden uns dann nochmal beraten müssen. Aber ich glaube, dass die Mehrheit auch unter 2Gplus die Saison fortsetzen möchte“, erklärte Hüdepohl gestern gegenüber der AZ. Der HVN-Präsident: „Wir werden die Situation annehmen und versuchen, wenn möglich weiterzuspielen. Es sei denn, von den Vereinen kommt massiver Protest.“

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