AZ-Serie Aufmarsch der Hundertjährigen

Als Germania Ripdorf noch die dritte Kraft im Uelzener Fußball war

Mannschaftsfoto von Germania Ripdorf
+
1995 holte Germania unter Trainer Hartmut Kolatte das Double. Sie gewann den Kreispokal und wurde Kreisligameister .
  • Arek Marud
    vonArek Marud
    schließen

Gastspiel von Hansa Rostock, Ausrichter des AZ-Presse-Cups, Nummer drei im Uelzener Fußball. Germania Ripdorf blickt auf viele Höhepunkte in der 100-jährigen Vereinsgeschichte zurück.

Uelzen-Ripdorf – 2020 und 21 war/ist das Jahr mit den meisten Vereinsgründungen im Uelzener Sport. 17 Vereine feier(t)en ihren 100. Geburtstag. In der AZ-Serie blicken wir auf Höhepunkte und Anekdoten zurück. Heute: Die Geschichte der SV Germania Ripdorf.

„Germane bin und will ich sein.“ Dieser bedeutungsvolle Satz wurde einige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg von einer kleinen, sich dem Sport verschriebenen Schar zum Losungswort erhoben. Das Vereinslied ist auch aus diesen Worten entstanden.

SV Germania Ripdorf gibt es offiziell seit 1920. Doch eigentlich wurde der Verein schon 1919 im „Gasthaus Rühn“ bei Mutter Rühne gegründet – noch fehlte ihm die offizielle Anerkennung, sodass zunächst „wild“ gespielt werden musste.

Von Bauer Jahns wurde ein Stück Ackerland, das etwa den Ausmaßen eines Fußballfeldes entsprach, zur Verfügung gestellt. Jedoch lag dieser Platz noch hinter Alt-Ripdorf, was sich als zu weit erwies (fast vier Kilometer), denn der sportliche Mittelpunkt lag mehr in Neu-Ripdorf.

Mustergültiger Platz

Der Klub verhandelte mit dem Landwirt erneut und bekam ein anderes Stück Ackerland pachtweise überlassen, diesmal jedoch vor Alt-Ripdorf. Die Platzverhältnisse waren gleich: knöcheltiefer Sand mit reichlich Furchen.

1923/24 spielte die 1. Herren in der 1. A-Klasse, eine 2. Herren und Jugendmannschaft vertraten ebenfalls die schwarz-weißen Farben. Doch der Sportplatz genügte nicht mehr den damaligen Ansprüchen.

1928 pachteten die Germanen ein neun Morgen großes Gelände von der Domäne Oldenstadt und erstellten daraus in schweißtreibender Gemeinschaftsarbeit eine Sportplatzanlage, die seiner Zeit ihresgleichen suchte. Am 9. Juni 1929 wurde das heute noch aktuelle Sportgelände eingeweiht. Drei Herren- und zwei Jugendteams zählte die Fußballabteilung. Ferner gab es Leichtathletik und Faustball. 1931 wurde auf dem Sportgelände eine Schießsportanlage errichtet.

1938 beschloss der Vorstand den Zusammenschluss mit dem Reichsbahn Sportverein Sperber Veerßen. Der liebevolle Name: „Reichsbahn Sportverein, klein aber fein“. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mussten die sportlichen Aktivitäten 1942 aufgegeben werden. Bis zur Neugründung dauerte es, denn 1945/46 belegten englische Besatzer das Sportgelände, anschließend war dort der SC 09 Uelzen aktiv. 1946 wurde die „Sportvereinigung Germania Ripdorf“ ins Leben gerufen. Im Sommer ging es mit Pferd und Wagen Richtung Oetzen zum ersten Pflichtspiel.

Verzögerter Re-Start nach dem Krieg

1948 gehörte der Sportplatz wieder zur SV Germania. Die 1948 gegründete Handballmannschaft löste sich indes 1950 auf. Die kommenden Jahre waren geprägt von der Pendelei zwischen der 1. Kreisklasse, Kreisliga, Bezirksklasse und -liga.

Von 1953 bis 1974 war Hermann Hillmer der Antreiber, zunächst als 2. dann als 1. Vorsitzender. 1980 bis 1982 wurde ein Vereinsheim am Sportplatz erbaut. Horst Siemens übernahm den Verein von 1984 bis 1993.

Ripdorfs Fußballer Ende der 60er oder Anfang der 70er Jahre.

Hansa-Spiel vor 1600 Zuschauern begeistert

Ripdorfs Kicker kletterten von 1989 bis 2002 in der kreisinternen Rangliste von der Nummer 15 (1. Kreisklasse) zur dritten Kraft (4. Platz in der Bezirksliga) des Uelzener Fußballs. Unvergessen bleibt das Gastspiel von Bundesligist FC Hansa Rostock (9:0) im Jahr 2000 zum 80. Geburtstag vor 1600 Zuschauern. In der Saison 2006/07 folgte nach 13 Jahren der Abstieg aus dem Bezirk in die Kreisliga.

Das Organisationsteam der ersten Stunde: Ripdorfs Helfercrew beim 1. AZ-Presse-Cup, den der Verein seit 2008 organisiert – eine Erfolgsgeschichte durch und durch.

Einer der Vereinshöhepunkte ist der AZ-Presse-Cup, den der Verein seit 2007 veranstaltet. Kurios war das 0:37 der 2. Ripdorfer Herren 2020 gegen SV Holdenstedt II, als die Mannschaft aus Angst vor Corona keine Gegenwehr leistete. Nationale und internationale Presse berichtete über den denkwürdigen Kontaktlos-Auftritt. hk/am

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare