Ein außergewöhnliches Torwart-Talent: Gavin Didzilatis zieht in das Jugendinternat des Fußball-Bundesligisten

14-Jähriger aus Westerweyhe wechselt zum HSV

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Im Garten der Eltern begann seine Begeisterung für den Fußball. Beim Hamburger SV ist das Torwart-Talent Gavin Didzilatis nun in der höchsten Liga seiner Altersklasse angekommen.
  • vonAndreas Arens
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Uelzen-Westerweyhe. Fußball ist seine Leidenschaft. „Ich kann keine zwei Wochen ohne“, sagt das Torwart-Talent Gavin Didzilatis.

Nun geht für den 14-Jährigen ein Traum in Erfüllung: Von der JSG Ebstorf/Uhlen-Kickers/Ripdorf wechselt er auf das Jugendinternat des Bundesligisten Hamburger SV.

„Seit seinem sechsten Lebensjahr hat Gavin alles aufgesogen, was mit Fußball zu tun hat“, erklärt sein Vater Jens Didzilatis. Wenn der Junior nicht selbst spielte, war er auf den Plätzen der Region als Zuschauer unterwegs. „Das war schon außergewöhnlich für sein Alter“, meint Didzilatis senior. Die Zeit zum Fußballgucken wird ab dem 1. August allerdings knapp. Dann ist Trainingsbeginn für die U15 des HSV, und für Gavin beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Das Programm an den Wochentagen ist prall gefüllt mit Schule, Einzeltraining, Mannschaftstraining, Wäsche waschen und was sonst noch so anliegt. Am Wochenende stehen dann jeweils die Spiele in der U15-Regionalliga Nord an.

Für die Eltern ist es keine einfache Situation, wenn der erst 14-jährige Sohn plötzlich auf sich allein gestellt ist. Aber: „So eine Chance bekommt man vielleicht nur ein Mal“, weiß auch Jens Didzilatis. Und sein Sohn selbst macht durchaus den Eindruck, als ob er der Herausforderung gewachsen ist: „Respekt habe ich schon vor der Aufgabe, aber es passt jetzt gerade schulisch. Deshalb habe ich die Entscheidung gefällt, zum HSV zu gehen.“ In den nächsten Wochen will der Torwart sich zunächst einmal in Hamburg einleben.

Dass die Scouts der HSV-Jugendabteilung überhaupt auf ihn aufmerksam wurden, ist für Gavin Didzilatis selbst eine kleine Überraschung. Seit 2013 steht er bei dem Bundesliga-Dino auf dem Zettel. Damals war er, wie schon in den Jahren zuvor, beim Talent’s Day in Lüneburg. „Es war das letzte Mal für meinen Jahrgang 2002, dass ich mitmachen durfte“, berichtet das Torwart-Talent. Er wurde zum Probetraining nach Hamburg eingeladen. Seitdem trainierte er einmal in der Woche mit seinem Jahrgang. Und schließlich kam die offizielle Anfrage des HSV, ihn zu verpflichten.

Für Jens Didzilatis ist diese ganze Entwicklung noch etwas irreal: „Wenn man rausguckt, wie wir angefangen haben, ist das schon ein lustiger Weg“, sagt er mit Blick auf das kleine Tor im eigenen Garten. Vielleicht habe sich sein Sohn auch deshalb so gut entwickeln können, weil er bis zur letzten Saison immer bei den älteren Jahrgängen gespielt und trainiert hat. Es gab einfach nicht genug Spieler aus dem Geburtsjahr 2002.

Auch bei seinen früheren Teamkollegen fiel Gavin schon früh auf – nicht nur durch sein fußballerisches Können: „Wenn ich zum Training kam, haben manche gefragt: ,Was hast du denn für ein Trikot an?"“, schmunzelt Gavin über sein Faible für außergewöhnliche Jerseys, oft von Vereinen aus der 2. Liga. Außergewöhnlich ist übrigens auch sein Lieblingsklub: der FC Ingolstadt. Aber vielleicht ändert sich das ja während seiner Zeit beim Hamburger SV...

Von Andreas Arens

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