AZ-Serie „Aufmarsch der Hundertjährigen“

100 Jahre Achterbahnfahrt bei Sperber Veerßen

Mannschaftsfoto der Fußballer von Sperber Veerßen, die in drei Reihen hintereinander stehen.
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Das Auf und Ab im Fußball gehörte stets zur Geschichte von Sperber Veerßen: 2007 stieg die Mannschaft in die 1. Kreisklasse ab und spielte dort bis 2018.
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In der 100-jährigen Geschichte der SV Sperber Veerßen geht es rauf und runter. Der Verein erlebt viele Höhen, aber auch einige Tiefen.

Uelzen-Veerßen - Im 8. Teil der AZ-Serie „Aufmarsch der Hundertjährigen“ beleuchten wir die 100-jährige Vereinsgeschichte von Sperber Veerßen. Alles beginnt in der Gaststätte „Deutsche Eiche“. Eine kleine Schar fußballbegeisterter Veerßer findet Anfang April 1920 dank des Wirts Julius Berger zusammen und gründet die Sportvereinigung.Trotz widriger Bedingungen (kein eigener Sportplatz, wenig Verständnis der übrigen Ortsbewohner) wächst der Verein recht schnell.

Reichsbahnverein statt Sperber Veerßen

Auf einem Stück Land am Rehhagen wird 1921 ein Sportplatz erstellt. Der Verein stellt zwei Herren- und Jugendteams. Eine erfolgreiche Leichtathletikabteilung gesellt sich dazu. Trotz bestehender Konkurrenzvereine im Ort (Radsport Veerßen, Schwimmsport Veerßen und Turnverein Veerßen) ist Sperber die Nummer eins.

Am 14. September 1935 wird der Verein in Reichsbahnsportverein Sperber umbenannt. Die Mehrzahl der Mitglieder sind Eisenbahner. Das Aus für den Spielbetrieb kommt laut Vereinschronik 1940, als der Großteil der Mannschaft zur Wehrmacht eingezogen wird.

Am 6. August 1948 wird die neue Sperber-Epoche eingeleitet. An die 50 Veerßer legen durch die Neugründung den Grundstein. Fünf Fußballteams nehmen am Spielbetrieb teil. Die Entwicklung ist atemberaubend. Durch die Neugründungen von Tischtennis 1949, Faustball 1950 und Turnen 1951 liegt die Mitgliederzahl bei 259. 1954 wird nach fast fünfjähriger Bauzeit die neue Sportanlage fertiggestellt.

Tischtennis wird zum Aushängeschild

Die Tischtennisabteilung entwickelt sich zum Aushängeschild. Erwin Grothe und Siegfried Behrens steigen mit ihren Teams bis in die Verbandsliga auf und holen viele Titel. Bitter: 1969 wird der Punktspielbetrieb wegen der Wechsel von Leistungsträgern bis 1971 eingestellt.

Nach mehrjähriger Planung und Umgestaltung wird die Sportanlage am 8. August 1964 mit dem Eröffnungsspiel zwischen Bundesligist Hannover 96 und Regionalligist VfL Wolfsburg vor 4000 Zuschauern eingeweiht.

Die Gründung des Fördervereins „Turnhalle Veerßen“ im September 1967 ist ein weiterer Meilenstein. Neben Fußball und Tischtennis bilden sich mithilfe eines familiären Konzepts Faustball, Schwimmen, Leichtathletik, Turnen, Gymnastik und Wandern. Die Schallmauer von 500 Mitgliedern wird zum 50-jährigen Jubiläum 1970 durchbrochen. Sperber gehört zu den größten Kreis-Vereinen.

Finanziell fast handlungsunfähig

Nach dem Kreispokalsieg 1967 und dem Bezirksklassen-Aufstieg 1969 steigen Veerßens Kicker acht Jahre später ab. Der Verein ist in seiner Existenz bedroht und finanziell fast handlungsunfähig. P. Dannenfeld und S. Behrens übernehmen die Führung und retten Sperber.

Das Auf und Ab setzt sich nahtlos fort. Die Fußballer gewinnen zum zweiten Mal den Kreispokal nach einem 2:0 gegen Germania Ripdorf (1978). Jedoch stürzt der Klub in den Folgejahren in die 2. Kreisklasse ab.

Da kommt Freude auf. Sperber Veerßen verfügt seit Jahrzehnten über zahlreiche Gymnastikgruppen.

1980 holt Tischtennis-Crack Thilo Vogts acht Titel in einem Jahr. Im selben Jahr beginnt die Frauenfußball-Ära unter Edwin Gotthardt: Die Mädchen zählen zu den besten norddeutschen Teams. Anfang der 90er Jahre ist nach Gotthardts Rückzug alles wieder vorbei.

Legendärer Punkteabzug für die Fußballer

Auch die Altherren- und Altligateams holen in den 80er Jahren mehrere Kreistitel. 1992 wird Vereinslegende Dieter Rehbein nach gut 700 Toren in rund 1000 Spielen verabschiedet. Gemeinsam mit Rolf Eggert setzt er sich besonders für die Organisation des Altherrenballs ein, der inzwischen als Sperber-Ball gefeiert wird.

Unvergessen bleibt wegen einer fehlenden Spielerfreigabe ein 24-Punkte-Abzug 2002 als Tabellenführer der Fußball-Kreisliga. 2007 steigt das Team in die 1. Kreisklasse ab und spielt dort bis 2018.

Neben Fußball und Tischtennis gibt es aktuell noch die beliebte Gymnastiksparte. Darunter die Er & Sie Gymnastikgruppe, die seit 38 Jahren von Waltraud Eggert geleitet wird. Ingrid Ballach trainiert sogar seit 50 Jahren eine andere Damen-Gymnastikgruppe. rp/am

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