Machtkampf in der Formel 1 geht weiter

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Automobil-Weltverbandschef Max Mosley.

Monte Carlo - Die Entscheidung im brodelnden Formel-1-Machtkampf ist erneut vertagt worden. Auch ein dreistündiger Krisengipfel am glitzernden Hafen von Monte Carlo brachte am Freitagabend keine Lösung in dem Streit um das neue Regelwerk für 2010 und eine damit verbundene Budgetgrenze.

Die Teamvereinigung FOTA und Automobil-Weltverbandschef Max Mosley wollen am Samstag am Rande der Qualifikation zum Großen Preis von Monaco abermals über Auswege aus der Krise beraten. “Wir haben kleine Fortschritte gemacht“, sagte Mosley nach dem Gespräch in den edlen Räumen des Automobilclubs von Monaco. Zuvor hatten die Rennställe bereits bei zwei Treffen über das weitere Vorgehen in dem Disput beraten. Vor allem der mit dem Formel-1-Ausstieg drohende Streitführer Ferrari drängte die Mitbewerber zu einer geschlossenen Front - und hatte offenbar Erfolg.

“Wir stehen zusammen. Wir haben eine sehr konstruktive, aber auch sehr klare Position für gefunden“, sagte Ferrari-Chef Luca di Montezemolo. Die spätere Sitzung mit Mosley bezeichnet der FOTA-Präsident als “konstruktiv“. Eigentlich ist der Freitag in Monte Carlo ein freier Tag für die Formel-1-Rennställe. Ein paar PR -Termine für die Fahrer, ein bisschen Show für die durch die Boxengasse schwärmenden Fans - ansonsten nimmt sich die Königsklasse eine Auszeit und genießt das Treiben im Fürstentum. Doch der Regelstreit zwang die Teamchefs zur Dauertagung.

Gute Atmosphäre auf der Briatore-Yacht

Am Morgen hatte die FOTA-Spitzenrunde im Mercedes-Motorhome beraten, ehe sie sich nach einer kurzen Pause wieder auf der Yacht “Force Blue“ von Renault-Teamchef Flavio Briatore traf. “Es war ein sehr gutes Meeting in einer guten Atmosphäre“, betonte di Montezemolo. Nach einem gemeinsamen Essen auf dem Oberdeck zog sich die Gruppe von Entscheidern ins klimatisierte Innere zurück. Auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone war zu Beginn des Meetings dabei, verließ die Beratungen aber früher.

Schon vorher hatte der Brite für den Fall des von Ferrari angedrohten Ausstiegs aus der Formel 1 ein Verfahren wegen Vertragsbruchs angedeutet. “Wir würden unsere Verträge immer respektieren. Alle Teams, die mit uns Verträge haben, würden das von uns erwarten. Und wir erwarten dasselbe von Ferrari“, sagte Ecclestone der Londoner Tageszeitung “The Times“. “Sie sagen, sie werden gehen. Wir hoffen, sie respektieren ihren Vertrag“, fügte der 78-Jährige hinzu.

Die Scuderia hat angeblich einen bis 2012 gültigen Kontrakt mit den Rechteinhabern und wäre damit zu einem Start verpflichtet. Im Konflikt über das neue Reglement für 2010 und eine Budgetgrenze hatte der Rennstall wie auch Renault, Toyota, Red Bull und Toro Rosso mehrfach mit Rückzug gedroht. Der “Times“ zufolge soll Ecclestone bereits einen Brief an Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo geschrieben haben und darin gewarnt haben, dass die Italiener bei einem Startverzicht TV-Gelder in Millionenhöhe zurückzahlen müssten.

Zudem ist angeblich auch das Mitspracherecht der Scuderia in Regelfragen in Gefahr . Wie das Fachmagazin “auto, motor und sport“ auf seiner Internetseite berichtet, will der Internationale Automobilverband FIA das nur Ferrari garantierte Veto-Recht mit Hilfe der EU -Wettbewerbshüter aus den Verträgen streichen.

dpa

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