Kiefer und Grönefeld raus - Scharapowa-Show

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Stand nicht nur wegen ihres Flatterkleids im Mittelpunkt: Maria Scharapowa

Paris - Schwarzer Tag auf rotem Sand: Trotz tapferer Gegenwehr und großem Kampf sind Anna-Lena Grönefeld, Kristina Barrois, Nicolas Kiefer und Philipp Petzschner bei den French Open gescheitert.

Nach dem Kollektiv-Aus des deutschen Quartetts am vierten Turniertag ruhen die Hoffnungen nun an diesem Donnerstag auf Thomas Haas, Philipp Kohlschreiber und Andreas Beck. “Es war mehr drin. Das ist schon enttäuschend“, sagte Grönefeld nach der unnötigen 6:7 (5:7), 6:0, 2:6-Niederlage gegen Gisela Dulko aus Argentinien.

Drei Tage nach ihrem fulminanten Auftaktsieg gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste Amélie Mauresmo zeigte die 23 Jahre alte Nordhornerin nur im zweiten Satz die Form vergangener Tage, als sie die Nummer 14 der Welt war und bei ihrem Lieblingsturnier in Paris im Viertelfinale stand. “Ich würde nicht sagen, dass es eine verpasste Chance war“, sagte die French-Open-Viertelfinalistin von 2006 etwas überraschend nach der Berg- und Talfahrt über 107 Minuten.

Weitaus emotionaler ging es auf dem gegenüberliegenden Außenplatz sieben bei Kiefers Match gegen den an Nummer 14 gesetzten Spanier David Ferrer zu. Erst nach 4:05 Stunden und einem spektakulären Sandplatz-Spektakel über fünf Sätze gab der 31 Jahre alte Hannoveraner die Partie mit 3:6, 7:5, 4:6, 6:3, 2:6 verloren. Auch Kristina Barrois zeigte eine starke Vorstellung, unterlag aber Victoria Asarenka aus Weißrussland 6:7 (1:7), 5:7. Chancenlos war nur Petzschner beim 1:6, 2:6, 3:6 gegen Melbourne-Halbfinalist Fernando Verdasco aus Spanien.

Während der viermalige Roland-Garros-Champion Rafael Nadal nach seinem lockeren 6:1, 6:4, 6:2 gegen Teimuras Gabaschwili (Russland) wegen des Champions-League-Endspiels zwischen dem FC Barcelona und Manchester United so schnell wie noch nie zur Pressekonferenz rief und diese zügig beenden wollte, mühte sich Kiefer am Ende vergebens. Bei seiner ersten French-Open-Teilnahme seit drei Jahren war er dem spanischen Asche-Experten Ferrer aber ein ebenbürtiger Gegner.

Abseits des deutschen Scheiterns ging auf dem Court Suzanne Lenglen mit dem letzten French-Open-Match von “Magier“ Fabrice Santoro eine Ära zu Ende. Der 36 Jahre alte Franzose unterlag dem Belgier Christophe Rochus mit 3:6, 1:6, 6:3, 4:6. Die 20. sollen nun endlich die letzten French Open gewesen sein für einen der charismatischsten und am meisten bewunderten Tennisspieler.

Die Zuschauer, die nach dem emotionalen Santoro-Abschied gleich sitzen blieben, kamen auch später wieder voll auf ihre Kosten. Glamour-Girl Maria Scharapowa, in einem dunkel- und helltürkis abgesetzten Flatter-Kleid, zog nach einer typischen Scharapowa-Show und einem 6:2, 1:6, 8:6 gegen die an Nummer elf gesetzte Nadia Petrowa in die dritte Runde ein. Dabei zeigte das 1,88 Meter große Teilzeit-Model mit den von Juwelier Tiffany angefertigten Ohrringen, in denen ein Aquamarin und ein Diamant in einem Tropfen aus Weißgold funkeln, wieder einmal Klasse-Tennis im ersten Satz und Zweitliga- Tennis im zweiten Durchgang. Erst nach 2:12 Stunden und dem verwandelten Matchball zauberte sie ein Lächeln in ihr Gesicht, warf die obligatorische Kusshand ins Publikum und ballte die Fäuste.

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