Wimbledon: Letzter Deutscher Brands ausgeschieden

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Daniel Brands ist als letzter deutscher Profi in Wimbledon ausgeschieden.

London - In einer Hitzeschlacht auf historischem Boden ist Wimbledon-Debütant Daniel Brands kalt erwischt worden. Als letzter deutscher Tennisprofi schied er gegen den Tschechen Tomas Berdych aus.

Dennoch durfte er sich nach dem 6:4, 6:7 (1:7), 5:7 und 3:6 gegen den an zwölf gesetzten Tschechen nicht nur über seine ersten gewonnenen Grand-Slam-Matches freuen - sondern auch über den mit 76 000 Euro bislang größten Preisgeld-Scheck seiner Karriere. Auf dem legendär gewordenen Court 18, auf dem John Isner und Nicolas Mahut gerade erst das längste Tennis-Match der Geschichte gespielt haben, überzeugte der 22-Jährige Brands mit mutigen und entschlossenen Aktionen. Doch ein neuerlicher Husarenstreich gelang ihm in dem 3:04 Stunden langen Match bei 30 Grad nicht. “Daniel Brands hat mich sehr überrascht. Wie er das Match gegen Hanescu nach 0:2-Rückstand gedreht hat, war schon klasse“, sagte BBC- Kommentator Boris Becker im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Genauso ruhig und abgeklärt, wie Brands selbst die Ausraster des Rumänen Hanescu, der dafür eine saftige Geldstrafe kassierte, ignoriert hatte, genauso trocken trumpfte er zunächst gegen Favorit Berdych auf. Doch nach dem eiskalt geholten ersten Satz fehlte Brands in den entscheidenden Momenten das Durchsetzungsvermögen und ein Quäntchen Glück.

Berdych legte nun seine größere Erfahrung in die Waagschale - und das war der kleine Unterschied in einer weitestgehend ausgeglichenen Partie. So konnte der als Weltranglisten-98. am schlechtesten aller 16 Achtelfinalisten eingestufte Brands auf dem Rasenplatz keine Geschichte schreiben. Bei einem Sieg wäre er als erster Debütant seit Florian Mayer 2004 ins Viertelfinale eingezogen. In der Runde der besten Acht erwartet Berdych nun Titelverteidiger Roger Federer, der mit einem Pflichtsieg gegen den Österreicher Jürgen Melzer locker weiter kam. Der Schweizer setzte sich mit 6:3, 6:2 und 6:3 durch. Er sagte nach seinem ersten Vergleich mit dem French-Open-Halbfinalisten aus Wien: “Meine Form ist gut. Und endlich passt auch mein Spiel wieder. Die Gegner werden stärker, aber ich bin auch stärker geworden.“ Boris Becker sieht den sechsmaligen Champion trotz der guten Vorstellung dennoch nicht mehr als Dominator. “Ich glaube, die anderen sind näher dran, oder besser gesagt: Federer hat ein paar Prozente seiner Genialität verloren.“

Über das Abschneiden der deutschen Tennisprofis meinte der dreimalige Wimbledonsieger: “Vor allem Philipp Petzschner hat mir Spaß gemacht. Er hat gegen Rafael Nadal sehr gut gespielt und durchaus mehr verdient gehabt. Er hat Talent und kann in die Top 10 kommen.“ Im Duell der belgischen Rückkehrerinnen machte zunächst Justine Henin mit ihrer Kollegin Kim Clijsters, was sie wollte. “Da hat mich Justine überrannt. Erst dann habe ich besser aufgeschlagen und konnte den Ball länger im Spiel halten“, sagte Clijsters, die nach dem Matchball zum 2:6, 6:2 und 6:3-Erfolg sofort zurück wollte zu ihrer zweijährigen Tochter Jada Ellie. Nächste Gegnerin der 27-Jährigen, die im 25. Vergleich den 13. Sieg feierte, ist die Russin Vera Zwonarewa. Einen heißen Tanz auf dem Center Court lieferten sich Titelverteidigerin Serena Williams und die Russin Maria Scharapowa, Wimbledon-Siegerin von 2004. Sie schenkten sich beide nichts. Aber die wichtigen Punkte machte die jüngere der beiden Williams- Schwestern. Den Tiebreak des ersten Satzes gewann sie mit 11:9 und behielt auch danach nur knapp und glücklich die Oberhand. Nach dem 7:6 (11:9) und 6:4-Sieg erwartet sie nun die Chinesin Na Li, während Venus Williams auf die ungesetzte Bulgarin Zwetana Pironkowa trifft. Die Vorjahres-Finalistin aus den USA setzte sich mit 6:4 und 7:6 (7:5) gegen Kerber-Bezwingerin Jarmila Groth aus Australien durch.

dpa

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