Formel 1 in Abu Dhabi

Vettels bescheidene Ziele für den Abschied von Ferrari

Sebastian Vettel
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Gibt in Abu Dhabi seinen Abschied bei Ferrari: Sebastian Vettel. Foto: Mark Sutton/Pool Motorsport Images/AP/dpa

Lewis Hamilton geht auch nach seiner überstandenen Corona-Infektion als großer Favorit in das letzte Formel-1-Rennen. Sebastian Vettel will sich in Abu Dhabi wenigstens würdig von Ferrari verabschieden.

Abu Dhabi (dpa) - Für die finale Zeitenjagd im Ferrari hat sich Sebastian Vettel ein bescheidenes Ziel gesetzt.

«Wenn wir eine sehr gute Runde zusammenbekommen, schaffen wir es vielleicht in den dritten Abschnitt. Das wäre positiv für mein letzten Rennen mit dem Team», sagte der viermalige Weltmeister vor dem Qualifying am Samstag (14.00 Uhr/RTL und Sky). Schafft es Vettel in das sogenannte Q3, den letzten Teil der Qualifikation, wäre ihm im Großen Preis von Abu Dhabi am Sonntag zumindest ein Startplatz in den Top Ten sicher. Allerdings hatte er im Training zum Auftakt schon wieder gehörige Probleme - auch das Saisonfinale droht ernüchternd zu werden.

Nach sechs Jahren ist bei der Scuderia für Vettel Schluss. Seine letzte Saison wird zugleich auch die schlechteste, von Rang 13 kann sich der Hesse nicht mehr verbessern. Was 2015 hoffnungsvoll begann, endet mit einer großen Enttäuschung ohne den ersehnten WM-Titel mit den Italienern. Einen Neustart vollzieht Vettel vom nächsten Jahr an beim englischen Autobauer Aston Martin. Vettels Vorfreude und die Hoffnung auf Besserung sind groß. Vorher will er sich bei Ferrari aber noch möglichst ordentlich verabschieden.

«Wir müssen noch mehr tun, um die Reifen zum arbeiten zu bekommen», sagte Vettel. Die Pneus auf die richtige Temperatur zu bekommen, gehört zu den Dingen, die Ferrari in den vergangenen Monaten nicht gelungen sind. Vettel kam im aktuellen SF1000 nie richtig zurecht. Seit September 2019 in Singapur ist er ohne Sieg, Platz drei in der Türkei war in dieser Saison der einzige Podestplatz.

Das hinter sich zu lassen, wird Vettel leicht fallen. Am Freitag ließ er jedoch durchblicken, dass der Abschied von seinen Mechanikern und den Fans nicht ganz so leicht sein wird. «Es wird bestimmt emotional», sagte Vettel zur Situation am Sonntag. Ferrari - das war mal sein großer Kindheitstraum. Er will die Zeit in guter Erinnerung behalten, auch wenn der ganz große Triumph ausblieb und er knallhart bilanzieren musste: «Wir sind gescheitert.»

Er selbst tritt am Wochenende in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einem ganz besonders Helm an. Darauf zu sehen sind neben Statistiken wie seinen 14 Siegen, 55 Podestplätzen oder insgesamt 1400 WM-Punkten für Ferrari auch die deutsche und die italienische Flagge. Funkeln soll der Kopfschutz in der Nacht von Abu Dhabi - und vielleicht ein bisschen an bessere Zeiten erinnern. Dreimal gewann er schon in der Wüste, allerdings mit Red Bull.

Und was ist beim 118. Start für Ferrari drin? Wohl nicht besonders viel. Die Strecke liege dem Auto nicht, sagte Vettel. Teamkollege Charles Leclerc kam im Training zwar etwas besser zurecht, dürfte jedoch auch nicht vorne landen. Dafür verabschiedet der Monegasse seinen Teamkollegen mit einer netten Geste und trägt den Schriftzug «Danke Seb» auf seinem Helm. «Ich weiß es zu schätzen, dass er mir seinen Helm gewidmet hat», sagte Vettel: «Ich hoffe, wir können den Fans an diesem Wochenende geben, worüber sie sich freuen.»

© dpa-infocom, dpa:201211-99-661599/3

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