Eklat bei Grand Slam

Nach Eklat um Williams - Tennis-Verband stärkt Schiedsrichter Ramos

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Serena Williams fühlte im Grand-Slam-Finale der US Open in New York vom Schiedsrichter benachteiligt.

Nach dem Damen-Finale bei den US Open warf Serena Williams dem Schiedsrichter Sexismus vor - und kassierte eine Geldstrafe. Siegerin Naomi Osaka musste weinen.

Update vom 10. September: Der Internationale Tennis-Verband ITF hat Schiedsrichter Carlos Ramos nach dem Damen-Finale bei den US Open den Rücken gestärkt. Ramos sei „einer der erfahrensten und respektiertesten Tennis-Schiedsrichter“, hieß es in einer am Montag verbreiteten Mitteilungen. Seine Entscheidungen hätten den Regeln entsprochen und seien im Nachhinein durch die Veranstalter der US Open bestätigt worden, die Williams wegen ihrer drei Vergehen betraft hätten. Ramos habe im Damen-Finale nach den Regeln entschieden und stets „professionell und integer“ gehandelt.

Update vom 9. September: Nach ihren Ausrastern im Finale der US Open muss Serena Williams eine Geldstrafe von 17.000 US-Dollar zahlen. Das teilte der Veranstalter des Grand-Slam-Tennisturniers in New York am Sonntag mit.

Update vom 9. September: Damen-Tennis-Idol Billie Jean King springt Serena Williams bei deren Vorwurf der unterschiedlichen Maßstäbe bei der Bestrafung von Männern und Frauen beiseite. Sie dankte der US-Open-Finalistin bei Twitter dafür, dass sie am Samstag die unterschiedlichen Standards angesprochen habe. Wenn eine Frau emotional werde, sei sie „hysterisch“ und erhalte eine Strafe. Ein Mann sei dagegen „offenherzig“, dies habe keine Folgen, schrieb die 74-jährige Amerikanerin nach dem Endspiel aus New York. Sie sprach sich wie viele andere dafür aus, Coaching nicht mehr zu verbieten.

Auch Ex-Tennis-Größe Chris Evert, die das Turnier im Fernsehen kommentierte, verlangte eine Regeländerung. Die Verwarnung sei aber regelkonform gewesen. „Wäre es ein Herren-Match gewesen, wäre das alles so nicht passiert“, meinte die zweimalige US-Open-Finalistin Victoria Asarenka aus Weißrussland.

Williams wütet nach drei Verwarnungen und Spielstrafe im Finale

New York - Serena Williams hat ihr Verhalten nach dem verlorenen Tennis-Finale bei den US Open verteidigt. Die Amerikanerin hatte bei der 2:6, 4:6-Niederlage gegen die Japanerin Naomi Osaka drei Verwarnungen von Schiedsrichter Carlos Ramos erhalten.

Die erste gab es wegen Coachings von der Tribüne, nach der zweiten wegen eines zertrümmerten Schlägers verhängte Ramos einen Punktabzug, nach der dritten einen kampflosen Spielverlust zum 3:5 im zweiten Satz. Die Amerikanerin hatte Ramos als Dieb bezeichnet.

Auf ihrer Pressekonferenz blieb die 36-Jährige dabei. „Ich könnte hier nicht sitzen und nicht sagen, dass er ein Dieb ist, denn ich denke, er hat mir ein Spiel weggenommen“, sagte Williams. Sie empfand die regelkonforme Bestrafung sogar als sexistisch. „Er hat noch nie einem Mann ein Spiel weggenommen, weil er „Dieb“ gesagt hat.“

Serena Williams will weiter für Frauenrechte kämpfen

Sie werde weiterhin für Frauenrechte und Gleichberechtigung kämpfen, fügte Williams hinzu und erhielt Lob vom US-Tennis-Verband, weil sie bei der Siegerehrung die Zuschauer aufgefordert hatte, nicht mehr zu buhen und Osaka den Moment ihres bislang größten Erfolges genießen zu lassen.

„Was Serena auf dem Podium getan hat, war von großer Klasse und Sportlichkeit“, erklärte Verbandspräsidentin Katrina Adams in einer Mitteilung und lobte Williams trotz des für sie frustrierenden Ausgangs des Matches als echten Champion.

Trainer von Serena Williams räumt Vorwürfe ein

Ihr französischer Trainer Patrick Mouratoglou räumte beim US-Sender ESPN zwar ein, er habe versucht, seinem Schützling Zeichen zu geben. Serena Williams habe sie aber nicht gesehen. Außerdem werde praktisch jeder Spieler während des Matches gecoacht. „Der Star der Show war wieder einmal der Schiedsrichter“, schrieb er bei Twitter.

Serena Willliams war außer Rand und Band.

Osaka erklärte, sie habe von den Kontroversen kaum etwas mitbekommen. Sie habe sich weggedreht, meinte die 20-Jährige, die für den ersten Grand-Slam-Titel in Japans Tennis-Geschichte gesorgt hatte. „Ich weiß, dass sie wirklich den 24. Grand-Slam-Titel wollte, richtig?“, sagte Osaka nach dem Erfolg über ihr Idol.

Schelte für Serena Williams bei Twitter

In den Sozialen Netzwerken wird Serena Williams für ihr Verhalten an den Pranger gestellt. „Sie ist eine professionelle Sportlerin. Von den anderen Athleten wird auch erwartet, dass sie sich beherrschen“, schreibt ein User.

Ein anderer meint, dass die ganze Sache nichts mit Gleichberechtigung zu tun hat. Regeln seien Regeln. „Wenn du diesen nicht folgst, dann wirst du eben bestraft“, so der Twitter-User.

Naomi Osaka weint bei Pressekonferenz nach Finale bei den US Open

Auf dem Platz sei sie aber kein Serena-Fan mehr, sondern nur eine Tennisspielerin, die gegen eine andere Tennisspielerin antrete. „Als ich sie am Netz umarmt habe, habe ich mich wieder wie ein kleines Kind gefühlt“, sagte die seit ihrer Kindheit in den USA lebende Osaka bei ihrer Pressekonferenz und weinte.

Mit einem Sieg im Finale und ihrem 24. Grand-Slam-Titel hätte Serena Williams den Rekord der Australierin Margaret Court für die meisten Titel bei den vier wichtigsten Tennis-Turnieren eingestellt. Zuletzt verlor sie bereits im Wimbledonfinale gegen Angelique Kerber.

Bei den Männern stehen sich im Finale der US Open Novak Djokovic und Juan-Martin Del Potro gegenüber. Der Argentinier besiegte im Halbfinale Rafael Nadal, der nach dem zweiten Satz verletzt aufgeben musste. Alles zum Spieltag am Sonntag finden Sie HIER.

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dpa

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