Tragischer Held Cejka - Horsey gewinnt

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Überraschungssieger David Horsey

München - Nach fesselnder Aufholjagd konnte der 39 Jahre alte Alexander Cejka mit Wohnsitz in Las Vegas auch im zwölften Versuch die BMW International Open im Golf nicht gewinnen.

Mit 272 Schlägen auf dem Par-72- Kurs in München-Eichenried landete der gebürtige Tscheche mit deutschem Pass am Sonntag auf dem von fünf Golfspielern geteilten dritten Rang.

David Horsey nimmt seinen Siegerschluck

Die Siegprämie von 333 330 Euro sicherte sich der 25 Jahre alte “No Name“ Horsey (270/England) und fing den drei Tage führenden Bradley Dredge (272) sowie den zweitenplatzierten Ross Fisher (271/England) ab. Am 16. Grün erlebte der Waliser Dredge sein Waterloo mit einem Schlag ins Wasser. Damit übernahm Horsey die Führung erstmals an seiner letzten Bahn und beendete die Runde mit Birdie.

Den Schlag des Tages gelang Jean-Francois Lucquin am 17. Grün über 173 Meter direkt ins Loch. Für das Hole-In-One erhielt der Franzose eine Limousine im Wert von 82 750 Euro. Im Turnier langte es nur zum 72. Platz.

“Ich habe ein tolles Turnier gespielt. Aber wenn ich jetzt sehe, dass nur zwei Schläge gefehlt haben, tut das weh“, bilanzierte Cejka seine vier Runden. Der gebürtige Tscheche mit deutschem Pass hatte wie der 2008-Sieger Martin Kaymer (277) nach dem 8. Rang eine Woche zuvor beim US-Masters zu lange mit dem Jetlag zu kämpfen, um eine Chance zu haben. “Ich habe mich hier bis auf den 2. Platz wie 2003 immer schwergetan. Aber das ist Golf.“ Zwei Wochen Urlaub hat sich der Angel-Fan verdient wie die 88 000 Euro “Schmerzensgeld“.

Fußball-Fan und 2008-Sieger Kaymer hatte - auf Rang 21 platziert - seine Titelchancen schon am Samstag verspielt. Der 25-jährige Rheinländer erhielt auf der letzten Runde eine Verwarnung, weil er im Trikot der Fußball-Nationalmannschaft auftrat. Das Turnier war eine Stunde früher gestartet worden, um den Fans Zeit für den WM-Klassiker Deutschland gegen England zu lassen.

Auch bei Marcel Siem (283-69+71+72+71) und Bernhard Langer (283- 70+69+72+72) war die Luft schon vor dem Finale raus. Ihr gemeinsames Leid teilten beide auf dem 6. Rang. Weitere elf deutsche Konkurrenten waren am Cut gescheitert - ein Spiegelbild des derzeitigen Niveaus im deutschen Nachwuchsgolf.

Für den Weltranglisten-Elften Kaymer ist in den nächsten drei Wochen der Stress programmiert: Kaymer will seine Titel in Paris und bei der Scottish Opern verteidigen, bevor er bei der 139. British Open in St. Andrews sein drittes Major des Jahres spielt.

Langer haderte gerade auf seiner letzten Runde mit dem Golferschicksal und bemerkte leicht zynisch: “Ich habe wie gestern wieder mein Handicap mit einer Par-Runde gespielt. Aber wenn die Putts nicht fallen, liegst Du am Ende ganz weit hinten.“ Im Vorjahr hatte der 52-Jährige noch bis zuletzt um den Titel gespielt. Aber am fünften Grün kassierte der Altmeister einen Strafschlag, weil er den Ball gegen die Regel auf dem Fairway markierte. Zwei Runden war das wegen der intensiven Regenfälle zuvor noch erlaubt.

Am sechsten Loch kullerte Langers Ball nach einem Superabschlag bei der Annäherung ins Wasser. Doch die Pechrunde krönte der zweimalige Masters-Sieger am 18. Loch: Der Ball knallte nach dem zweiten Schlag gegen das VIP-Zelt, fiel unter einen Baum ins Rough und das Bogey (ein Schlag über Par) war nicht mehr zu vermeiden. “Ich hatte gehofft, wie 2009 um den Titel zu spielen, aber das Putten war eben nicht gut genug“ meinte der Schwabe.

dpa

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