Kein Podium bei der Vendée Globe

Solo-Weltumsegler Herrmann kollidiert kurz vor dem Ziel - „Der schlimmste Alptraum“

Der Segler Boris Herrmann sitzt in seiner Rennyacht „Seaexplorer – Yacht Club de Monaco“. Etwa 90 Seemeilen vor dem Ziel der Vendee Globe in Les Sables-d‘Olonne ist Solo-Weltumsegler Boris Herrmann mit einem Fischerboot kollidiert. Das bestätigte sein Team.
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Der deutsche Solo-Weltumsegler Boris Herrmann kollidierte bei der Regatta Vendée Globe kurz vor dem Ziel mit einem Fischerboot.

Der deutsche Solo-Weltumsegler Boris Herrmann war bei der Regatta Vendée Globe auf Podiumskurs. Doch kurz vor dem Ziel kam es zu einem folgenschweren Unfall.

  • In 80 Tagen um die Welt - der deutsche Segler Boris Herrmann nahm an der Regatta Vendée Globe teil.
  • Am Mittwochabend kollidierte der Hamburger kurz vor dem Ziel mit einem Fischerboot.
  • Herrmanns Boot wurde beim Unfall beschädigt - dadurch verpasste er einen Podiumsplatz.

Les Sables-d‘Olonne - Der deutsche Solo-Weltumsegler Boris Herrmann lag bei der Regatta Vendée Globe voll auf Kurs - und hatte beste Chancen auf einen Podiumsplatz, sogar auf den Sieg. Doch am Mittwochabend um 20.50 Uhr kollidierte der Hamburger nach 80 Tagen Weltumseglung kurz vor dem Ziel mit einem Fischerboot.

Vendée Globe: Herrmann kollidiert kurz vor dem Ziel - „Der schlimmste Alptraum“

„Das war der schlimmste Alptraum“, ließ Herrmann seinem Frust am Donnerstagmorgen freien Lauf. Die Chancen, bei der Vendée Globe* auf einen Podiumsplatz zu landen oder sogar den Sieg zu holen, waren durch den Unfall dahin. Mit seiner Yacht „Seaexplorer - Yacht Club de Monaco“ segelte der 39-Jährige nur noch um Platz vier.

„Ich habe in den Tagen zuvor wie ein Löwe gekämpft. Vielleicht komme ich nie wieder so dicht an einem Podiumsplatz heran?“, so Herrmann*. Wegen der Schäden an seinem Boot musste der Skipper seine Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Als Ankunftszeit im Zielort Les Sables-d‘Olonne wurde der Vormittag errechnet. „Es ist ziemlich herzzerreißend, aber wir werden es schaffen“, sagte Herrmann.

Vendée Globe: Kollision etwa 90 Seemeilen vor dem Ziel - keine Verletzten

Die Kollision des Deutschen mit dem Fischerboot geschah etwa 90 Seemeilen vor dem französischen Küstenort - nach mehr als 99,6 Prozent der Strecke. „Ich habe an einer riesigen Wand hochgeschaut“, schilderte Herrmann die Momente des Unfalls. Unter anderen verfing sich ein Vorsegel in den Kränen des Trawlers, eines seiner Foils (Tragflügel) brach. Dazu hörte er seinen Ausleger mehrfach in die Bordwand des anderen Bootes hämmern. „Es waren echte Schockmomente“, erzählte er.

Warum Herrmanns bis zum Mittwochabend gut funktionierenden Alarmsysteme versagten und ihn nicht rechtzeitig aus dem Schlaf rissen, wusste sich der 39-Jährige zunächst nicht zu erklären. Zu seinem Glück schob sich die Rennyacht am anderen Boot vorbei, der Mast blieb stehen. Herrmann, der 2019 Greta Thunberg auf dem Segelboot über den Atlantik zur Klimakonferenz nach New York brachte, und die Besatzung des Fischerbootes blieben bei dem Unfall unverletzt.

Boris Herrmann brachte im Jahr 2019 Greta Thunberg mit seinem Segelboot über den Atlantik zur Klimakonferenz nach New York.

Vendée Globe: Herrmann verpasst das Podium - Franzose Yannick Bestaven gewinnt das Rennen

Zum Zeitpunkt der Kollision lag Herrmann auf Platz drei und hatte wegen einer Zeitgutschrift von sechs Stunden sogar noch Chancen auf den Sieg. In der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember war der Deutsche an der Rettungsmission für einen schiffbrüchigen Kontrahenten beteiligt, dafür erhielt er von der Wettkampfleitung Zeit gutgeschrieben.

Den Sieg bei der Vendée Globe schnappte sich der Franzose Yannick Bestaven. Der der 48 Jahre alte Skipper der „Maître Coq IV“ hatte zwar in der Nacht erst 7:43 Stunden nach seinem Landsmann Charlie Dalin („Apivia“) das Ziel erreicht. Allerdings reichte ihm eine Zeitgutschrift von 10:15 Stunden auf die Gesamtsegelzeit zum Erfolg. (ph/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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