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„Beleidigend für die ganze Republik“ – Vettel soll sich nach Kritik bei Italiens Präsident entschuldigen

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Von: Antonio José Riether

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Beim Grand Prix in Monza kritisierte Sebastian Vettel Italiens Präsidenten Sergio Mattarella, nun fordert ein Sportfunktionär eine Entschuldigung des Formel-1-Fahrers.

Monza - Ganz Europa leidet unter der Klimakrise, auch Italien leidet unter Dürre und Wasserknappheit. Mitten in dieser Zeit fand am 11. September der Große Preis von Italien in Monza statt, vor dem Rennen sorgte der Überflug durch die nationale Kunstfliegerstaffel „Frecce Tricolori“ für Zoff. Denn Sebastian Vettel, der sich neben der Rennstrecke für gesellschaftlich relevante Themen und besonders für den Umweltschutz einsetzt, attackierte beim Rennwochenende den Verantwortlichen für die Showeinlage – Italiens Präsident. Nun wird offenbar eine Entschuldigung des Hessen eingefordert.

Formel 1: Sebastian Vettel teilte gegen italiens Präsidenten aus: „Er ist ungefähr 100 Jahre alt“

Der Aston-Martin-Pilot, der zum Ende der Saison die Rennserie verlässt, hatte den Überflug mit einer überspitzten Bemerkung über das 81-jährige italienische Staatsoberhaupt Sergio Mattarella kommentiert. „Ich habe gehört, dass der Präsident darauf bestanden hat. Er ist ungefähr 100 Jahre alt, also ist es schwierig für ihn, diese Art von Ego-Dingen loszulassen“, so die Formulierung Vettels. Zudem zeigte er sich enttäuscht darüber, „dass die Formel 1 sofort einknickt, wenn der Präsident was will, trotz all der Banden am Streckenrand, die behaupten, dass wir uns dafür einsetzen, die Welt besser zu machen“.

Auf dem motorsportverrückten Stiefel nahm man dem ehemaligen Ferrari-Piloten diese Aussage ziemlich übel. So wetterte Geronimo La Russa, Präsident des einflussreichen Automobilklubs von Mailand, gegen den Heppenheimer. „Die Worte von Sebastian Vettel sind stillos. Das ist Polemik, beleidigend für unseren Staatspräsidenten und für die ganze Republik“, meinte dieser gegenüber der Sportzeitung Gazetta dello Sport über Vettel.

Geronimo La Russa, Präsident of ACI Milano, konterte den Spruch von Sebastian Vettel.
Geronimo La Russa, Präsident of ACI Milano, konterte den Spruch von Sebastian Vettel. © Independent Photo Agency/ZUMA Wire/imago

La Russa ließ es sich nicht nehmen, auf die Vorwürfe des vierfachen Weltmeisters zu antworten „Wir haben uns sehr gefreut, dass Sergio Mattarella zu Ehren des einhundertjährigen Jubiläums von Monza an die Strecke gekommen ist“, meinte der ACI-Infomobility-Präsident. „Die Staffel ist erstmals mit 25 Prozent Bio-Anteil im Kraftstoff geflogen, ein auch für Zivilluftfahrt wichtiges Experiment.“

Sportfunktionär kontert Vettels Spruch und fordert: „Sollte sich bei allen Italienern entschuldigen“

Doch damit nicht genug, La Russa setzte noch eine Spitze nach. „Mir wurde immer beigebracht, dass man einem Präsidenten zuhört, vor allem, wenn man als ausländischer Gast im Land ist“, sagte der Funktionär in Richtung Vettel und fügte hinzu: „Schade, dass ein Weltmeister - noch dazu einer, der in Monza seinen ersten Grand Prix gewonnen hat - so eine überflüssige wie heuchlerische Kontroverse ausgelöst hat“.

La Russa ging sogar noch weiter und forderte: „Ich finde, er sollte sich bei Präsident Mattarella und allen Italienern entschuldigen“. Außerdem behauptete er, dass die Kunstfliegerstaffel, die die Landesfarben in die Luft sprühten, als Teil des Nationalstolzes verstanden werde. Von Vettel kam bislang keine Reaktion, der 35-Jährige wird aber ohnehin keinen Grand Prix mehr in Italien bestreiten. (ajr)

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