Schumacher: Als Reizfigur noch immer unschlagbar

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Michael Schumacher fährt weiter hinterher

Valencia - Michael Schumachers Comeback-Jahr in der Formel 1 verläuft holprig. Platz 16 in Valencia war der bisherige Tiefpunkt. Der Rekordweltmeister glaubt weiter an sich. Von neuerlichem Abschied keine Spur.

Für Siege taugt Michael Schumacher bislang nicht, als Reizfigur ist der Formel-1-Rekordweltmeister aber noch immer unschlagbar. Sein schlechtestes Qualifikation-Ergebnis in seinem bisherigen Comeback-Jahr mit Platz 15 und Rang 16 im Großen Preis von Europa interessierte in Valencia beinahe mehr als die Pole Position und der Sieg von Sebastian Vettel im Red Bull. Kritiker fühlten sich in ihren Zweifeln an Schumacher bestätigt. Spekulationen machten die Runde, Mercedes GP könne den 41-Jährigen schon bald wieder zurück in die Rente schicken.

Doch Schumacher ist niemand, der schnell resigniert - auch wenn ihn das Mercedes-Desaster im Hafen von Valencia gewaltig nervte. Erstmals blieben beide Silberpfeile ohne Punkte. Dabei wäre sogar Platz drei für Schumacher drin gewesen.

“Ein Rennen zum Vergessen - gestern ein schwaches Qualifying, heute kein gutes Boxenstopp-Timing“, gestand Motorsportchef Norbert Haug ein. Schumacher, Nico Rosberg - als Zwölfter ebenfalls ohne Punkte - und Teamchef Ross Brawn trafen sich gleich nach der Zieleinfahrt zur Besprechung - ohne mit den Medien gesprochen zu haben.

Entscheidend, dass nicht mehr herauskam war, war der erste Boxenstopp in der Safety-Car-Phase. Nachdem er von seinem Kommandostand zum Reifenwechsel gerufen worden war, musste er auf Geheiß der Rennleitung bei der Ausfahrt warten und das gesamte Feld an sich vorbeiziehen lassen. Das Team argumentierte später, dass Schumacher durchaus hätte rausfahren und so seinen dritten Platz behalten können.

Dass es Schumacher noch drauf hat, zeigte der siebenmalige Champion, als das Rennen schon längst für ihn verloren war. Am Ende fuhr er immer wieder schnelle Runden. Doch mehr als Platz 16 war nicht mehr drin.

“Wir sind Kämpfer“, hatte Schumacher einen Tag zuvor noch betont. “Ich bin schon lange genug dabei und hatte schon schlimmere Schmerzen.“ Natürlich sei er nicht über die Vorstellung derzeit glücklich. “Sobald es aber Fortschritte gibt - und die werden kommen, da bin ich mir sicher -, wird die Belohnung dann umso verdienter sein.“

Er denke aber nicht kurzfristig und von Rennen zu Rennen. “Ich habe ein Drei-Jahres-Programm“, meinte der Rekordsieger.

Die Frage ist: Wie viel trägt Schumacher zu dieser schwierigen diesem Jahr sein, aber das ist nicht der Fall.“ Situation der Silberpfeile bei und wie viel Mercedes? In den drei Jahren, in denen Schumacher den Vorruhestand testete, hat sich die Formel 1 geändert. Reifen, Wagen, Reglement - er hatte seit seiner Unterschrift bei Mercedes Ende 2009 nur wenig Zeit, sich darauf einzustellen. Zudem ist das Niveau der Fahrer wesentlich höher als früher. Andererseits ist Mercedes GP mit dem MGP W01 nicht der große Wurf gelungen.

Offiziell will - oder darf - niemand bei Mercedes das WM-Jahr abhaken. Doch nach vorn wird nur noch wenig gehen. 2011 ist das große Ziel. Dann auch weiter mit Michael Schumacher - und nicht wie eine italienische Webseite unsinnigerweise meldete, mit Renault-Pilot Robert Kubica. “Wir haben nicht mit Robert gesprochen“, versicherte Brawn. “Wir sind glücklich mit Michael.“

dpa

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