Promi-Wahlhelfer für Olympia 2016: Agassi bis Zapatero

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Prominenz im Kampf um Olympia: Spaniens König Juan Carlos, Yukio Hatoyama (Vorsitzender der Demokratischen Partei Japans DPJ) und US-Präsident Barack Obama wollen die Olympischen Spiele jeweils in ihr Land holen.

Kopenhagen - Die Parade der Stargäste als Stimmenfänger der vier Bewerberstädte im Milliarden-Poker um die Olympischen Spiele 2016 reicht von Agassi bis zu Spaniens Ministerpräsidenten Jose Luis Zapatero, der neben König Juan Carlos die Vorzüge Madrids anpreist.

Sogar Andre Agassi und seine Gattin Steffi Graf waren als olympische Wahlhelfer für Chicago im Gespräch. Brasiliens Fußball-Legende Pele wirbt für Rio de Janeiro, Japans neuer Premierminister Yukio Hatoyama präsentiert Tokios Bemühungen, aber die Fünf-Stunden- Blitzvisite von US-Präsident Barack Obama überstrahlt beim sportpolitischen Gipfeltreffen in Kopenhagen alles und alle.

“Es gibt kein IOC-Mitglied, das nicht gern mit dem US-Präsidenten fotografiert werden würde“, meinte IOC-Spitzenfunktionär Dick Pound vor der Abstimmung am Freitag, die von einer der größten Sicherheitsoperationen in der Geschichte der dänischen Hauptstadt begleitet wird. Viel Zeit für Erinnerungsbilder und Small Talk mit Obama wird es nicht geben. Der mächtigste Mann der Welt soll mit der Air Force One um 7 Uhr am Freitagmorgen landen und maximal zwei Stunden im Kongresszentrum “Bella Center“ mit den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verbringen. Bei der Verkündung des Siegers wird er längst wieder im Flieger sitzen.

Vielleicht können Obama und First Lady Michelle bis dahin Basketball-Held Michael Jordan noch zu einem Überraschungsauftritt bei der 70-minütigen Präsentation Chicagos in Kopenhagen überreden. Zugesagt als Sport-Botschafter haben die dreimalige Olympiasiegerin Jackie Joyner-Kersse, der viermalige Olympiasieger Michael Johnson (beide Leichtathletik) und die fünfmalige Goldmedaillengewinnerin Nadia Comaneci (Kunstturnen).

Inmitten der kontroversen Debatten um die Gesundheitsreform ist sich das Weiße Haus des großen Risikos für Obama bewusst. Die Reise sei mit einem gewaltigen Erwartungsdruck verbunden, gab Michelle Obama zu. “Man wird gerügt, wenn man es wagt und man wird gerügt, wenn man es nicht wagt“, erklärte die First Lady, “dann gehöre ich lieber zu denen, die etwas wagen. Und ich denke, so sieht es der Präsident auch. Es ist wie im Wahlkampf.“ Grund genug, für Chicagos vermeintlichen Hauptkonkurrenten Rio neben Pele und Präsident Luiz Inacio Lula da Silva auch den beliebten Ex-Tennisprofi Gustavo Kuerten, immerhin dreimaliger French Open-Champion, als Olympiawerber aufzubieten.

“Niemand kann sich unserem Charme entziehen“, tönte Rios Bürgermeister Eduardo Paes und erwähnte gleich, dass die Traumstadt am Zuckerhut vor kurzem in einer Umfrage “zur glücklichsten Stadt der Welt“ gekürt wurde. Madrids Olympia-Planer wären schon glücklich, wenn die Kontakte von IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch wie erhofft für mehr als ein Viertel aller Stimmen gut wären. Reals Stürmer-As Raul und der fünfmalige Tour-Sieger Miguel Indurain übernehmen die Lobbyisten-Rolle für die spanischen Außenseiter, Tennis-Star Rafael Nadal könnte noch dazustoßen. Dem vierten Kandidaten Tokio fehlen bis auf das politische Schwergewicht Hatoyama die international ganz großen Namen. Die Japaner vertrauen auf ihr Konzept “Vereinigung unserer Welt“ und eine Charmeoffensive.

“Die Anwesenheit von Stars ist kein entscheidender Faktor“, betont IOC-Präsdint Jacques Rogge immer wieder, aber die Anwesenheit von Stars und mehr als 3000 Olympia-Gästen stellt Dänemarks Polizei vor eine Riesen-Herausforderung. Geschätzte 3000 dänische Polizisten sollen im Einsatz sein. Allein Obama reist mit 250 bewaffneten Sicherheitskräften aus Washington an.

Von Sven Busch, dpa

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