Kentikian und Brähmer verteidigen WM-Titel

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Susi Kentikians Sieg gegen Nadia Raoui (links) war heftig umstritten.

Hamburg - Susi Kentikian und Jürgen Brähmer verteidigten Samstagnacht in der Sporthalle Hamburg ihre WM-Titel erfolgreich.

In einem rassigen Damen-Duell schenkten sich Dreifach-Weltmeisterin Susi Kentikian und Nadia Raoui aus Herne nichts. Am Ende des ausgeglichenen Gefechts gab es ein umstrittenes Urteil und Tränen. Zwei der drei Punktrichter sahen die Hamburgerin Kentikian mit jeweils 96:94 Punkten vorn, der dritte hatte Raoui mit 96:95 auf dem Zettel. Als die Unterlegene das Punkturteil vernahm, brach sie in Tränen aus.

“Ich habe den Kampf klar gewonnen. Ich hatte mehr Treffer und habe sie beherrscht“, protestierte die 25-Jährige Raoui. “Nadia war gut, aber sie war nicht besser. Deshalb hat es nicht gereicht“, konterte Kentikian kühl. Ihr Trainer Magomed Schaburow wollte gar vier Punkte Vorsprung für seinen Schützling ausgemacht haben. Mit dieser kühnen Aussage sorgte er für dicke Backen bei Raoui-Trainer Dietmar Berg. “Am Ende habe ich Nadia mit drei Punkten vorn gesehen“, behauptete dieser.

Die Zuschauer folgten seiner Sichtweise und pfiffen erst die Punktrichter und anschließend Kentikian aus, als diese ins Mikrofon rief: “Dass Nadia den Kampf gewonnen hat, ist nicht so.“ Ein Remis, so meinten viele, wäre gerecht und weise gewesen.

Auch Universum-Boxer Jürgen Brähmer behielt seinen Gürtel als Halbschwergewichts-Weltmeister des Verbandes WBO. Der argentinische Herausforderer Mariano Plotinsky war dem Schweriner deutlich unterlegen. In der fünften Runde brach der Ringrichter das Duell wegen Überforderung des Südamerikaners ab. Auf eine echte Standortbestimmung muss Brähmer, der gegen die vor einigen Monaten verhängte 16-monatige Freiheitsstrafe in Berufung gegangen ist, also noch warten.

dpa

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