„Wir möchten den DEL-Standort nicht nur erhalten ...“

Erst KFC Uerdingen, jetzt die Pinguine: Investor regiert Krefeld - die DEG ließ er fallen

+
Michail Ponomarew.

Der Russe Michail Ponomarew steigt als Gesellschafter beim Eishockeyklub Krefeld Pinguine ein. Die Fans träumen von neuen Titeln, doch sein unrühmlicher Abgang bei der DEG ist noch in Erinnerung.

Krefeld - Auch ein knallharter Geschäftsmann wie Michail Ponomarew hat eine Schwäche, und die ist bei ihm das schnelle Spiel mit dem Puck. Der Fußball sei für ihn "ein Geschäft", das Eishockey dagegen "eine Herzensangelegenheit", hat der Unternehmer aus Russland einmal gesagt.

Auch deshalb dürfte der Präsident und Geldgeber des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen jetzt als Gesellschafter beim Eishockey-Klub Krefeld Pinguine eingestiegen sein. Beim DEL-Meister von 2003 träumen die Fans von neuen Titeln, denn da wo Ponomarew (43) investiert, ist meistens auch Erfolg.

"Michail Ponomarew habe ich in den vergangenen Monaten kennen und schätzen gelernt", sagte Wolfgang Schulz, Aufsichtsrats-Vorsitzender und Mitgesellschafter der Pinguine: "Wir möchten den DEL-Standort Krefeld nicht nur erhalten, sondern die Grundlage für eine positive Zukunft der Pinguine auf Gesellschafterebene legen und vergangene Erfolge wiederholen."

Ponomarew: "DEG der unprofitabelste Klub in Europa" - und Krefeld?

Der russische Millionär übernimmt die Anteile von Dieter Berten, der seit der Gründung der GmbH im Jahr 1995 Gesellschafter war, sich jetzt aber zurückzieht. In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) war Ponomarew von 2013 bis 2016 bereits als Gesellschafter bei der Düsseldorfer EG tätig, in jener Zeit blühte der Traditionsklub nach Jahren der Tristesse wieder auf.

Am Ende seiner DEG-Zeit zerrieb sich der Geschäftsmann aber in Machtkämpfen, immer wieder gab es Streit ums Geld. "Die DEG ist der unprofitabelste Klub in Europa", hatte der Wahl-Düsseldorfer bei seinem Abschied gewettert. Kritische Stimmen in der DEG behaupteten, Mitgesellschafter Peter Hoberg habe damals immer wieder alleine offene Rechnungen zahlen müssen.

Nun ist kaum davon auszugehen, dass sich mit den Krefeld Pinguinen mehr Geld verdienen lässt. Ponomarew aber glaubt "viel Potenzial" zu erkennen, "das ist für mich einer der wenigen gesunden Klubs in der DEL". Am Tagesgeschäft, betonte der Unternehmer, wolle er sich nicht beteiligen, "weil der KFC mein Hauptengagement ist."

KFC Uerdingen marschiert dank Ponomarew durch die Ligen

Seit er beim KFC Uerdingen als Präsident und Sponsor einstieg, gelang dem Klub in zwei Jahren der Durchmarsch von der fünften in die dritte Liga. Mit seinem Geld und Engagement lockte Ponomarew sogar Weltmeister Kevin Großkreutz zum KFC - jetzt hoffen die Eishockey-Fans auch auf neue Stars.

Die Aufstiegsfeier des KFC Uerdingen in die 3. Liga im Sommer 2018.

Reich wurde der gebürtige Moskauer mit der Gründung der Energy Consulting Group, die Firmen in Sachen Projektplanung und Investitionen berät. In seiner Heimat hatte Ponomarew zwischen 2003 und 2008 den russischen Eishockeyklub Metallurg Magnitogorsk unterstützt und viele nationale und internationale Titel gefeiert. Im November 2012 stieg er beim englischen Fußballverein AFC Bournemouth ein, der wenig später den Sprung in die lukrative Premier League schaffte.

SID

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare