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EM 2021: Darum muss Timo Werner auf die Bank

Am 15. Juni 2021 spielt Deutschland bei der EM 2021 gegen Frankreich. Zur Aufstellung gibt’s Fragen: Bleibt Timo Werner draußen? Eine kommentierende Analyse.

Hamburg/Herzogenaurach – Der große Moment rückt näher. Und das Warten hat (fast) ein Ende. Am Dienstag, 15. Juni 2021, steigt die deutsche Nationalmannschaft in die EM 2021 ein, nachdem Italien das Eröffnungsspiel gewonnen, die Partie Dänemarks gegen Finnland einen dramatischen Verlauf genommen und ein diskussionswürdiges Ende genommen hat. Deutschland wird dann auf Frankreich treffen.

Fußballteam:Deutsche Fußball-Nationalmannschaft
Verband:Deutscher Fußball-Bund (DFB)
Trainer:Joachim Löw
Mannschaftskapitän:Manuel Neuer

Ein Kracher direkt zum Auftakt.

Bis dahin muss Joachim Löw auch die letzten Fragen in der Aufstellung beantworten. Im Fokus: Joshua Kimmich und Timo Werner. Ein Blick auf die Lage.

EM 2021: Timo Werner hat sich in der Saison nicht genug empfohlen – Bankplatz ist richtig

Joachim Löw steht im ersten Spiel vor einer Chance und einem Dilemma* zugleich. In großen Teilen steht im Kopf des Bundestrainers, für den nach der EM 2021 in seinem Job Schluss ist, die Startelf bereits. Diverse Plätze sind vergeben. Gilt dies auch für Joshua Kimmich und Timo Werner?

Der Mittelfeldspieler vom FC Bayern München und der Stürmer vom FC Chelsea sind die beiden Personalien, um die es die meisten Diskussionen gibt. Und wohl auch die größten Fragezeichen in den Gedankenspielen von Joachim Löw vor dem Start der EM 2021, bei der er mit einem Auftaktsieg die deutschen Fans erfreuen würde.

Offene Fragen: Bundestrainer Joachim Löw (Mitte) rätselt bei der Aufstellung für das Spiel gegen Frankreich über Timo Werner (links) und Joshua Kimmich. (ZR Nord-Montage)

Bei Timo Werner spricht vieles dafür, dass Löw ihn zum Auftakt der EM 2021 gegen die Franzosen – die Partie (Anstoß: 21 Uhr) kann man sich an folgenden Hot-Spots im Public Viewing am Dienstag, 15. Juni 2021 in Hamburg ansehen – draußen lassen wird. Timo Werner auf der Bank? Ja, das ist berechtigt. Denn das, was einen Stürmer auszeichnet, hat Timo Werner in der abgelaufenen Saison schlichtweg nicht geleistet: immer zielsicher Tore schießen. Auch, wenn der FC Chelsea die Champions League gewonnen hat.

EM 2021: Timo Werner nimmt Joker-Rolle gelassen hin – Joshua Kimmich zwischen zwei Positionen

Zwölf Treffer in insgesamt 52 Spielen, rechnet die Frankfurter Allgemeine Zeitung für die Spielzeit 2020/2021 vor. Da war Werner in der Saison zuvor bei RB Leipzig schon treffsicherer. 34 Treffer in 45 Spielen lautete da seine Bilanz. In der Form wäre er vermutlich die erste Option für den Deutschland-Sturm. So aber geht ihm das, was Stürmer können müssen, zu schwer vom Fuß und er ist im Duell mit anderen Offensiven wie Leroy Sané, Thomas Müller, Kai Havertz oder Serge Gnabry hinten dran. Eben nur der Joker für alle Fälle.

Wir haben auf den Offensivpositionen ein brutales Über-Angebot an Spielern, die super spielen.

Nationalstürmer Timo Werner

Doch Timo Werner ist Realist genug, um das zu wissen: „Wir haben auf den Offensivpositionen ein brutales Über-Angebot an Spielern, die super spielen“, wird er vom Fachmagazin kicker zitiert. Eine gesunde Selbsteinschätzung, Glückwunsch.

Ob Joachim Löw diese auch hat?

Nun, vor allem die Kritiker haben die Entscheidungen des Bundestrainers nicht immer nachvollziehen können. Auch mancher Fan nicht. Dem nach der EM 2021 scheidenden Coach wird vorgeworfen, sich öfter gern mal zu vercoachen. Von seinen Nominierungen für große Turniere ganz zu schweigen.

EM 2021: Joshua Kimmich muss nach rechts – bessere Alternativen auf der Position hat Joachim Löw nicht

Auch über den Kader für die EM 2021 lässt sich vortrefflich streiten: Warum beispielsweise hat der Bundestrainer Jamal Musiala vom FC Bayern nominiert? Der ist dort nicht einmal fester Stammspieler. In der abgelaufenen Saison in der Bundesliga stand der 17-Jährige nicht einmal über die vollen 90 Minuten auf dem Feld. Doch das ist nur ein Nebenaspekt.

Stattdessen dreht sich die zweite große Aufstellungsfrage um einen Teamkollegen von Musiala: Joshua Kimmich. Wohin mit ihm? Ins zentrale Mittelfeld oder auf die rechte Abwehrseite? Dort bot Joachim Löw ihn zuletzt auf. Die Antwort ist einfach: rechts in die Abwehr.

Im zentralen Mittelfeld hat Löw jede Menge Alternativen: Leon Goretzka, Ilkay Gündogan oder Toni Kroos. Auf der rechten Abwehrseite sieht es ganz anders aus. Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hält Kimmich dort für besser als jede andere Option*.

Auch so eine Frage bei der Nominierung des DFB-Kaders von Joachim Löw: warum findet er dort niemanden, der angestammt auf dieser Position Zuhause ist? Selbst der Bundstrainer muss bei der EM 2021 liefern. Holt er keinen Titel, werden die Stimmen laut, dass er längst hätte seinen Platz räumen müssen. Völlig zurecht! Nach dem blamablen Aus bei der WM 2018 zum Beispiel. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de, tz.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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