DBS-Präsident sieht Parallelen

Vergleiche zum Fall Eriksen: Paralympics-Teilnehmer bricht zusammen - deutsche Ärzte retten ihm das Leben

Bei den Paralympics gab es einen ähnlichen Fall wie der EM mit Christian Eriksen.
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Bei den Paralympics gab es einen ähnlichen Fall wie der EM mit Christian Eriksen.

Zu Helden wurden zwei deutsche Ärzte bei den Paralympics in Tokio. Ein Teilnehmer brach zusammen, die beiden reagierten blitzschnell.

Tokio - Der Fall Christian Eriksen erschütterte die Sport-Welt. Der Fußballer brach beim ersten EM-Gruppenspiel der Dänen gegen Finnland kurz vor der Halbzeit ohne Fremdeinwirkung zusammen und wurde noch am Spielfeld wiederbelebt. Minuten, die sich für alle Beteiligten wie Stunden anfühlten. Ein grausame Szene, deren Bilder nicht so schnell verschwinden.

Zu einem vergleichbaren Fall ist es jetzt wohl in Tokio bei den Paralympics gekommen. Und zwei deutsche Ärzte waren zu Stelle, um einem belgischen Tennisspieler das Leben zu retten. Der Sportler war im paralympischen Dorf zusammengebrochen, doch Anja Hirschmüller und Stefan Sevenich konnten den Belgier mit Hilfe eines brasilianischen Kollegen nach Aussage von Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), reanimieren.

Wie der Fall Erkisen: Paralympics-Teilnehmer bricht zusammen - deutsche Ärzte eilen zur Hilfe

Der Belgier konnte im Krankenhaus stabilisiert werden. Ihm wurde inzwischen ein Defibrillator eingesetzt. „Er ist auf dem Weg der Besserung“, sagte Beucher nach Gesprächen mit dem belgischen Verband. Er zog Vergleiche zum Fall des Fußball-Profis Christian Eriksen. Der Däne war bei der EURO auf dem Spielfeld zusammengebrochen und musste wiederbelebt werden.

„Der schönste Moment war, dass zwei unserer Ärzte einem belgischen Sportler das Leben gerettet haben. In so einer Situation bleibt alles stehen, da ist der sportliche Wettkampf für einen Moment ganz weit weg“, sagte Beucher im SID-Interview.

„Sie waren die Ersten, die bei ihm waren und haben ihm geholfen, wieder zu Bewusstsein zu kommen“, sagte ein Sprecher des belgischen Verbandes der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. „Wir sind ihnen sehr, sehr dankbar. Vielleicht haben sie ihm das Leben gerettet.“

Paralympics-Teilnehmer bricht zusammen, aber mittlerweile „geht es ihm gut“

Der frühere Weltranglistenerste war am Mittwochabend im Athletendorf in Tokio zusammengebrochen und in die Notaufnahme gebracht worden. „Es geht ihm gut“, sagte der Sprecher am Samstag. „Er wird aber noch einige Tage im Krankenhaus bleiben müssen.“ Eine genaue Diagnose gebe es noch nicht. Man habe sich aber auch entschieden, Details dazu nicht öffentlich zu machen.

Die deutsche Delegation ist im Athletendorf im selben Haus untergebracht wie die belgische. Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, sagte der dpa: „Anja Hirschmüller und Stefan Sevenich haben womöglich ein Menschenleben gerettet. Das ist mehr wert als jede Medaille. Ich werde heute Abend ins Dorf fahren, Anja den Sekt der Belgier mitbringen und sie trotz Corona in den Arm nehmen.“ (ank mit dpa und SID) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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