Bolt will für Dauer-Dominanz Turbo drosseln

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Rekorde und Zeiten sind für den dreimaligen Olympiasieger von Peking 2008 und dreimaligen Weltmeister von Berlin 2009 nicht alles.

Düsseldorf - Superstar Usain Bolt will noch lange der beste Sprinter auf der Welt bleiben. Der schnellste Mann der Welt will deswegen 2010 mehr relaxen - sich aber nicht auf die faule Haut legen.

“Wenn ich noch vier, fünf oder sechs Jahre dominieren kann, werde ich vielleicht eine Legende“, sagte der 23-jährige Jamaikaner in einer Telefon-Konferenz des Leichtathletik- Weltverbandes IAAF. Um diesen Status zu erreichen, will er nicht mehr wie einst der US-Läufer Michael Johnson auch die 400 Meter angehen. “Dies würde ich nur noch machen, wenn dies notwendig wäre, eine Legende zu werden“, meinte Bolt, dem das Training für den Sprint über die Stadionrunde einfach zu hart ist: “Ich bin dazu nicht bereit.“

Weltrekorde in der Leichtathletik

Weltrekorde in der Leichtathletik

Lieber will er alle Energie investieren, um seine Weltrekorde über 100 Meter (9,58 Sekunden) und über 200 Meter (19,19) weiter zu verbessern. “Ich denke, dass 9,4 Sekunden die Marke sein wird, wo der Rekord über 100 Meter stoppt“, prophezeite Bolt, “und ich hoffe, dass ich derjenige sein werde, der die 9,4 laufen kann.“ Dazu will der 1,95 Meter lange Ausnahmeathlet weiter an seiner Technik und seinen Fertigkeiten arbeiten. “Ich muss an meinem Start arbeiten und an der Beschleunigung, vor allem über die ersten 30 Meter“, sagte Bolt. “Und ich muss aufhören, immer herumzuschauen beim Laufen.“

Doch Rekorde und Zeiten sind für den dreimaligen Olympiasieger von Peking 2008 und dreimaligen Weltmeister von Berlin 2009 nicht alles. “Ich will meine Titel verteidigen. Andere Athleten haben nur einen gewonnen. Für mich ist die Titelverteidigung und konstant zu sein wichtig“, meinte Bolt, der es in diesem Jahr ohne große Meisterschaft mehr auf Siege, Dollars und weniger auf Zeiten schauen möchte.

“Ich will verletzungsfrei durch die Saison kommen und konzentriere mich nicht auf Zeiten“, meinte Bolt. “Wenn es notwendig ist, schnell zu laufen, werde ich es tun. Aber wenn nicht, werde ich es so locker angehen, wie es geht.“ Allerdings scheint es für den menschlichen Turbo schwierig zu sein, mit angezogener Handbremse zu laufen: Bei den Penn Relays in Philadelphia/USA rannte er als Schlussläufer der jamaikanischen Sprint-Staffel die 100 Meter in sagenhaften 8,79 Sekunden.

Der schnellste Mann der Welt will 2010 zwar mehr relaxen, sich aber nicht auf die faule Haut legen. Dies zeigt sein praller Wettkampfkalender. Am 19. Mai wird Bolt im südkoreanischen Daegu sein Saisondebüt als Solist über 100 Meter geben. Seinen Einstand in der neuen Diamond League gibt “Blitz-Bolt“ am 23. Mai in Schanghai auf der 200-Meter-Strecke. Beim Auftakt der Super-Serie am 14. Mai in Doha/Katar ist der Welt-Leichtathlet nicht am Start, dafür wieder in New York (12. Juni) und in Paris (16. Juli).

Beim Diamond-League-Finale am 27. August in Brüssel wird es zum Showdown der Sprint-Giganten kommen: Bolt, sein Landsmann Asafa Powell und ihr US-Rivale Tyson Gay treten dann zum Dreikampf über 100 Meter an. “Ich blicke diesem Aufeinandertreffen mit Aufregung entgeben, es ist gut für unseren Sport“, meinte Bolt, der in ein paar Jahren doch noch eine Disziplin seinem Programm hinzufügen will: “Vor meinem Karriereende möchte ich noch Weitsprung machen.“

dpa

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