Basketball: Deutsche verpassen Sieg

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Trainer  Dirk Bauermann gibt Christopher McNaughton Anweisungen.

Kayseri - Die deutschen Basketballer haben eine Überraschung bei der WM knapp verpasst, mit einer starken Leistung gegen Titelkandidat Argentinien aber Hoffnungen auf ein erfolgreiches Turnier geweckt.

Die jüngste DBB-Auswahl, die je an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat, bot dem Olympiasieger von 2004 am Samstagabend in Kayseri 30 Minuten lang Paroli und führte zur Pause fast schon sensationell mit 42:39. Doch dann zahlte sich die größere Erfahrung der mit drei NBA-Profis gespickten Südamerikaner aus und das deutsche Team verlor doch noch nach dramatischem Kampf mit 74:78.

Ein rabenschwarzes drittes Viertel brachte die Equipe des Deutschen Basketball Bundes (DBB) vor knapp 6000 Zuschauern in der Kadir Has Arena um den Lohn ihrer Arbeit. Auch eine fulminante Aufholjagd im Schlussviertel und starke 20 Punkte von Routinier Demond Greene konnten die Auftaktpleite nicht verhindern. Zudem überzeugte Center Tibor Pleiß mit zwölf Zählern. Bis Mitte des dritten Abschnitts roch es nach einer faustdicken Überraschung, spielten die deutschen Riesen doch trotz aller Unerfahrenheit eine starke Partie. Doch nachdem Greene noch einmal per Dreier zum 49:49 ausgeglichen hatte, brach ein 0:14-Lauf dem Bauermann-Team das Genick.

Vor allem die NBA-Stars Luis Scola (20 Punkte) und Carlos Delfino (27) bekam das unerfahrene Team in dieser Phase nicht in den Griff. Im zweiten Spiel trifft Deutschland an diesem Sonntag (18.00 Uhr/Sport 1) auf Serbien. Der Vize-Europameister gewann sein Auftaktspiel auch ohne die wegen ihrer Beteiligung an einer Massenschlägerei im Test gegen Griechenland gesperrt Leistungsträger Nenad Krstic und Milos Teodosic gegen Angola leicht und locker mit 94:44 (43:18). Bauermann prophezeit seiner jungen Mannschaft gegen die Serben einen heißen Tanz. “Die Sperren werden sie wütend machen“, sagte Bauermann. “Ich erwarte einen wütenden und aggressiven Gegner, der zeigen will, dass er auch ohne die Gesperrten zu den Favoriten gehört“, sagte der Nationalcoach. Gegen Ex-Weltmeister Argentinien startete seine Mannschaft, in der gleich neun Akteure ihre WM-Premiere feierten, übernervös.

Beim Stand von 3:7 nahm Bauermann erst einmal eine Auszeit, um seine unerfahrene Truppe zu beruhigen. Die besonnenen Worte des Bundestrainers halfen - mit acht Punkten in Serie zog die DBB-Equipe auf 11:7 davon. Doch danach unterliefen der deutschen Mannschaft wieder zu viele Flüchtigkeitsfehler, die die Argentinier bis Mitte des zweiten Abschnitts zu einer Neun-Punkte-Führung nutzten (33:24). Mit einer weiteren Auszeit rüttelte Bauermann seine Schützlinge aber wieder wach. Ein 12:3-Lauf war die Folge, zur Pause führte die DBB-Auswahl völlig überraschend mit 42:39. Was folgte, war ein katastrophaler dritter Abschnitt. Doch wie sich die Bauermann-Schützlinge danach noch wieder aufrafften, war beeindruckend. Noch einmal glich das Team aus (74:74), für die Wende reichte es aber nicht mehr. Am Ende zeigte Steffen Hamann an der Freiwurflinie Nerven und vergab beide Versuche.

dpa

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