Angerer will aufs Podium: "Rechne mir was aus"

Whistler - Bei Tobias Angerers ist der Kampfgeist vor dem Olympia-Finale im Callaghan Valley noch einmal erwacht.

“Das ist zwar nicht mein Hauptwettkampf, aber ich rechne mir trotzdem etwas aus. Ich habe ja schon meine Medaille. Alles ist möglich“, sagte der Olympia-Zweite in der Doppelverfolgung vor dem Massenstart-Rennen über 50 Kilometer in der klassischen Technik am Sonntag. Auf dem “langen Kanten“ will der Vachendorfer seine ganze Erfahrung in die Waagschale werfen. “Nach den zwei harten Wochen könnte die Kondition eine Rolle spielen. Wegen meiner Routine sehe ich da durchaus einen Vorteil für mich. Immerhin habe ich 100 000 Kilometer mehr in den Beinen als die Jungen“, sagte der Familienvater.

Nicht nur bei Angerer saß der Frust über den Ausgang der Staffel, in der das deutsche Quartett nach verwachsten Ski auf Rang sechs die erhoffte und insgeheim erwartete Medaille deutlich verpasst hatte, tief. “Die Jungs waren schwer enttäuscht, weil sie nicht zum ersten Mal vom Pech verfolgt waren. Sie laufen immer noch dem Erfolg im Team hinterher. Daran hatten sie ganz schön zu knabbern“, berichtete Bundestrainer Jochen Behle. Neben Angerer wollen sich daher auch Axel Teichmann, Jens Filbrich und René Sommerfeldt rehabilitieren. “Es laufen alle vier aus der Staffel“, verkündete Behle.

Angerer liegt die Marathon-Distanz im Langlauf. Im Vorjahr kam er beim Weltcup in Trondheim auf Rang zwei und wurde in Liberec WM- Dritter. 2007 landete er beim Weltcup in Oslo auf dem zweiten und bei der WM in Sapporo auf dem vierten Platz. Dritter wurde damals Filbrich, der sich auch einiges ausrechnet. “Es ist die gleiche Situation wie vor drei Jahren. Auch in Japan hatte ich bis zum Schlusstag kein Edelmetall, und dann klappte es noch mit Bronze“, sagte der Frankenhainer. Anders als bei Angerer liegen seine Stärken im klassischen Stil. Der 30-Jährige glaubt deshalb an seine Außenseiterchance: “Man soll die Hoffnung nie aufgeben.“

Die Staffel-Pleite ist beim letzten Langlauf-Rennen aus den Köpfen, glaubt Angerer. “Ich habe etwas Zeit gebraucht, um die Enttäuschung zu verarbeiten. Jetzt gehe ich voll auf Angriff“, verkündete der 32-Jährige.

dpa

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