Fußball – IK-Nachspielzeit: Beim VfL Ummern stehen Trainer-Abschiede im Mittelpunkt / Justus Kelm als WSC-Symbol

Als Zuschauer will Orzol „nicht so viel nörgeln“

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Mach’s gut! Die Spieler des VfL Germania Ummern II verabschiedeten am Sonntag nach ihrem letzten Saisonheimspiel Trainer Dieter Orzol mit einem Aufstiegsfoto und einem T-Shirt.

Time to say goodbye: Beim VfL Germania Ummern standen am Wochenende bei den letzten Heimspielen der beiden Herrenteams im Zeichen der Trainer-Abschiede – die IK-Nachspielzeit.

Einfach mal alle Fünfe grade sein lassen... Das Freitagabend-Training beim VfL Ummern in dieser Woche hat Michael Alms gestrichen. Keine Belohnung für die Serie von sechs ungeschlagenen Spielen in Serie. Nein, der scheidende Coach gibt dann seinen Ausstand. „Danach wäre es alles schon nicht mehr gegangen“, meint der Aufstiegs- und Pokalsieger-Macher mit Blick auf den vollgestopften Kalender. „Wir wollen auf die drei guten Jahre einen trinken. Das haben sich die Jungs verdient“, unterstreicht Alms nach der überaus erfolgreichen Ägide unter seiner Leitung. Also schmeißt der Trainer den Grill im heimischen Garten an und macht ein Fass auf. Auf seine Schützlinge hätte er sich stets verlassen können. Das zeigte am Sonntag beim 3:1 gegen den FC Brome das Beispiel Hendrick John: Dieser ist im Regelfall an Spieltagen als Schiedsrichter für die Germanen unterwegs, kickt ansonsten nur für die Zweite. Doch er hätte seinen Schiri-Einsatz kurzerhand abgesagt, um auszuhelfen, erklärte Alms. „Nach 30 Minuten habe ich ihn reingeworfen, er hat das sensationell gemacht gegen Michael März und Jannik Thielemann.“

Erst wochenlanges Darben und Zittern, nun plötzlich eine neue Erfolgswelle und die vorzeitige Rettung: Der Wesendorfer SC hat in der Kreisliga seit Pfingsten noch einmal die zweite Luft bekommen (neun Punkte in vier Spielen). Und Trainer Matthias Hopp weiß auch wieso: „Wir konnten nach einem erfolgreichen Spiel endlich einmal die gleichen elf Leute spielen lassen. Dann kann man auch anfangen, sich einzuspielen, kennt die Laufwege der Mitspieler.“ Zudem hätten seine Schützlinge, besser spät als nie, die Zeichen der Zeit, mit Blick auf die näher kommende Gefahrenzone, erkannt. „Sie haben gemerkt, es kann funktionieren, wenn sie nur wollen“, meint Hopp. Ein gutes Beispiel dafür sei Justus Kelm. „Er hat wieder viel Rabatz gemacht. Das war Sahne“, lobte der WSC-Coach seinen Flügelspieler, der zwei Tore beim 4:2 in Rothemühle vorbereitete und sich nach einer kurzen Verletzungspause noch einmal in den Dienst der Mannschaft stellte. „Justus hat in den letzten vier Spielen angefangen, das zu spielen, was wir von ihm erwarten. Er ist vorher vielleicht ein bisschen an sich selbst gescheitert, hat nun aber geschnallt, was er machen muss.“

Ausgerechnet der Debütant und Grünschnabel war der Beste. Bei der schmerzvollen 1:2-Niederlage gegen den SV Triangel, die die Abstiegsnöte wieder schlagartig erhöht hat angesichts der kniffligen Konstellation im Saison-Endspurt, feierte Nick Schnöckel beim VfL Wittingen/Suderwittingen einen gelungenen Einstand. Der Youngster, der für die A-Jugend des MTV Gifhorn in der Regionalliga Erfahrungen sammelte und nun für seinen Heimatverein erstmals spielberechtigt war, durfte von Beginn an im rechten Mittelfeld ran, weil Tim Bendig verletzt ist. Dabei ist Schnöckel von Haus aus eher Stürmer. Doch dort ist der VfL mit Sven Arndt und Christian Brauner (zusammen 30 Tore) natürlich prominent besetzt. „Er war sogar einer der Auffälligsten“, lobte Wittingens Coach Peter Dierks den Heimkehrer nach der Feuertaufe.

Für Dieter Orzol ist erstmal Schicht im Schacht. Der Trainer des VfL Germania Ummern II übergibt die Zügel in der 2. Fußball-Kreisklasse 2 an seinen Co-Trainer Jan Rüngeling, der aufsteigt und die Geschicke bei der Kreisliga-Reserve künftig alleine leitet. Zum Abschied bekam Orzol von seinem Team ein Mannschaftsbild sowie ein T-Shirt geschenkt. „Ich werde nächste Saison als Zuschauer dabei sein und versuchen, nicht ganz so viel zu nörgeln“, lachte Orzol. Zum Abschied hätte ihm der VfL im letzten Heimspiel gerne auch einen Sieg geschenkt, doch gegen die SV Meinersen II ging Ummern II gleich mit 0:8 baden.

Von Ingo Barrenscheen und Christian Thiemann

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