Fußball – Kreisliga: Aufstiegs-Trainer ab Sommer zurück beim VfL Wittingen / „In Ruhe arbeiten“

Zurück in die Zukunft mit Fetahu

+
Sie ziehen künftig wieder an einem Schal respektive Strang: Abteilungsleiter Thomas Engwer (l.) und Teammanager Marcel Liedtke (r.) haben Trainer Naim Fetahu von einem Comeback beim VfL Wittingen/Suderwittingen ab Sommer überzeugt.

Wittingen. Alte Liebe rostet nicht. Auch nicht bei Naim Fetahu. 2015 hatte er aus eigenen Stücken seinen Trainerposten beim VfL Wittingen/Suderwittingen zur Verfügung gestellt, war mit seinem Heimatverein aber weiterhin eng verwoben.

Drei Jahre später wird es nun das Comeback geben: Fetahu übernimmt im Sommer wieder die Geschicke beim derzeit akut abstiegsbedrohten Fußball-Kreisligisten!.

Diesen Déjà-Vu-Deal tüteten die Verantwortlichen in der Brauereistadt in der vergangenen Woche endgültig ein. Nachdem sie ihren „Wunschkandidaten“, wie Spartenleiter Thomas Engwer betont, wochenlang förmlich bekniet hatten. „Sie haben mich nicht in Ruhe gelassen. Mein Herz schlägt immer noch für Wittingen“, schmunzelt der erfolgreich Umgarnte. Was wiederum auch heißt: Sein aktuelle Rolle als Spielertrainer beim altmärkischen Club FC Jübar/Bornsen endet alsbald wieder. „Schön, dass mir Jübar da keine Steine in den Weg legt. Sie verstehen mich – schweren Herzens“, so Fetahu.

Nachdem sich der VfL in der Winterpause überraschend vom bisherigen Coach Torsten Haase getrennt hatte und Feuerwehrmann Peter Dierks nur für eine Halbserie einspringt, fiel der Blick bei der langfristigen Nachfolge-Lösung direkt auf den 41-Jährigen. „Naim spielt ja bei uns bei den Altsenioren, wir stehen im guten Kontakt“, erklärte Engwer. Sicherlich hätte der Vorstand einige Namen von Kandidaten in den Ring geworfen, doch über allem hätte die Überlegung gestanden: Welcher Coach bringt die Mannschaft voran? Und kennt den VfL bestensfalls auch noch. Letztlich hätte der Verein „mit keinem anderen Trainer gesprochen“, so der Abteilungsleiter.

Sie alle wissen in Wittingen, was sie an ihm haben. Immerhin war Fetahu Baumeister des größten Erfolgs in der jüngeren Vereinsgeschichte, schnupperte mit den Blau-Gelben nach dem Aufstieg in der Serie 2014/15 zumindest kurzzeitig Bezirksliga-Luft. Sphären, von denen der VfL aktuell nur träumen kann. Deshalb hält der baldige Heimkehrer auch den Ball flach. Zunächst einmal muss sein künftiges Team ohne ihn den Klassenerhalt schaffen. Mit einem „rapide geschrumpften Kader“, betonte Teammanager Marcel Liedtke. Zu vielen Verletzten und den abgezogenen Flüchtlingen kämen noch schmerzlich vermisste Kräfte wie Frederik Heinrichs (Praktikum in München) oder Tim-Bastian Lange (halbes Jahr in Australien). Immerhin: Mit Marcus Rötz kehrt auch ein Kicker vom FC Jübar/Bornsen an seine alte Wirkungsstätte zurück. Ungeachtet dessen unterstreicht Fetahu: „Ich springe nicht ab, selbst wenn Wittingen absteigt. Was ich aber ohnehin nicht glaube.“

Gemeinsam mit der Clubführung will er „in Ruhe arbeiten und langsam etwas aufbauen“. Mit Blick in den Rückspiegel gibt Fetahu zu: „Vielleicht war es damals von meiner Seite auch zu schnell.“ Künftig soll der Slogan eher lauten: Der Weg ist das Ziel. Ein Neuanfang mit jungen Spielern, so die Wunschvorstellung. „Er kennt die jüngere Generation noch“, bekräftigt Liedtke. Engwer dazu: „Wir sagen nicht, wir müssen 2022 da und da sein. Erst einmal lassen wir Ruhe einkehren.“

Von Ingo Barrenscheen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare