Rudern – Weltmeisterschaft: Glüsinger reist heute mit der deutschen Nationalmannschaft nach Amsterdam / Erschwerte Vorbereitung

Ziel WM-Medaille: Piesackt Kluge das „Über-Boot“?

Wie beim World Cup in Luzern wollen Peter Kluge (l.) und Co. auch bei der WM mit Edelmetall dekoriert werden. Foto: privat

ib Glüsingen/Amsterdam. Durch die wunderschönen Grachten werden sie ihre Skulls nicht peitschen. Amsterdams Kanalsystem bleibt den Touristen vorbehalten. Aber auch Peter Kluge und seine Crew werden Schaulustige anlocken.

Heute startet für den Glüsinger das Abenteuer World Rowing Championships. Auf der Regattastrecke Bosbaan zu Amsterdam greift der Ruder-Hüne gemeinsam mit Partner Alexander Egler und Steuermann Jonas Wiesen zu WM-Edelmetall!.

Der Puls ist vor der Abfahrt nach Holland im Ruhebereich. Kluge verspürt (noch) keinen gesonderten Adrenalin-Kick. Aber der wird kommen. Spätestens am Montag, wenn bei den Weltmeisterschaften die Vorläufe für die Männer-Zweier mit Steuermann anstehen. Bis dahin will die deutsche Nationalmannschaft die Amsterdam-Akklimatisierung bewerkstelligen. Zweimal pro Tag – einmal früh morgens auf einer möglichst noch nicht übervölkerten Strecke und einmal nachmittags – legen sich Kluge und Co. in die Riemen, um auf den Punkt genau topfit zu sein. Denn der Glüsinger reist mit konkreten Vorstellungen an. „Eine Medaille ist klar unser gestecktes Ziel. Gold wäre überragend, alles andere aber auch eine Hausnummer“, sagt der 24-Jährige kess.

Immerhin hätte die aktuelle Zweier-Mit-Besatzung im Vorfeld einen besseren Eindruck hinterlassen als das deutsche WM-Gespann 2013. „Und die sind immerhin Zweiter geworden“, betont Kluge. Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften hatte für das RVGH-Gewächs allerdings nicht optimal begonnen. Verletzungspech und Hochwasser auf dem Alt-Rhein im Trainingslager in Breisach sorgten für „Einstiegs-Schwierigkeiten“, so Kluge. Doch peu à peu hätten sich dann doch Fortschritte eingestellt. Auch im Vergleich zu Luzern, wo das Trio beim Weltcup-Finale auf Platz eins fuhr. „Wir haben jetzt alles ganz gut im Griff“, so die Bestandsaufnahme des Riemen-Riesen. „Hoffentlich spiegelt sich das in Amsterdam auch im Ergebnis wider.“

Läuft es nach Wunsch, ziehen Kluge und Co. am Montag direkt in den Endlauf am Freitag ein. Zwölf Nationen schlagen sich im Zweier mit Steuermann um die begehrten Treppchenplätze. Kluge: „Das ist massiv viel!“ Heißt: Es gibt zwei Vorläufe. Die jeweils Erstplatzierten buchen direkt das Finale, der Rest muss in die Hoffnungsläufe, aus denen es jeweils noch einmal die beiden besten Boote pro Durchgang ins finale Sechser-Feld schaffen. Die Knüppelrunde will Kluge möglichst meiden. Allerdings kann er die Konkurrenz weitestgehend nicht einschätzen. Vom Boot Neuseeland einmal abgesehen. „Sie sind Weltrekordhalter im Zweier ohne Steuermann und seit 2009 ungeschlagen. Nun sind auch auch noch in unserer Klasse am Start“, sieht das 1,93 Meter große Kraftpaket die Favoritenrolle im Grunde klar verteilt. „Man kann schon sagen, dass das ein Über-Boot ist.“ In der Regel würden die Neuseeländer die Konkurrenz regelrecht düpieren. Kluge: „Ich hoffe, dass wir erst im Finale auf sie treffen.“

Im Vorlauf wollen er und seine Mitstreiter bis zur 1000 Meter-Marke zunächst einmal volle Pulle fahren. Und dann sehen, „ob wir uns ausquetschen müssen oder Körner sparen können.“ Rudern ist eben halt auch taktisches Kalkül. Doch mit welcher Ausrichtung auch immer, eines ist klar: Kluge will unbedingt mit einer schimmernden WM-Plakette um den Hals zurückkehren.

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