Handball – Verbandsliga: Uhr bei Auswärtspleite mehrfach nicht angehalten

Zeit-Klau!? SG VfL hadert auch mit sich

Sie verschlossen die Augen vor den eigenen Unzulänglichkeiten nicht: Wittingen/Stöckens Handball-Herren (l. Marten Schultze, Peter Schultze) mussten sich die Pleite bei der HSG Heidmark letztlich selbst ankreiden.
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Sie verschlossen die Augen vor den eigenen Unzulänglichkeiten nicht: Wittingen/Stöckens Handball-Herren (l. Marten Schultze, Peter Schultze) mussten sich die Pleite bei der HSG Heidmark letztlich selbst ankreiden.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Heidmark – Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät. . . Dieser eigentlich lustige Ohrwurm wäre für Christian Gades der blanke Hohn gewesen.

Denn die Handball-Herren der SG VfL Wittingen/Stöcken witterten am Samstag im Verbandsliga-Gastspiel bei der HSG Heidmark Tick-Tack-Taktik beim Gegner. Gleich vier Mal (!) hätte der Zeitnehmer beim Timeout die Uhr viel zu spät angehalten. In Summe 44 Sekunden, zählten die Brauereistädter. „Da fragt man sich doch, ob es mit rechten Dingen zugeht. Sportliche Fairness ist jedenfalls etwas anderes“, moquierte sich Gades. Wobei er die Schuld an der letztlich unglücklichen 28:29-Niederlage nicht am Zeit-Klau festmachen wollte.

„Daran hat es nicht gelegen. Wir haben einfach zu viele klare Torchancen liegen lassen“, unterstrich Wittingen/Stöckens Übungsleiter. Dennoch ließen die Gäste die seltsamen Vorfälle im Spielbericht vermerken. Gades meinte nur: „Das wird ein Nachspiel haben.“ Im Grunde wäre es nur eine Randanekdote gewesen, wenn die SG VfL tatsächlich vor des Gegners Kasten abgezockter agiert hätte. So aber hätte Heidmarks Keeper im Prinip das Spiel gewonnen.

Kämpferisch hatte sich der hiesige Verbandsligist nichts vorzuwerfen. Das Team fand eher schleppend in die Begegnung (4:8 nach 13 Minuten), fokussierte sich aber nach einer Auszeit besser und ging beim 12:11 nach 21 Minuten das erste (und auch einzige) Mal in Führung. Doch zwei direkt aufeinanderfolgende Zeitstrafen (von denen Gades einige als zu übertrieben empfand von den Schiedsrichterinnen) warfen Wittingen/Stöcken prompt wieder aus der Erfolgsspur.

Dennoch: Selbst nach dem 24:19 für die HSG (41.) steckte die SG VfL den Kopf nicht in den Sand. Sondern verkürzte in einem zunehmend wilden Vergleich (allein fünf Hinausstellungen zwischen der 46. und 50. Minute) mehrmals auf ein Tor. „Aber wir schaffen es nicht, die Wende herbeizuführen“, bedauerte Gades. Die Möglichkeiten dazu seien hinlänglich vorhanden gewesen. Ergo mussten sich die Gäste die nächste Auswärtspleite in letzter Konsequenz nicht anderen Begleiterscheinungen, sondern sich selbst ankreiden. Wobei: Vielleicht hätten die fehlenden 44 Sekunden ja gereicht, um am Ende wie im Hinspiel ein Remis zu erreichen...

VON INGO BARRENSCHEEN

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