Youngster leitet Partien bis hin zur Herren-Landesliga

Magnus Wehmann: Gifhorns ranghöchster Schiedsrichter

Jung, aber erfolgreich: Mittlerweile verteilt Referee Magnus Wehmann (l.) sogar Karten an Akteure aus der Herren-Landesliga.
+
Jung, aber erfolgreich: Mittlerweile verteilt Referee Magnus Wehmann (l.) sogar Karten an Akteure aus der Herren-Landesliga.
  • Florian Schulz
    vonFlorian Schulz
    schließen

Magnus Wehmann ist seit dieser Saison (2020/2021) Gifhorns höchstpfeifender Fußball-Schiedsrichter. In dieser Ausgabe des „PfiffIKus“ stellt Wehmann seinen Werdegang und ausgewählte, besondere Erlebnisse dar. Weiterhin berichtet er, wie er sich auf ein gutes Fitnesslevel bringt und dieses hält. Der Unparteiische ist 22 Jahre alt und als Verwaltungsbeamter beim Landkreis Gifhorn tätig.

Landkreis Gifhorn – Im September 2013 absolvierte Magnus Wehmann den Anwärterlehrgang. Zwei Jahre später erfolgte durch den Kreisschiedsrichterausschuss Gifhorn die Meldung für den Bezirkstalentkader – ein Kader für junge Schiedsrichter im Alter von 16 bis 18 Jahren, welche kreisübergreifende Spiele in den Landes- und Bezirksligen der verschiedenen Altersklassen leiten dürfen und von erfahrenen Coaches des Kreises begleitet und beobachtet werden.

Ab dem Jahr 2016 erfolgte der Einsatz in der A-Jugend-Landesliga, in welcher Wehmann zum ersten Mal Schiedsrichterassistenten zur Seite standen. „Das war für die persönliche Entwicklung ein wichtiger Schritt“, blickt der 22-Jährige zurück. Wieder nur ein Jahr später wurde der Youngster aus dem Landkreis Gifhorn für die Herren-Bezirksliga gemeldet und erhielt dort Beobachtungen.

„Das erste Jahr lief sehr durchwachsen, war jedoch ein wichtiges Lehrjahr“, so Magnus Wehmann. Gleichzeitig erfolgte durch den Bezirksschiedsrichterausschuss die Nominierung für die Talentsichtung des Verbandes, verbunden mit Spielen in den Junioren-Regionalligen und einem Platz als Schiedsrichterassistent in der Oberliga.

Hinzu kommen (ohne Corona) zwei Wochenendlehrgänge in der Sportschule des Verbandes in Barsinghausen. „Im zweiten Jahr war ich in den Rankings vorne dabei, allerdings reichte es noch nicht für einen Aufstieg in die Landesliga“, verrät Wehmann.

Nach einem dritten Jahr in der Bezirksliga gelang in der abgebrochenen Saison 2019/2020 der Landesligaaufstieg. In der ersten, nun wieder annullierten Saison in der Landesliga durfte der junge Referee zumindest zwei Spiele leiten. „Diese haben sich vom Spieltempo und der Spielintelligenz deutlich unterschieden zu den Partien in der Bezirksliga“, stellte der Youngster fest.

Im März dieses Jahres erhielt Magnus Wehmann zudem die freudige Nachricht, dass er für die neugeschaffene Talentförderung des Niedersächsischen Fußballverbandes nominiert wurde. Hier erwarten ihn Einsätze als Schiedsrichterassistent in den U19- und U17- Bundesligen. Als besondere Erfahrungen dürfen sicherlich die Spiele in den Junioren-Regionalligen gezählt werden. Hierzu gehören unter anderem Spielleitungen beim VfL Wolfsburg, Hannover 96, Eintracht Braunschweig oder auch beim Eimsbütteler TV in Hamburg.

Als Schiedsrichterassistent in der Oberliga ist Magnus Wehmann ebenfalls rumgekommen. Von Spelle an der niederländischen Grenze über Delmenhorst bis nach Hildesheim. Dabei gab es ein prägendes Spiel bei Atlas Delmenhorst, als dieser auf den HSC Hannover traf. Zirka 1000 Zuschauer waren zu Gast. „Beim Einlaufen war es schon etwas Besonderes. Man lernt viele Leute aus verschiedenen Regionen Niedersachsens kennen. Gerade als Assistent in der Oberliga ist man auch mal bei Schiedsrichtern aus Nordhorn oder Göttingen dabei. Man kann sehr viel lernen von diesen verschiedenen Persönlichkeiten“, berichtet Wehmann.

Das Thema Fitness- und Leistungsüberprüfungen spielt in diesen Ligen ebenfalls eine elementare Rolle. Bei den Lehrgängen in Barsinghausen müssen sowohl Regelteste geschrieben als auch Laufprüfungen absolviert werden. Weiterhin erhält der sogenannte Konformitätstest Einzug, bei welchem es gilt, 15 hintereinander ablaufende Spielszenen im Video zu bewerten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

„Für die Spiele und Laufprüfungen trainiere ich drei- bis viermal wöchentlich. Hierbei stehen nicht nur Ausdauerläufe, Intervalltrainings und Sprints auf dem Plan, sondern ebenso die Rumpf- und Rückenstabilität“, verrät der 22-Jährige. In Corona-Zeiten natürlich noch häufiger, bedingt dadurch, dass keine Spiele stattfinden.

„Insgesamt blicke ich auf mittlerweile fast acht Jahre Schiedsrichterdasein zurück und kann sagen, dass es eine gute Entscheidung war, den Schritt in dieses Hobby zu gehen. Ich habe viele Freunde gefunden, mit denen man außerhalb des Sports auch einiges unternimmt und sich persönlich weiterentwickelt“, so Wehmann, der anfügt: „Ich kann nur an fußballbegeisterte Leute appellieren: Macht den Schiedsrichterschein, probiert es aus und lernt die Gemeinschaft kennen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare