Fußball – Kreisliga: VfL Vorhop und VfL Knesebeck blenden die Vergangenheit vor der Mutter aller Derbys aus

Die XXL-Rivalen treten auf Emotions-Bremse

Es wird hoch hergehen: Der VfL Vorhop (M. Christopher Schulze) und VfL Knesebeck (2. v. l. Andre Haven) werden sich ein heißes Derby liefern.
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Es wird hoch hergehen: Der VfL Vorhop (M. Christopher Schulze) und VfL Knesebeck (2. v. l. Andre Haven) werden sich ein heißes Derby liefern.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Vorhop. Die Erzrivalität: Sie ist historisch gewachsen. Um alle Geschichten zu vereinigen, bedürfte es eines dicken, dicken Wälzers. Gerade die letzten Kapitel haben die Beziehung zwischen dem VfL Vorhop und VfL Knesebeck nicht gerade positiv beeinflusst.

Die Mutter aller Nordkreis-Derbys soll sich von diesem Randgeplänkel aber eben nicht anstecken lassen. Beide Trainer treten vor DEM Prestige-Duell am Sonntag (14 Uhr) in der Fußball-Kreisliga beim Ballyhoo kräftig auf die Gemüts-Bremse.

„Die Vergangenheit zählt nicht mehr“, beschwichtigt Knesebecks Trainer Detlef Weber. Und liegt damit exakt auf einer Wellenlänge mit seinem Gegenüber Walter Dürkop. Was auch gewesen sein mag – „es geht um Fußball. Mal gucken, wer gewinnt.“ Vorhops Vorreiter will ganz bewusst versuchen, „die Emotionalität rauszunehmen. Ich muss die Jungs bremsen, damit sie nicht übermotiviert sind.“

Was ganz gewiss nicht heißt, dass ein Kuschel-Derby bevorsteht. Auf dem Platz werde es zur Sache gehen. „Es ist Vorhop gegen Knesebeck, und da geht es auf Biegen und Brechen um drei Punkte“, pointiert Weber. Die Rivalität „macht ja auch den Reiz aus. Solange alles im Rahmen bleibt“, unterstreicht Dürkop. In seinen Augen würde die enorme Brisanz auch eher von außen reingetragen werden und ruhe nicht in den Mannschaften selbst. Dass die Kicker sich nichts Böses wollen, verdeutlichte Weber auch mit Schützenhilfe im vergangenen Sommer: Mit zwei Toren in der Nachspielzeit in Wasbüttel bewahrten die Einhörner den Nachbarn vor dem Abstieg. „Das zeigt auch, dass wir die ganze Sache nicht überspannen wollen.“

Andersherum gab es auch einige Fälle von Nächstenliebe, die die Vorhoper im Laufe dieses Jahres nicht amüsierten: Daniel Meinecke (der dann im Stadtpokal-Finale ausgerechnet zum Matchwinner mit zwei Toren avancierte), Maik Szillat und zuletzt der spielende Co-Trainer Sebastian Sommer vollzogen einen Trikottausch. „Sie haben drei Spieler an uns verloren – natürlich sind die Vorhoper da heiß“, will Weber nicht verhehlen. Doch letzten Endes würde ohnehin alle Akteure brennen auf dieses Fußball-Filetstück. Das liegt in der Natur der Sache. „Das Spiel ist seit eh und je wichtig für beide Seiten“, unterstreicht Weber.

Und der Ausgang erscheint völlig offen. Wenngleich die Knesebecker im Tableau weitaus besser dastehen. „Ich sehe durchaus Chancen. Ziel ist es, ungeschlagen zu bleiben“, bekräftigt Vorhops Coach Dürkop nach zuletzt acht Punkten vor diesem Duell außerhalb der Norm („Ich würde lügen, wenn es ein Spiel wie jedes andere wäre...“). Wieder Übereinstimmung mit Weber: „Die Spiele sind immer wahnsinnig spannend. Hopp oder top.“

Bleibt aber doch noch eine atmosphärische Frage: Es wird gemunkelt, das Knesebecker Fan-Lager würde aufgrund der Vorgeschichte in größeren Teilen das Derby boykottieren. Weber hofft, dass dem nicht so ist: „Letztlich würden sie uns damit keinen Gefallen tun.“

Von Ingo Barrenscheen

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