Fußball – 1. Kreisklasse 1: Parsaus Leader Lucas Landmann geht mit bestem Beispiel voran und übernimmt viele Rollen bei den schwächelnden Germanen

„So wurde es mir beigebracht!“

Er geht mit gutem Beispiel voran: Lucas Landmann ist beim FC Parsau nicht wegzudenken.
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Er geht mit gutem Beispiel voran: Lucas Landmann (links) ist beim FC Parsau nicht wegzudenken.
  • Rouven Peter
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Parsau. Lucas Landmann vom FC Germania Parsau ist ohne jeden Zweifel eine wahre Identifikationsfigur beim Fußball-Kreisklassisten.

Mit seinen 26 Jahren übernimmt er das Ruder und versucht, ein gutes Konstrukt innerhalb des Teams aufzubauen – mit Erfolg! Was für ein Typ er ist, erklärt der Defensivspieler im IK-Liga-Talk.

„Es fing 1997 an“, erinnert sich Landmann schnurstracks an den Beginn seiner fußballerischen Laufbahn. Fünf Jahre war er damals alt. Blau-Weiß Rühen hieß die erste Station. „Mein Vater hat mich damals trainiert“, berichtet er. Zu ihm hat er eine sehr starke emotionale Bindung: „Ich habe jede Minute mit ihm verbracht und viel von ihm gelernt.“ 2003 verstarb sein Vorbild jedoch. Eine psychisch schwere Situation. Der damals 11-Jährige verließ Rühen anschließend gen Reislingen. Ein Reset quasi.

Beim SV Reislingen-Neuhaus durchlief er schließlich seine Jugendzeit, spielte unter anderem in der A-Jugend-Bezirksliga. Im Winter 2009 holte ihn kein Geringerer als Sören Henke nach Parsau. Henke, damals Jugendtrainer, lotste ihn für das letzte halbe Jahr im Juniorenbereich zum FC Germania. Dass sich beide neun Jahre später in der ersten Herrenmannschaft wiedersehen, hätten sie wohl nicht gedacht.

Im Sommer 2009 ging es für Landmann – gemeinsam mit Kompagnon Max Rösner, der ebenso ein Grund für seinen Wechsel war und heute noch gemeinsam mit Landmann zusammenkickt – in die zweite Mannschaft des FCG. Seit der Spielzeit 2015/16 spielt der Defensivmann nun für die Erste.

Für Parsau ist Landmann ein Glücksgriff. Er identifiziert sich vollends mit dem Klub, tut viel innerhalb des Vereins, ist Vizekapitän der Herrenmannschaft und vor allem Ansprechpartner für die Youngster. „Es ist selbstverständlich, den Jüngeren zu helfen!“, bekräftigt Landmann. Und auch auf dem Platz ist er ein wahrer Leader. „Ich rede viel, bin auch mal laut, wenn es sein muss und übernehme die Drecksarbeit auf dem Rasen.“ Dort ist er als Linksverteidiger gesetzt. Nachdem Trainer Sören Henke vor zwei Wochen allerdings im Amt installiert wurde, wechselte dieser gleich das System. Von einer Vierer- wurde auf eine Dreierkette umgestellt. Landmann: „Das liegt mir mehr.“ Für seinen Neu-Coach, den er noch aus früheren Zeiten kennt, hat er nur Positives übrig: „Er war die erste Lösung, die uns durch den Kopf ging. Er hat das gewisse Feuer drin, gibt dadurch die Power und Selbstsicherheit mit!“ Mit Ex-Coach Niclas Pilz habe das Team derweil keine Probleme gehabt. Doch: „Vielleicht hätte das Ziel intern bleiben sollen“, spricht Landmann die hochgegriffene Vorgabe „Aufstieg“ an. Die Zielsetzung sei letzten Endes druckvoll gewesen. Demzufolge war es wenig verwunderlich, dass Parsau solch einen katastrophalen Saisonstart erlebte und mit zehn Zählern auf dem zehnten Tabellenrang verweilt. „Wir wollen die Sicherheit wiederkriegen und selbstbewusster werden“, betont Landmann.

Mit dem 4:0-Sieg vergangene Woche in Jembke hat das Team den ersten Schritt in die richtige Richtung getätigt. Landmann: „Das war stark. Jetzt wollen wir nachlegen!“ Als nächstes geht es Sonntag, 14 Uhr, nach Brechtorf. Kein leichtes Unterfangen, so will der TSV die Pokalniederlage vom Anfang der Saison vergessen machen – dort verloren die Brechtorfer 0:6 gegen Parsau. „Sie sind heiß und wollen ihre Pokalschmach vergessen lassen“, warnt Landmann seine Kollegen. „Es ist ein richtungsweisendes Spiel.“

Sein Trainer kann jedenfalls auf ihn zählen. Und wenn nicht auf dem Feld, dann außerhalb des Platzes. So auch vor einem guten Jahr, als sich der Abwehrspieler nach dem letzten Vorbereitungsspiel bei einer anschließenden Feier verletzte und mit einer Sprunggelenk-Verletzung davonkam. „Ich bin die Hinrunde ausgefallen, habe dann den Trainer beim Training, soweit es ging, unterstützt“, berichtet er. Dennoch habe er die letzten zwei Spiele des ersten Saisonabschnitts gespielt – „Wenn es geht, bin ich da!“ Und auch mit der Arbeit versucht er, Kompromisse zu suchen, um möglichst jedes Training mitmachen zu können. Landmann: „Ich will ein Zeichen setzen!“ Er geht ganz nach seinem Vater, seinem großen Vorbild. „Und das wird auch immer so bleiben.“

Von Rouven Peter

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