Fußball – Bundesliga: Wölfe beim 1:3 gegen FC Bayern zu fehlerhaft und mutlos

Wolfsburger Aufbauhilfe

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Er kann nur noch hinterherschauen: Wolfsburgs Keeper Koen Casteels (r.) kann Bayern-Torjäger Robert Lewandowski nach dem kapitalen Fehlpass von William nicht am 0:2 zu Beginn der zweiten Halbzeit hindern. 

dpa/ib Wolfsburg. Noch am Freitag hatten die Bosse um Uli Hoeneß bei ihrer denkwürdigen Medien-Schelte mächtig vom Leder gezogen.

Vielleicht auch deshalb wollten die Angestellten des FC Bayern München ihre Führungsspitze wieder besänftigen und ließen sich ihrerseits nicht die Lederhose ausziehen. Der zuvor kriselnde Rekordmeister erhielt am Samstag in der Fußball-Bundesliga bei der 3:1 (1:0)-Trendwende allerdings auch gütige Aufbauhilfe vom VfL Wolfsburg.

Denn dieser verstand es – anders als etwa die Gladbacher Borussia vor der Länderspielpause – nicht, dem leicht angekratzten Ego des Star-Ensembles weiteren Schaden zuzufügen. Weil die Wölfe einerseits zum wiederholten Male eine Anfälligkeit in der Abwehr offenbarten. Vor allem aber fehlte den Gastgebern, von Cheftrainer Bruno Labbadia treffend angeprangert, der Mumm und der Glaube, an diesem Tag vielleicht Großes vollbringen zu können. „Wir wollten schon in der ersten Halbzeit mutiger hinten rausspielen und ein konsequenteres Positionsspiel betreiben. Dazu haben uns allerdings einige Prozentpunkte gefehlt“, bemängelte Labbadia. In die gleiche Kerbe schlug Sportdirektor Jörg Schmadtke: „Ein bisschen mehr Überzeugung hätte ich mir schon gewünscht. Nicht so viel Angst vor den Fehlern, dass wir mutiger, kräftiger auftreten.“ Er empfand die Leistung maximal als ordentlich.

Und so dreht sich nur für Grün-Weiß die Abwärtsspirale weiter, während die Bayern kurz durchatmen können. Durch die Heimniederlage vor ausverkauftem Haus (30 000 Zuschauer) hat sich mittlerweile ein halbes Dutzend Spiele beim VfL angesammelt, die nicht von Erfolg gekrönt waren. „Jetzt kommt die Situation, wo wir wieder punkten müssen, das ist unbenommen“, schärfte Schmadtke nochmals die Sinne. Die Auswärtspartie am kommenden Spieltag bei Schlusslicht Fortuna Düsseldorf wird ein Schlüsselspiel.

Wenngleich der Bayern-Sieg am Samstag ohne Wenn und Aber verdient war, so hatte sich für Wolfsburg doch das günstige Momentum ergeben, zumindest einen Zähler abzuknapsen. Denn der souveräne Münchener Auftritt geriet durch die diskutable Gelb-Rote Karte gegen Arjen Robben (57., erst eine vermeintliche Schwalbe, dann ein Allerweltsfoul) und den prompten Anschlusstreffer des VfL durch Wout Weghorst (63.) kurzzeitig ins Wanken. „Ein bisschen zu kurz“, bedauerte Schmadtke. Denn gegen zehn Bayern stellten sich die Wölfe wenig später beim Stimmungs-Töter durch James Rodriguez (72.) viel zu naiv beim Verteidigen an.

Im Grunde bei allen drei Gegentreffern. Schon das 0:1 hatte Schmadtkes Stirn in Falten gelegt. „Wenn ein Pass von der Mittellinie (durch Mats Hummels, Anm. der Redaktion) kommt und geht durch auf den freien Stürmer, dann ist das am Ende des Tages schlecht.“ Robert Lewandowski sagte danke (30.). Genauso wie beim Mega-Lapsus von Rechtsverteidiger William unmittelbar nach Wiederbeginn (47.), dem ein kapitaler Rückpass auf Koen Casteels unterlief. Damit baute Lewandowski seine eindrucksvolle Bilanz gegen Wolfsburg (18 Tore in 16 Duellen) weiter aus und sorgte im eigenen Lager für aufgehellte Mienen.

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