Frauenfußball – Champions League, Halbfinale: 0:2-Pleite

Wolfsburg vor Aus! „Geben uns nicht auf“

Trauriger Abschied vom Heimpublikum: Martina Müller.

Wolfsburg. Europapokal-Ernüchterung statt Wolfsburger Wonne-Woche. Zwei Tage nach den Bundesliga-Profis hat es auch die Fußball-Frauen des VfL eiskalt erwischt. Nach dem 0:2 (0:2) im Halbfinal-Heimspiel gegen Paris St. Germain steht der zweifache Titelverteidiger in der Champions League vor dem Aus!

Es war die erste Pleite für die Wölfinnen in der Königsklasse.

... und womöglich auch ein trauriger Abschied für Miss VfL Martina Müller von ihrem Heimpublikum. In der Liga bestreitet Wolfsburg nur noch zwei Auswärtsspiele. Entsprechend emotional reagierte Müller, die gerade erst ihr Karriereende verkündet hatte, bei ihrer Auswechslung. „Das tat ein bisschen weh.“ Genau wie das Ergebnis. „Das ist eine scheiß Ausgangslage“, nahm die Dekade-Dame schlechthin kein Blatt vor den Mund. Doch Müller zeigte sich auch trotzig. „Wir geben uns nicht auf. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Vor 3423 Zuschauern im AOK-Stadion begann die Partie genauso ungünstig wie für Kevin de Bruyne und Co gegen Neapel. Das frühe 0:1 durch einen umstrittenen Foulelfmeter (12.). „Ich weiß nicht so recht, ob es einer war“, rätselte Müller. Sie selbst hatte bereits nach zwei Minuten die erste – und einzige! – Chance der Gastgeberinnen vergeben.

Ein „Sonntagstreffer“ von Shirley Cruz Trana (26.) zum 0:2 schockte den enorm ersatzgeschwächten VfL dann vollends. Weder vor noch nach der Pause kam wirkliche Gegenwehr. Daran änderten auch zwei Wechsel von Ralf Kellermann zur zweiten Hälfte nichts. „Unterm Strich müssen wir sagen, dass sieben bis acht Spielerinnen unter ihren Möglichkeiten geblieben sind“, seufzte der VfL-Coach. Kellermann haderte nicht nur mit seinem Team, sondern auch den Schiedsrichter-Entscheidungen gegen hart einsteigende Französinnen. Nach 83 Minuten wurde er deshalb auf die Tribüne gejagt.

Für Wolfsburg wird es nun eine Herkulesaufgabe, das Ruder im Rückspiel am Sonntag (18 Uhr) noch rumzureißen.

VfL Wolfsburg: Frohms – Blässe, Fischer, Peter, Maritz – Magull (46. Simic), Bernauer – Hansen, Popp, Müller (68. Faißt) – Ogimi (46. Kerschowski).

Tore: 0:1 Delannoy (11., FE), 0:2 Cruz Trana (26.).

Rote Karte: Hamraoui (Paris/87.).

Von Ingo Barrenscheen

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