Rudern – Weltmeisterschaft im bulgarischen Plovdiv: Kluge mit deutschem Vierer nur Sechster

WM-Medaille außer Schlagdistanz

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Es sollte nicht sein: Der deutsche Vierer ohne Steuermann in der Besetzung Felix Brummel (v. l.), Nico Merget, Peter Kluge und Felix Drahotta konnte mit der rasanten Konkurrenz im WM-Finale nicht mithalten und musste mit Platz sechs Vorlieb nehmen. Damit platzte der Medaillentraum.

Plovdiv/Wittingen. Als sechsschnellstes Boot der Welt hatten sie das Ergebnis ihres Vorgänger-Jahrgangs wiederholt. Minimalziel erreicht.

Freude über den Erhalt dieses Status quo wollte beim Wittinger Peter Kluge und seinen Teamkollegen aus dem deutschen Vierer ohne Steuermann nicht aufkommen. Denn die Crew hatte von einer Medaille bei der Ruder-Weltmeisterschaft im bulgarischen Plovdiv geträumt. Doch von Edelmetall war Schwarz-Rot-Gold am Samstag meilenweit entfernt als Letzter im A-Finale.

Nach dem Stimmungshoch in den zwei gelungenen WM-Rennen zuvor (das IK berichtete) also zum Abschluss der Saison noch einmal ein Dämpfer. „Schon enttäuschend. Wir sind kein gutes Rennen gefahren“, konstatierte Kluge. Summa summarum sei das Resultat – Platz sechs im Weltzirkus – „in Ordnung“. Nicht mehr, nicht weniger. Immerhin hatte esmit 19 Booten einen Melderekord gegeben und Deutschland hätte „einige namhafte Nationen“ hinter sich gelassen. Und doch blieb am Samstag der letzte, nicht zufriedenstellende Eindruck haften.

Bundestrainer Tim Schönberg sprach davon, dass die Leistung des deutschen Vierers „technisch schwerfällig und nicht so spielerisch wie in den beiden Rennen vorher“ ausgesehen hätte. Das deckte sich in etwa mit der Meinung aus dem Boot heraus. Kluge: „Es war ein bisschen unrund.“ Das Team mit Felix Brummel, Nico Merget und Felix Drahotta hätte sich von kleinen Widrigkeiten ein wenig aus dem Konzept bringen lassen und hätte wohl überpaced, um irgendwie der Konkurrenz standhalten zu können. „Wir sind viel zu aufwendig gefahren, das Mitfahren hat uns zu viele Körner gekostet. Wir konnten im Zwischenspurt nichts mehr draufgeben“, konstatierte Kluge. Ab der 1200 Meter-Marke seien etwa die Briten, am Ende Bronzemedaillengewinner hinter Titelverteidiger Australien und Italien, „gnadenlos wegmarschiert“. Großbritannien nahm Deutschland auf der zweiten Streckenhälfte gut acht Sekunden ab!

Doch wie heißt es so schön: Der Mensch wächst mit seinen Niederlagen. So sieht es auch Kluge. „Es bringt jetzt nichts, daran rumzukritteln, sondern man kann daraus etwas lernen, damit es nicht wieder passiert.“ Ende Oktober würde sich das Team Deutschlandachter noch einmal zu Manöverkritik zusammensetzen und schauen, wie das Saisonfazit ausfällt und wie es weitergeht. Ob die Vierer-Besetzung in dieser Konstellation so bleibt, „werden wir dann im Mai sehen“, blickte Kluge über den Tellerrand hinaus.

Von Ingo Barrenscheen

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