Judo – U21-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi: Platz fünf im Einzel wird mit Medaille für Team Deutschland versüßt

WM-Bronze! Giovanna glänzt am Golf

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Viel fehlte nicht zu Doppel-Bronze: Giovanna Scoccimarro (r.) musste sich im Kampf um Platz drei Lisa Dollinger beugen.

ib Lessien. Zum vollendeten Märchen aus 1001 Nacht fehlten nur Nuancen. Aber auch Platz fünf im Einzel und die Bronzemedaille mit der Mannschaft waren für Judo-Juwel Giovanna Scoccimarro bei der U21-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi aller Ehren wert!

Immerhin bestreitet die U18-Europameisterin des Vorjahres ihre erste Saison in der neuen Altersklasse. Die Lessienerin striff ihr Lampenfieber im Auftakt-Duell in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm gegen Sarah Kardjadj aus Algerien schnell ab. Giovanna warf ihre Gegnerin nach zwei Minuten Wazari mit einem O-uchi-gari und hielt diese im Bodenkampf auf der Matte – Sieg! „Ich war natürlich sehr nervös. Aber nachdem der erste Kampf so gut lief, habe ich die Nervosität schnell abgelegt.“

Gegen Patricija Brolih entwickelte sich ein taktisch geprägter Kampf. Zwei Strafen für Passivität lockten die slowenische Meisterin aus der Reserve. Dies nutzte Giovanna erneut für einen O-uchi-gari: Den Wazari verteidigte die 17-Jährige bis zum Schluss. Im Poolfinale gab’s ein Wiedersehen mit Natascha Ausma. Gegen die niederländische Meisterin war Giovanna bei einem ihrer ersten Europacups früh ausgeschieden. Auch dieses Mal fand das Top-Talent vom MTV Vorsfelde nicht gut in den Kampf hinein. „Sie hat so einen unorthodoxen Griff, auf den ich mich nicht einstellen kann.“ Giovanna geriet durch einen Konter Ausmas schnell ins Hintertreffen und vermochte keinen Konter mehr anzusetzen.

Also die Trostrunde. Dort stand sich Giovanna mit der Italienerin Alessandra Prosdocimo gegenüber. Ein sehr enges Duell, das im Golden Score mündete. Die Lessienerin zeigte sich dort aktiver und buchte den Kampf um Platz drei. Dort kam es zum rein-deutschen Vergleich mit Lisa Dollinger. Die drei Jahre ältere Teamkollegin aus Kaufbeuren provozierte früh zwei Strafen – Giovanna musste attackieren. Dies nutzte Dollinger aus und bezwang sie im Haltegriff. „Klar bin ich etwas enttäuscht, wenn man so knapp vor einer Medaille steht. Aber ich gehöre zu den fünf Besten der Welt – ich denke das ist eine sehr gute Leistung“, resümierte Giovanna zufrieden.

Nach einem Tag Pause stand der Teamwettkampf an. Deutschland schaltete mit Russland und den Niederlanden zwei Medaillenkandidaten aus. Dann die Niederlage im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister aus Japan. Giovanna stand damit wieder im Kampf um Platz drei gegen Kasachstan. „Im Teamwettkampf herrscht nochmal ein ganz anderer Druck auf einem, weil man dann für das gesamte Team kämpft.“ Doch sie hatte Zhanar Kashkyn dank ihres Lieblingswurfes – dem Uchi-mata – ratz, fatz im Sack. Gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Triumph für Team Deutschland und WM-Bronze!

Giovanna: „Ich bin auf dieses Ergebnis, zu dem ich auch meinen Beitrag leisten konnte, sehr stolz. Wir sind ein tolles Team, wo sich jeder angefeuert und gegenseitig gepusht hat, auch die Konkurentinnen in den einzelnen Gewichtsklassen. Das ist einfach super!“

Von Ingo Barrenscheen

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