Handball – Verbandsliga Herren: Erleichterung nach erstem Saisonsieg / Coach stutzt sich im Anschluss den Bart

Wittingen rasiert Söhre und Mühlenbruch...

Sein Tor durchbrach die Blockade. Das 22:19 von Janosch Kochale (beim Wurf) war der Auftakt eines furiosen Wittinger Endspurts gegen die SF Söhre. Fotos: Marud

Wittingen. Der Bart ist ab! Direkt nach Schlusspfiff zückte Mike Mühlenbruch am Sonnabend unter der Dusche die Klinge. Klingt im ersten Moment nicht nach einer bahnbrechenden Neuigkeit. War es aber.

Denn der Trainer von Handball-Verbandsligst VfL Wittingen rasierte sich, weil seine Fehlstarter die SF Söhre mit 31:23 rasierten – der erste Saisonsieg!.

Seit der Auftaktpleite in Wietzendorf ließ Mühlenbruch die Gesichtsbehaarung sprießen. Praktisch wie Eishockey-Spieler in den Play-Offs. „Jeder hat so seine Marotten“, grinste er. So gesehen hatte am Wochenende nicht nur Gannerwinkel, sondern auch Wittingen sein Stoppelfeldrennen... Der VfL-Coach war happy, dass er nun wieder glatt wie ein Babypopo herumlaufen kann. „Das ist das Zweitschönste neben den Punkten. Ich hatte schon Weihnachten und mein Zweitgeschäft vor Augen. Ich mit weißem Bart...“, unkte Mühlenbruch.

Der Befreiungsschlag: Er hatte sich angebahnt. Schon vergangene Woche in Bergen hatte der VfL eigentlich vieles richtig gemacht – nur nicht in der entscheidenden Phase. Gegen Söhre schaute der VfL nicht in die Röhre. Eben weil die Brauereistädter beim Stand von 21:19 Mitte der zweiten Halbzeit trotz vergebener Hochkaräter nicht einknickten. Das 22:19 durch Janosch Kochale, zuvor noch dreimal in bester Position gescheitert, durchbrach die Kopf-Barriere. Wittingen zog auf 29:19 davon. Mühlenbruch freute sich, dass seine Schützlinge den Fehlwurf-Frust nicht mit in die Abwehr schleppten. „Das ist ein Nehmen und Geben und wir haben diesen Schritt gemacht. Die Mannschaft ist heute für ihr Engagement belohnt worden. Genau die Reaktion, die ich sehen wollte.“

Schon die erste Halbzeit war durchaus couragiert gewesen. Allerdings unterband der VfL das durchaus durchschaubare Spiel Söhres über Torjäger Daniel Hoppe und Spielertrainer Getautas zu selten. Vielleicht auch eine Folge der frühen Roten Karte gegen Arne Gades (13.). Doch in Hälfte zwei bekamen die Gastgeber die zwei Alleinunterhalter des Aufsteigers besser in Griff, zumal die Gäste bis auf den Keeper abbauten.

Mühlenbruch war heilfroh über Sieg Nr. 1. Mit Blick auf das nächste Spiel bei Staffelfavorit Stadtoldendorf meinte er: „Eminent wichtig!“ Als ihn die Fans übrigens nach dem Erfolg forderten, stutzte der Trainer kurz. Er sei halt kein Feier-Biest à la Louis van Gaal. Dann doch der Gang in die Kurve und die Rasur-Gestik. Der Bart ist ab!

Von Ingo Barrenscheen

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