Fußball – Wittinger Kreispokal, Achtelfinale: Knesebeck vergibt gegen Ummern 3:0 und kommt doch weiter

Wilde Achterbahnfahrt der Einhörner

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Auftakt für eine packende Pokalpartie: Sven Marquardt (Nr. 8) trifft für Knesebeck zur 1:0-Führung. Doch letztlich schlugen die Einhörner Ummern erst im Elfmeterschießen.

Knesebeck. Fast wäre der VfL Knesebeck vor dem Regen am späten Sonntagnachmittag noch in die Traufe gekommen.

3:0 hatten die Einhörner im Topspiel des Wittinger Kreispokals gegen den VfL Ummern zur Pause geführt – viele machten innerlich bereits einen Haken hinter den Viertelfinal-Einzug. Offenbar auch die Knesebecker Kicker selbst, denn in der atemberaubend turbulenten Schlussphase sorgten die Germanen mit drei Toren binnen fünf Minuten für das kaum noch für möglich gehaltene Comeback und ein Elfmeterschießen als dramatisches i-Tüpfelchen. Eine Aufholhagd ohne Ertrag, denn bei der Schlamm-Lotterie vom Punkt demonstrierte der Heim-VfL Eiseskälte (8:7).

„Die Zuschauer haben richtig was erlebt“, musste Knesebecks Coach Detlef Weber nach erst einmal tief durchatmen. Das das finale Harakiri für die Gastgeber aber glimpflich ausging, war ihm der Nervenkitzel im Nachhinein sogar ganz lieb: „In dem Moment ist es doch so viel schöner, als mit einem 3:0 gegen ein Topteam souverän vom Platz zu gehen.“ Andersherum fand man auch keinen geknickten Ummern-Coach Jörg Drangmeister vor: „Das ist ein gefühlter Sieg, weil ich die Reaktion meiner Mannschaft gesehen habe. Ich bin nicht schlecht gelaunt.“

Wobei: Etwa ab der 20. Minute des Pokal-Duells der beiden Kreisliga-Granden war Drangmeisters Laune für eine knappe halbe Stunde in den Keller gesackt. Ummerns Übungsleiter sprach angesichts der drei Knesebecker Tore (und es hätten gut und gerne auch fünf sein können, da Francesco Natale und Michel Kühne weitere Riesenchancen ausließen) von einem „absoluten Kontrollverlust“ bis zum Pausenpfiff. Weber indes schwärmte bis dahin: „Wir haben das Angriffsspiel absolut beherrscht.“

Das sollte sich ändern. Seine Spieler schalteten in den Verwaltungs-Modus. Womit sie auch lange Zeit durchkamen. Knesebecks Trainer „Wir haben das Offensivspiel eingestellt.“ Zudem hätten gleich drei Wechsel zur Pause den Spielfluss geraubt. Dann dann rutschte der Heim-VfL im wahrsten Sinne des Wortes aus. Bei zwei Toren lagen Knesebecker plötzlich auf dem Hosenboden, Ummern sagte dankte. Wobei Drangmeister trotz dieses Profits bemängelte: „Für mich war der Platz unbespielbar.“ Gerade die Strafräume seien wie Schmierseife gewesen und hätten „ihren Beitrag geleistet“, räumte auch Weber ein. Es kam dennoch zum Happy End. Weil alle Knesebecker die Elfer cool versenkten und Melvin Grabert als einziger an Maik Szillat scheiterte, der vorab seinem Schwager Dennis Berg selbst die Kugel eingeschenkt hatte.

Von Ingo Barrenscheen

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