RV Barwedel wartet bis kurz vor knapp

Notgedrungen: RFV Hankensbüttel sagt sein Reitturnier 2021 ab

Henriette Hagemann und die anderen Aktiven vom RFV Hankensbüttel müssen 2021 auf ihr heimisches Reitturnier verzichten.
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2019 hatten Henriette Hagemann und Co. noch ein Heimspiel auf dem Hof Bünte, 2021 wird es das große zweitägige Turnier des RFV Hankensbüttel höchstwahrscheinlich nicht geben. Der ursprüngliche Termin wurde abgesagt.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Sprakensehl/Barwedel – Vier Turniere waren bis dato für 2021 im Kalender der Pferdesportregion Aller-Oker hinterlegt. Allesamt abgesagt! Die Hoffnung auf Event Nummer fünf lebt. Noch ... Die Reitervereinigung Barwedel will für ihren 1. Mai-Wettbewerb bis kurz vor knapp warten. Hingegen hat der Reit- und Fahrverein Hankensbüttel hinter seinen Klassiker (15./16. Mai) schon einen Strich gemacht.

  • Hohe Auflagen, keine Einnahmen: Darum macht das Reitturnier 2021 für den RFV Hankensbüttel keinen Sinn.
  • Hoffnung auf kleine Ausweich-Alternativen bleibt bestehen.
  • Auch die RV Barwedel hat schon vorgebeugt...

Die Grüne Saison hierzulande kommt nicht in die Hufe. Weil die Corona-Pandemie nach wie vor die Zügel in den Händen hält. Und zwischenzeitlich im März das Pferde-Herpes dem Start zusätzlich einen Riegel vorschob. Extrem widrige Rahmenbedingungen, die auch den Veranstalter aus Hankensbüttel schweren Herzens zum Ziehen der Reißleine bewogen. Vor gut anderthalb Wochen hätten die Entscheidungsträger vom Hof Bünte bei Sprakensehl das Votum respektive Veto gefällt, erklärte der RFV-Vorsitzende Heinz Tiedje. „Wir haben alle Fürs und Widers diskutiert. Aber es macht bei der Lage für unseren Verein keinen Sinn.“

Wir haben alle Fürs und Widers diskutiert. Aber es macht bei der Lage für unseren Verein keinen Sinn.“

Heinz Tiedje, Vorsitzender des RFV Hankensbüttel, zur Absage des Turniers 2021

Verein scheitert nicht nur an Auflagen-Hürde

Bitter, weil die Nennungslisten teils schon prall gefüllt waren. „Einige Prüfungen waren ruck, zuck dicht. Die wollen alle los“, schildert Tiedje. Doch der Lockdown knallt den Veranstaltern im Prinzip die Stalltür vor den Nüstern zu. Die strikten Auflagen „können wir alle gar nicht erfüllen“, pointiert Hankensbüttels Vorreiter. Das ganze Turnier müsse auf einem Reitplatz ausgetragen werden – logistisch auf dem Hof Bünte „schwierig zu bewerkstelligen“. Hinzu kommen weitere Fallstricke. Etwa ausbleibende Sponsoring-Einnahmen? Viele Geschäftsleute hätten abgewunken, so Tiedje. „Sie fragen sich: Warum sollen wir sponsern, wenn keine Zuschauer kommen dürfen!?“ Auch eine Bewirtung ist nicht erlaubt. Dabei sind genau das die tragenden Finanz-Felder. Themen über Themen, die den Machern im Kopf rumschwirren. „Das alles fällt weg. Es gibt so viele Punkte, dass wir gesagt haben: Was soll das!?“, begründet Tiedje den zwangsläufigen Schritt.

Kleine Ersatz-Turniere im Hinterkopf

Vor gut 20 Jahren, als er gerade den Vorsitz des ländlichen Klubs übernommen hatte, musste die zweijährliche Pferdeleistungsschau schon einmal aufgrund der damals akuten Maul- und Klauenseuche gecancelt werden. Nun wieder. Was nicht ohne Folgen bleibt. Denn die Einnahmen würden den RFV Hankensbüttel „auch mit tragen. Finanziell wird’s nun schwierig. Wir müssen sehen, wie wir es regeln.“

Um einen Ausweichtermin 2021 hat sich der Ausrichter noch nicht bemüht. „Wir müssen erst einmal gucken, wie es sich entwickelt.“ Vielleicht werden kurzfristig Alternativen wie ein Late Entry-Turnier oder ein Angebot für die jüngsten Aktiven auf die Beine gestellt.

RV Barwedel hat schon Ausweichtermine

Indes hat die RV Barwedel noch nicht gänzlich die Flinte ins Korn geworfen. Sie wäre sowohl am 1. Mai wie auch später an Pfingsten (22./23. Mai, inklusive der Regionsmeisterschaften Springen/Dressur Ponies der PSR Aller-Oker) an der Reihe. In beiden Fällen will die Vorsitzende Frauke Wagner, die auch der PSR Aller-Oker vorsteht, bis kurz vor Ultimo abwarten. „Wenn, wird einen Tag vor Nennungsschluss abgesagt.“ Das geben die neuen Regeln des Landesverbands her, ohne das Gebühren fällig werden.

Alles steht und fällt mit den Corona-Inzidenzzahlen. Sinken sie im Kreis Gifhorn unter 100 (am Dienstag lagen sie bei 154,7), würden die Barwedeler die Prüfungen unter Einhaltung aller Hygiene-Auflagen auch durchziehen. „Weil wir davon leben. Wenn nichts in die Kasse kommt, sieht es bei jedem Verein mau aus“, unterstreicht Wagner. Durch einen Corona-Aufschlag beim Nenngeld würde wenigstens ein wenig Gewinn abfallen. Besser als nichts. Allerdings geht auch sie davon aus, dass am 25. April die Absage kommen wird. „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber wir sind noch weit weg von der 100.“ Zur Vorsicht hat die RVB bereits zwei Ersatz-Termine Ende Juni und Mitte August eintragen lassen.

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