Handball – Verbandsliga: Wittingen/Stöcken bricht bei HSG Oha kapital ein

Warum die plötzliche Ladehemmung?

Achselzucken bei Christian Gades: Der Coach der SG VfL Wittingen/Stöcken konnte sich teils nicht erklären, warum seine Mannschaft im Ostharz solch einen akuten Leistungsabfall in der zweiten Hälfte beklagte.
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Achselzucken bei Christian Gades: Der Coach der SG VfL Wittingen/Stöcken konnte sich teils nicht erklären, warum seine Mannschaft im Ostharz solch einen akuten Leistungsabfall in der zweiten Hälfte beklagte.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Herzberg – Man möchte meinen, dass es einen Trainer nach einer krachenden Auswärtspleite nicht direkt wieder an den Schauplatz des Schreckens zurückzieht.

Doch Christian Gades steuerte am gestrigen Sonntag, nur wenige Stunden nach der teils unerklärlichen 18:28 (12:10)-Abfuhr für seine SG VfL Wittingen/Stöcken in der Verbandsliga bei der HSG Oha, erneut in Richtung norddeutsches Hochland. Um sich zu erholen... „Ich will an so einem schönen Wochenende nicht mit einem schlechten, sondern einem guten Gefühl aus dem Harz wegfahren“, merkte er als kleinen Seitenhieb auf den gebrauchten Samstagabend an.

Zum zweiten Mal hintereinander versiebte Wittingen/Stöcken ein Gastspiel nach Strich und Faden, blieb wie schon gegen Rosdorf-Grone unter 20 Toren. Schlimmer noch: In der zweiten Halbzeit brachte die SG VfL im Verfolgerduell nur noch magere sechs Törchen zustande. In der Schlussviertelstunde deren zwei. Gewissermaßen bluteten die Brauereistädter also offensiv aus.

Warum? „Das ist tatsächlich die Frage, warum wir die zweite Hälfte so gespielt beziehungsweise nicht gespielt haben“, geriet Gades ein wenig in Erklärungsnot. Denn der kapitale Knick hatte sich nicht zwangsläufig angedeutet. Na klar: Wittingen/Stöcken fand schlecht in die Partie (3:6, 5:8, 7:10). Letztlich aber kein Indiz. Gades drehte an einigen Stellschrauben, brachte Kai Eschert für Jan-Philipp Goetzie und rotierte auf einigen Abwehrpositionen. Ein Wendepunkt. Mit fünf Treffern in Serie ging die SG VfL dann nicht einmal unverdient mit einer Führung in die Pause. Bemerkenswert vor allem der Schlusspunkt zum 12:10. Torsten Meyer sah nach einer Balleroberung am eigenen Sechsmeterraum, dass Ohas ansonsten bärenstarker Keeper zu weit vor seinem Kasten stand.

Doch das frisch aufgebaute Selbstvertrauen verpuffte schlagartig mit Rückkehr auf das Feld. Weil angesprochene Dinge ignoriert wurden, haderte Gades. „Da stehst du draußen und fragst dich: Warum!?“ Die Heimmacht aus dem Harz glich wieder aus. Als Knackpunkt erwiesen sich dann in kurzer Folge zwei (von insgesamt vier!) vergebenen Siebenmetern. Die SG VfL brachte nicht einen Strafwurf im Kasten unter. „Du machst die Dinger nicht rein und kriegst es hinten nicht verteidigt“, ärgerte sich der Coach. Weil dann auch weitere hundertprozentige Chancen liegen gelassen wurden (teils Pfostenpech) und Wittingen/Stöcken weder die Tiefe im Angriffsspiel noch das Blockverhalten in der Abwehr fand, nahm das Unheil seinen Lauf.

Die aktuelle Ladehemmung gibt Gades zu denken: „Das muss man hinterfragen, warum vorn wir wenig effektiv sind.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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