IK-Nachspielzeit: Viele Geschichten rund ums Gipfeltreffen / Verhaltene TSV-Freude

Walbaums witzige Welt des Fußballs

Es qualmte kräftig zwischen den Topteams – nach Schlusspfiff... Parsaus Fans zündelten ein wenig nach dem Gipfeltreffen beim FSV Vorhop-Schönewörde.
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Es qualmte kräftig zwischen den Topteams – nach Schlusspfiff... Parsaus Fans zündelten ein wenig nach dem Gipfeltreffen beim FSV Vorhop-Schönewörde.
  • Ingo Barrenscheen
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  • Rouven Peter
    Rouven Peter
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Isenhagener Land – Auf den Sportplätzen der Region war am Wochenende wieder einiges geboten.

Nur ein Fingerzeig

Es waren gelb-blaue und nicht weiße Rauchschwaden, die am Sonntag nach dem Gipfeltreffen der 1. Kreisklasse 1 auf dem Vorhoper Sportplatz aus der Fankurve des FC Germania Parsau aufzogen. Natürlich eine Anlehnung an die Vereinsfarben. Es hatte gewissermaßen aber auch einen übergeordneten symbolischen Charakter.

Denn wenngleich der FSV Vorhop-Schönewörde nach den Big Points (4:1) fünf Zähler vor den Germanen an der Tabellenspitze liegt, so ist der neue Papst, äh Primus, noch nicht endgültig gewählt, bekräftigten beide Parteien unisono. „Es war ein kleiner Fingerzeig und für die Momentaufnahme gut, aber bei weitem noch keine Entscheidung für die Saison“, wiegelte FSV-Pressewart Jan Henneicke ab. Einmal straucheln und schon sei der ärgste Verfolger wieder dran. Auch Parsaus Coach Sören Henke hat die Meisterschaft noch lange nicht abgehakt. „Die Saison ist noch brutal lang. Ich bin noch relativ tiefenentspannt und denke, dass es bis zum Ende spannend bleiben wird. Ich ärgere mich gerade nur für unsere Zuschauer, die wir herlocken konnten.“

Posts gehen durch Decke

Und noch einmal zu dem Publikumsmagneten des Wochenendes. Nur zu gerne kokettiert der FSV Vorhop-Schönewörde (wie zuvor schon der VfL Vorhop als Unikum) mit dem Spitznamen gallisches Dorf. Und genau das machte sich der äußerst findige Social-Media-Beauftragte Jan-Philip „Inge“ Walbaum zunutze, um die Werbetrommel zu rühren für das Duell der Unbesiegbaren gegen den FC Germania Parsau. Zu sehen auf Facebook und Co.: Eine Asterix-und-Obelix-Illustration mit Römern, die vor Angst bibbernd mit einem FCP-Emblem auf ihren Schildern vor den schlagfertigen Gastgebern stehen.

Aber auch Homer Simpson musste herhalten für das Ballyhoo. Damit nicht genug: Walbaum inszenierte vorab sogar ein kleines Video mit dramatischer Musik-Untermalung. Dieses wurde stolze 2839 Mal angeklickt! „Das ist wirklich der Wahnsinn“, freut sich der Urheber. Er wollte die Leute vom Sofa reißen. Mit Erfolg, immerhin strömten 250 bis 300 Zuschauer nach Vorhop. Walbaums FSV-Posts samt witziger und aktuell angelehnter Fotomontagen (etwa mit Donald Trump oder Jogi Löw), allesamt rein mit dem Handy erstellt, haben mittlerweile eine große Fangemeinde generiert, auch jenseits der Ortsgrenzen. „Ich finde, dass Vereine mit der Zeit gehen müssen. Und da war der Moment perfekt, als wir uns neu gegründet haben. Ich dachte, dass wir damit perfekt auf uns aufmerksam machen können. Und das klappt ganz gut. Uns folgen mittlerweile Leute aus Parsau, Wittingen oder Wahrenholz. Das sind ja sonst nicht gerade unsere größten Fans“, schmunzelt Walbaum.

Alt und Jung im Einklang

Wenn man so will, erwies sich der 2:0-Auswärtssieg des VfL Wahrenholz in der Bezirksliga in der entscheidenden Schlussphase als eine Art Generationen-Modell. Als Simon-Miles Soika, der seit Wochen aufgrund seiner finalen Prüfungsphase nicht trainieren kann, nach 78 Minuten erschöpft ausgewechselt werden musste, kam Routinier Timo Bock (38) noch einmal zu einem unverhofften Comeback für das Taterbusch-Team. Wohlgemerkt als Sturmspitze. In seiner aktiven Herrenzeit hatte sich Bock eher als Abwehrspieler verdient. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung fiel dann auch der Wahrenholzer Führungstreffer. „Er hat den Platz freigesperrt für Christopher Hartmanns Kopfballtreffer“, grinste Thielemann. Kurz vor Ultimo durfte sich dann auch noch der A-Jugendliche Dorian Henneicke seine ersten Sporen verdienen. „Er ist erst am 27. Oktober 18 Jahre alt geworden. Ein guter Junge. Der nächste, den ich aufbaue“, meinte der VfL-Coach.

Hauchzartes Aufatmen

Wer nach dem überlebenswichtigen 3:1-Erfolg des TSV Bergfeld im ultimativen Kellerduell der 1. Kreisklasse 1 gegen den Hoitlinger SV enorm erleichterte Fortunen erwartete, der sah sich getäuscht. Nach zuvor acht Niederlagen in Folge bewertete Raphael Erfurt, Torwart und Spartenleiter in Personalunion, den vermeintlichen Befreiungsschlag äußerst nüchtern.

„Die Erleichterung ist im Prinzip nicht groß, weil die drei Punkte eingeplant waren. Hoitlingen ist halt die schlagbarste Mannschaft, das war eine Muss-Aufgabe.“ Auch in den Wochen zuvor hätte Bergfeld phasenweise ordentlich mitgehalten, doch nach Gegentoren seien schnell die Köpfe nach unten gegangen, erklärte Erfurt. Auch gegen den HSV wurde es nach hinten heraus wacklig. „Wenn wir über 90 Minuten durchziehen, gerät der Sieg nie in Gefahr...“

Hartes Los für MTV

Es hätte den ranghöchsten Kreisvertreter bedeutend leichter treffen können... Die Auslosung für das Halbfinale im NFV-Pokal hat dem Oberligisten MTV Gifhorn nicht nur den vermeintlich stärksten verbliebenen Gegner eingebrockt, sondern obendrein auch noch ein Auswärtsspiel. Die Mannschaft von Michael Spies muss an Ostern 2020 zum SC Spelle-Venhaus reisen.

Beim aktuellen Tabellenvierten der Oberliga unterlagen die Schwarz-Gelben Ende September im Punktspiel mit 1:3. Das zweite Semifinale bestreiten der MTV Eintracht Celle und FC Hagen/Uthlede. Das Endspiel um den Niedersachsenpokal steigt am Sonnabend, 23. Mai 2020, im Rahmen des fünften Finaltags der Amateure im Eilenriedestadion Hannover und wird live auf ARD übertragen. Der Sieger qualifiziert sich für den DFB-Pokal.

Premieren-Treffer

Viel schöner kann der Moment für ein Premieren-Tor kaum sein. Maximilian Kutz hatte bis zum Sonntag noch keinen Treffer im Herrenbereich erzielt. Und dann markierte er auch noch ausgerechnet das 1:0 für seinen Kreisligisten VfL Germania Ummern im Gastspiel beim VfL Wittingen/Suderwittingen (Endstand: 5:0). „In der Kabine kriegt er von seinen Kollegen oft dumme Sprüche, dabei wünscht er sich immer, dass er endlich mal trifft“, verriet sein Trainer Jörg Drangmeister mit einem Schmunzeln. So geht Kutz nach ruhenden Bällen fast immer mit nach vorne. So auch am Sonntag. Und tatsächlich sprang ihm das Leder nach einer Viertelstunde so einladend vor die Füße, dass Kutz endlich jubeln durfte. „Die ganze Mannschaft hat sich mit ihm gefreut“, so Drangmeister. Ein toller Tag für den Verteidiger, der auch hinten wieder seinen Mann stand.

Stürmer als Verteidiger

Eigentlich kennt man ihn eher als Stürmer. Doch er kann anscheinend auch verteidigen. Die Rede ist von Sebastian Seidler in Diensten des FC Ohretal (1. Kreisklasse 1). Dieser kommt neuerdings nicht mehr im Angriff zum Einsatz, sondern vor der Abwehr. So auch am Sonntag beim 1:3 gegen den SV Tülau/Voitze. „Er spielt diese Position nun schon seit mehreren Wochen und macht seine Sache eigentlich gut“, verriet FCO-Trainer Axel Krüger. Zwar konnte Seidler die Niederlage seines Teams nicht verhindern, bestach aber einmal mehr mit großem Einsatz.

VON INGO BARRENSCHEEN, FLORIAN SCHULZ UND ROUVEN PETER

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