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Wahrenholz steigt in die Landesliga auf: „Haben uns gekrönt für eine geile Saison!“

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Von: Ingo Barrenscheen

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Aufstiegs-Gruppenfoto des VfL Wahrenholz.
„Die Nummer 1 im Kreis sind wir...!“ Nun, das stimmt zwar so nicht ganz (immerhin spielen die anderen Schwarz-Gelben vom MTV Gifhorn in der Oberliga), aber diese leichte Übertreibung konnte man dem VfL Wahrenholz nach dem vollbrachten Landesliga-Aufstieg nachsehen. © Ingo Barrenscheen

Es ist vollbracht! Dem Fußball-Bezirksligisten VfL Wahrenholz reicht ein 1:1 gegen den TSV Hehlingen zum Aufstieg in die Landesliga, da der FC Brome im Parallelspiel mit 2:5 beim SV Gifhorn unterlag.

Wahrenholz – Da stand Thorsten Thielemann nun wie ein begossener Pudel. Aber nicht etwa, weil der VfL Wahrenholz auf den letzten Saison-Metern noch den Eintrag in die Geschichtsbücher verpasst hatte. Sondern weil ihm seine Spieler eine Bier-/Sekt-Dusche verabreichten, die sich gewaschen hatte. Natürlich kam der Meistermacher am gestrigen Sonntag nicht ungeschoren davon. Aber das nahm er lächelnd in Kauf. Genauso wie den unbedeutenden Umstand, dass das Taterbusch-Team den langersehnten wie erstmaligen Aufstieg in die Fußball-Landesliga nur mit einem 1:1 zuhause gegen den TSV Hehlingen besiegelten.

Thielemann empfand in diesem Moment kurz nach dem Schlusspfiff respektive Anpfiff zur ausgiebigen dritten Halbzeit (wer Wahrenholz kennt, weiß um die Party Hard-Qualitäten...) einfach nur „Stolz. Wir haben uns gekrönt für eine geile Saison mit Höhen und Tiefen!“ Da geriet das bedingt meisterliche Abschluss-Remis und der späte Hehlinger Ausgleichstreffer völlig ins Hintertreffen. „Na klar ärgert mich das Gegentor. Aber heute ist das scheißegal“, konstatierte der VfL-Coach freudetrunken. Immerhin sei der Quantensprung auf die höchste Stufe der Bezirks-Ebene „etwas ganz Historisches“. Ein Moment für die Ewigkeit, der sich für immer in die Annalen des Vereins einbrennen wird. Thielemann müsse, wenngleich ja vieles im Vorfeld schon auf den Wahrenholzer Titelgewinn hindeutete, „erst einmal realisieren“. Zweite Amtshandlung: Der Griff zum Handy, um schnell die werte Frau Mama anzurufen. „Die ist auf Reha, ich muss sie ein bisschen beruhigen“, grinste Thielemann.

Das galt im Übrigen auch für seine (teils noch junge) Mannschaft vor den wichtigsten 90 Minuten aller Zeiten. Als der Dirigent die Schwarz-Gelben in der Kabine um sich scharte, machten seine Antennen eindeutig Lampenfieber aus. „Ich habe sie nur gefragt: Seid ihr so nervös wie ich!? Das macht nichts.“

Gehört eben dazu an so einem speziellen Tag, an dem Helden geboren werden können. In der Tat benötigte der Spitzenreiter der Bezirksliga-Meisterrunde etwas Anlaufzeit, um gegen das Schlusslicht etwas Fahrt aufzunehmen. Doch trotz in Summe 4:1-Hochkarätern (siehe Spielfilm rechts) für Wahrenholz stand zur Pause eine Nullnummer zubuche. Thielemann bemängelte: „Wir hätten führen müssen.“

Was die Gemüter zweifelsohne beruhigte: Zu diesem Zeitpunkt lag Aufstiegs-Rivale FC Brome bei der SV Gifhorn bereits klar mit 1:4 im Hintertreffen. Es roch also schon zur Halbzeit schwer nach Aufstieg am Taterbusch. Dabei hatte Thielemann eigentlich die Ergebnis-Einblender vom anderen Schauplatz des Geschehens verboten. „Ich habe nur gerufen: Ich will nichts hören.“ Um seine Riege nicht womöglich noch hibbeliger zu machen. Aber logisch sickerte der Zwischenstand von der Eyßelheide durch.

Als dann Jan-Patrick Schön kurz nach Wiederbeginn auch noch das erlösende 1:0 für den VfL erzielte (49.), war die Landesliga fast geritzt. Daran änderte auch Bromes 4:2 in der Ferne genauso wenig wie kurz vor Ultimo Hehlingens Treffer vor Ort. Wahrenholz hatte längst in den Verwaltungs-Modus geschaltet (Thielemann: „Zu ruhig, zu viel hinten rum“) und zählte innerlich die Minuten bis zur großen Sause herunter.

Tatsächlich Landesliga! Das hatte weder vor noch zwischendurch während der Saison jemand für möglich gehalten in Wahrenholz. Thielemann gestand: Nach der Hinspielniederlage gegen Brome (sechs Punkte Rückstand) hatte er gedacht: „Das war’s! Aber sie haben uns wieder reingelassen.“ Der 11:0-Kantersieg im ersten Duell mit Hehlingen sei dann „das Schlüsselerlebnis“ gewesen. Schwarz-Gelb auf dem Olymp der Gefühle. Das wird noch eine Weile anhalten.

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