Frauenfußball: Taterbusch-Kickerinnen ziehen sich personalbedingt in die Bezirksliga zurück

Wahrenholz gibt die Landesliga auf

Sie haben es in der Landesliga immer gerade so geschafft. Nun geben die Wahrenholzerinnen (M. Sylvana Schmolke) klein bei und starten einen neuen Anlauf.
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Sie haben es in der Landesliga immer gerade so geschafft. Nun geben die Wahrenholzerinnen (M. Sylvana Schmolke) klein bei und starten einen neuen Anlauf.

Wahrenholz – Sie hatten schon lange diesen lastigen Gedanken im Kopf. Und als die Fußball-Frauen des VfL Wahrenholz am vergangenen Freitag zum finalen Gesprächs(mittel)kreis zusammenkamen, dürfte bei einigen die Erleichterung groß gewesen sein. Befreit von der Last Landesliga.

Das Taterbusch-Team zieht sich zur neuen Saison, wie bereits avisiert (das IK berichtete), freiwillig in die Bezirksliga zurück.

Kurz zuvor hatte es endgültig grünes Licht von Staffelleiter Thorsten Tunkel gegeben. Bevor Trainer Stefan Theuerkauf mit dieser Kunde an die 22 Spielerinnen herantrat und noch einmal alle Punkte abgewogen wurden, hatte der Mannschaftsrat getagt. Und schon da hätte Kapitän Nadine Hannuschka prognostiziert, dass sie „sich vorstellen kann, dass vielen ein Stein vom Herzen fällt“, schilderte Theuerkauf. So war es dann auch. Immerhin waren es die Spielerinnen selbst gewesen, die mit dem Wunsch des Rückschritts an den Verein herangetreten waren.

„Jahrelang am Limit“

Der Runter-Gang: Eine logische Schlussfolgerung des Abnutzungskampfes der vergangenen drei Jahre und des Ist-Zustands. Die Diskussion ist in Wahrenholz nicht neu. „Wir waren jahrelang am Limit, einmal haben wir uns nur dank eines Tores gerettet. Irgendwann lässt auch die Motivation nach, es kommen Selbstzweifel auf. Das ist mental ganz schön anstrengend“, erklärte der VfL-Coach mit Blick auf den Dauer-Abstiegskampf in der Landesliga. Das sei gerade in den Heimspielen spürbar ans Nervenkostüm gegangen. Zwar war er felsenfest davon überzeugt, dass es die Schwarz-Gelben auch ohne Saison-Abbruch aus eigener Kraft gepackt hätten. Doch mit welcher Aussicht!?

Mit voller Kapelle würde der VfL in diese Spielklasse gehören, versichert Theuerkauf. Nur brechen aus dem dauergefährdeten Konstrukt mit Aline-Kristin Claus (Karriereende) und Theresa Schulze (Mitbegründerin des Frauenfußballs beim FC Ohretal) zwei Säulen fest weg. Hinzu kommen mit Pia Alms, Jil Pieper und Torhüterin Bastiane Kraasz – neben den Müttern im Team – drei weitere Stammkräfte, die studienbedingt nur noch sporadisch greifbar wären. Und schon ist die Achse arg ausgedünnt.

Durchdachter Rückzug

Andersherum stoßen im Laufe des Jahres drei bisherige B-Jugendliche zum Kader, wenn sie ihr 16. Lebensjahr erreicht haben. „Allein der Sprung von Klein- auf Großfeld ist schon groß genug. Da sind wir in der Bezirksliga besser aufgehoben, bevor wir immer die Hucke voll kriegen“, begründet Theuerkauf den Entschluss, sich eine Etage tiefer anzusiedeln. „Ich denke, das ist der richtige Weg. Wir versuchen, uns in der Bezirksliga richtig zu finden und Selbstvertrauen zu tanken.“ Und in diesem Kontext zitiert er gewissermaßen aus dem Song „Hoch“ von Tim Bendzko: „Wir gehen nicht zurück, wir nehmen nur Anlauf. Vielleicht kommen wir in zwei, drei Jahren wieder hoch.“

VON INGO BARRENSCHEEN

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