Fußball – Kreisliga: VfL-Kapitän und Urgestein verrät sein Geheimrezept

Vorhops magischer Koch

Vorhops Miraculix: Kapitän Torsten Koch (r.) flößte dem VfL im jüngsten Heimspiel gegen Müden verbalen Zaubertrank ein und war so mitverantwortlich für die Wende. Foto: Barrenscheen
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Vorhops Miraculix: Kapitän Torsten Koch (r.) flößte dem VfL im jüngsten Heimspiel gegen Müden verbalen Zaubertrank ein und war so mitverantwortlich für die Wende.
  • VonAndreas Arens
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Vorhop. Das kleine gallische Dorf der Fußball-Kreisliga – so bezeichnet sich der VfL Vorhop von Zeit zu Zeit selbst ganz gerne. Seit Jahren zeigen sich die Asterixe und Obelixe des Isenhagener Landes wehrhaft gegen die Okkupation der großen Nachbarn.

Die wichtigste Zutat für den Erfolg der Gallier ist bekanntermaßen der Zaubertrank des Druiden. Der Miraculix des VfL ist aber kein Druide, sondern Koch. Genauer gesagt Torsten Koch. Im IK-Ligatalk spricht Vorhops Kapitän über sein geheimes Motivations-Rezept, die große Bindung zu seinem Heimatverein und das kommende Spiel beim FC Brome (Sonntag, 15 Uhr).

Besonders mirakulös waren in dieser Saison die beiden VfL-Auftritte gegen den TuS Müden-Dieckhorst (3:2 nach 1:2 vor einer Woche, 6:6 nach 1:6 im Hinspiel). In beiden Spielen war Majestix Thorsten Thielemann verhindert, beide Male lag Vorhop lange, lange teils haushoch zurück. Doch dann setzte Koch zu Halbzeitansprachen an, die sich gewaschen hatten und ihre Wirkung nicht verfehlten. „Im Rückspiel haben wir die erste Halbzeit total verschlafen. Bei mir hatte sich da Frust aufgebaut und der musste mal raus“, beschreibt der Sechser die Motivation zur Motivationsrede. Mit Treffern in der 84. und 87. Minute fuhren die Roten schließlich doch noch drei Punkte ein.

Unfassbar spektakulär war die Situation im Oktober in Müden: Nach 61 Minuten stand es 6:1 für die Gastgeber. Auch hier hatte Motivator Koch seine Finger im Spiel. Mit Erfolg: In der 90. Minute schaffte Vorhop das 5:6, in der Nachspielzeit sorgte der Kapitän höchstpersönlich für das 6:6. Doch seine eigene Rolle will Koch nicht zu hoch hängen: „So etwas ist immer eine Mannschaftsleistung.“ Und auch Trainer Thielemann habe es schon geschafft, sein Team mit Kabinenpredigten wieder in die Spur zu bringen. Letztendlich sei etwas anderes entscheidend: „Wir kommen über den Kampf und haben die Power über 90 Minuten.“

Klingt ebenfalls verdächtig nach den berühmten französischen Comic-Helden, die ein ähnlich eingeschworener Haufen wie die Vorhoper sind (Koch: „Wir verstehen uns untereinander alle sehr gut.“). Auch die Heimatverbundenheit kommt beim VfL nicht zu kurz. Zumindest nicht bei dem 30-Jährigen, der noch nie für einen anderen Verein auflief als seinen Herzensclub. Und das wird sich auch nicht mehr ändern: „Ich bin Vorhoper und ich bleibe Vorhoper.“

Nun, wenn Koch und Co. die Gallier sind, sind die Bromer gewiss nicht die Römer. Denn eigentlich verbindet beide Clubs eher eine Freundschaft; nicht zuletzt, weil Thielemann aus dem Südzipfel des Isenhagener Landes stammt. Der Zaubertrank könnte folglich erst nach dem Spiel ausgeschenkt werden. Da muss dann der ein oder andere in Reminiszenz an Obelix in den sauren Apfel beißen und den Fahrdienst übernehmen. Zuvor wird aber Fußball gespielt. Und in dieser Hinsicht hat Miraculix Koch schon einen Plan, wie den Burgherren beizukommen ist: „Brome ist in der Offensive sehr gut. Chancen sehe ich eher hinten in der Viererkette.“ In die sich auftuenden Schnittstellen müsse der VfL spielen. Wenn das klappt, dürften sich am Ende wieder alle zum obligatorischen Festmahl einfinden, um den Sieg zu feiern.

Von Andreas Arens

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