Vorhop als Vorzeige-Konstante

Finger weg! Während der VfL Wittingen/S. (2. v. l. Christian Brauner) in der Fairplay-Statistik abrutschte, blieb der VfL Vorhop in der Hinrunde eine Konstante in Sachen Vorbildfunktion.

Gifhorn – Von Ingo Barrenscheen. Wer hat sich vortrefflich auf dem Fußballplatz verhalten? Und wo sitzen die „foul“en Eier? Darüber gibt seit 1992 die VGH-Fairness-Cup-Wertung Aufschluss. In diese fließen alle niedersächsischen Klubs von der Bundes- bis runter zur Kreisliga ein – 1069 an der Zahl! Nun hat der der NFV die Halbzeit-Bilanz veröffentlicht. Und im Kreis Gifhorn gab es eine Wachsblösung in der Benimm-Tabelle.

Neuer Vorzeige-Klub ist momentan der TSV Grußendorf. Landesweit rangiert der Kreisligist auf Position 78. Eine stolze Zwischenbilanz. Niedersachsens Musterkicker kommen übrigens vom VfL Stade II: Die Nordlichter handelten sich in 16 Spielen gerade einmal 14 gelbe Karten ein. Sonst nichts. Behalten die Stader diesen Stil bei, können sie sich auf ein Wochenendtrainingslager im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen freuen – dieser Preis winkt dem Gewinner des Wettbewerbs.

Einen Platz abgerutscht im Gifhorner Ranking, aber immer noch in den Champions-League-Rängen in Sachen Fairness ist der VfL Wahrenholz. Der vorsaisonale Kreisbeste griff nach dem Aufstieg in die Bezirksliga trotz größerer Herausforderungen bisher nur bedingt zu unfairen Mitteln.

Ein absoluter Dauerbrenner hierzulande ist der VfL Vorhop. Der Kreis-Sieger von 2007 und 2009 teilt sich mit dem MTV Gifhorn II Rang drei. „Wenn wir nicht benachteiligt worden wären, würden wir auf Platz eins stehen“, meint Trainer Bernd Borchers. Speziell die einzige Rote Karte der Hinserie schlug ein wenig ins Kontor. „Das war keine“, so Vorhops Coach. Er misst dem Betragen auf und abseits des grünen Rasens schon eine große Bedeutung zu: „Das ist schon eine Genugtuung, wenn man in dieser Liste oben dabei ist. Das zeugt auch von der Mannschaft, dass sie nicht mit groben Fouls spielt. Ich will kein liebes, aber faires Team haben.“ Für die zweite Saisonhälfte kündigt er Grußendorf und Wahrenholz deshalb eine Aufholjagd an. „Zweiter werden wir noch...“

Vom Titel Saubermänner entfernt hat sich Kreisligist VfL Wittingen/S. In der Abschlusswertung der Vorsaison noch Gifhorns Nr. 3, rangieren die Brauereistädter nun nur noch im unteren Mittelfeld. Bedingt durch vier Rote Karten! „Zwei davon waren unnötig. Aber ich sehe das nicht ganz so dramatisch. Es ist ja nicht so, dass wir sie für Tätlichkeiten kassiert haben. Wir sind keine Bad Boys“, nimmt Trainer Michael Richert den Abstieg gelassen hin. Er kündigt aber Besserung an.

Die hat auch Bezirksligist SSV Didderse dringend nötig. Gifhorns Rüpel liegen niedersachsenweit auf Position 1048. Nur 21 Teams langten bis dato noch mehr zu.

Insgesamt wurden für den VGH-Fairness-Cup rund 7650 Spiele ausgewertet. 34334 gelbe, 1943 gelb-rote und 1084 rote Karten wurden in der Hinrunde von den Schiedsrichtern gezückt, hinzu kommen 104 Sportgerichtsurteile bzw. das Nichtantreten von Mannschaften. Im Gesamt-Vergleich aller 47 NFV-Kreise ist Gifhorn übrigens nur 44. Steigerungsfähig!

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