Fußball – Kreisliga: VfL durch Pleite so gut wie abgestiegen

Vorhop sieht kaum noch Land

Wer ist hier wem überlegen!? Der FC Brome (l. Erik Weis) schlug den SV Westerbeck letztlich mit 2:1.
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Wer ist hier wem überlegen!? Der FC Brome (l. Erik Weis) schlug den SV Westerbeck letztlich mit 2:1. 

Isenhagener Land – Es sieht ganz danach aus, als muss die künftige Kanal-Kicker-Koalition ihren Neuaufang in der 1.  Fußball-Kreisklasse starten.

Denn der VfL Vorhop, der zur neuen Saison mit dem Nachbarn Schönewörde fusioniert, scheint sein angestammtes Kreisliga-Revier nicht verteidigen zu können. Auch das nächste Endspiel in Meinersen ging verloren, die Aussichten auf eine Rettung schwinden immer mehr. Derweil dürfen der FC Brome und VfL Knesebeck – in der mittlerweile bereinigten Tabelle nach Gifhorns Aus – weiter vom Aufstieg träumen.

SV Westerbeck – FC Brome 1:2 (0:2)

Am Ende schwitzten sie, nicht nur aufgrund der warmen Temperaturen, Blut und Wasser...

Wer ist hier wem überlegen!? Der FC Brome (l. Erik Weis) schlug den SV Westerbeck letztlich mit 2:1. 

Bromes Kicker retteten mit Ach und Krach einen Auswärtssieg gegen zehn Westerbecker über die Zeit. Dabei hatte nach der ersten Halbzeit alles nach einem entspannten Ostersamstag-Nachmittag ausgesehen. Der FCB hatte seinen Aufwärtstrend scheinbar konserviert und zog durch Michael März und Mahmut Chabaan mit 2:0 in Front. Letzterer verwandelte einen Freistoß, nachdem Marvin Keller mit einer Notbremse per Grätsche von hinten umgesenst worden war und Übeltäter Dennis Vogel vom Platz flog (23.). „Die meisten Schiris sagen bei so etwas: Es ist noch früh, machen wir Gelb. Aber es war eine absolut berechtigte Rote Karte“, urteilte Bromes Teammanager Hendrik Joswig. Doch bis zur Pause spielten die Gäste ihre Konter nicht sauber zu Ende. Und so wurde es noch einmal brenzlig. Westerbeck gab sich nicht auf, gewann die Zweikampf-Oberhand und stellte per Wembley-Tor (mehr dazu in der IK-Nachspielzeit) zeitig den Anschluss her. Da Keller auch die Riesen-Gelegenheit zum Knockout liegen ließ (75.), zitterten die Bromer. Genauso wie das Gebälk: Westerbeck traf in der Nachspielzeit nur den Pfosten! Zudem ließ FCB-Keeper Tim Schulze auch noch das Leder fallen. Ohne Folgen. Joswig pustete tief durch: „Das war ganz schön hektisch...“

SV Meinersen – VfL Vorhop 1:0 (0:0)

So ganz wollte Walter Dürkop den letzten Strohhalm noch nicht zerknicken. Obwohl er vor dem Gastspiel in Meinersen gesagt hatte, dass der Vorhoper Abstieg bei einer Niederlage besiegelt sei, ließ er die Hintertür noch einen Mini-Spalt offen. „Wenn man realistisch ist, sagt man: Das war’s! Aber im Fußball weiß man nie“, erklärte der VfL-Coach nach der nächsten Pleite in einem Schicksalsspiel. Dank des goldenen Treffers von Ahmet Fazliu in der 84. Minute setzte sich Kellerkonkurrent Meinersen im Tableau auf neun Punkte ab. Wobei das gallische Dorf „auch ein Punkt nicht weitergebracht“ hätte, meinte Dürkop. „Klar sind alle niedergeschlagen, man wünscht sich andere Ostereier im Nest.“ An und für sich hätte sich eine klassische Nullnummer in Meinersen abgespielt, bei der die Vorhoper ihre wenigen Chancen einmal mehr nicht nutzten. Ein SVM-Konter hingegen saß. „Und dann sitzt du da wie ein Drops. Da nützt der ganze Respekt nichts, wenn du den Bock nicht umstößt“, haderte Dürkop.

Wesendorfer SC – VfL Knesebeck

Mit dem einen Punkt kann sich der Wesendorfer SC wohl mehr anfreunden als der VfL Knesebeck. Zumal der abgefälschte Schuss von Waldemar Bier erst kurz vor Abpfiff den Weg in die Maschen fand. Denn nach einem Remis nach 90 Minuten sah es zu Beginn wahrlich nicht aus.

Vermehrt angelaufen, aber dennoch nur Unentschieden gespielt: Der VfL Knesebeck (M. Toni Roggenbach) hadert mit dem 1:1 beim Wesendorfer SC.

Denn die Knesebecker zeigten sofort, dass sie das Spiel bestimmen wollten. Ein Angriff nach dem anderen sah der WSC auf sich zurollen. Die Hausherren dagegen enttäuschten, eben bis auf Keeper Stefan Will. An ihm lag es, dass die Gäste nur mit einer knappen Führung in die Kabine gingen. Lediglich in der 33. Spielminute musste Will hinter sich greifen, als Andre Haven sich gegen drei Gegenspieler durchsetzte und trocken aus fünf Metern einnetzte. „Wir sind gar nicht ins Spiel gekommen. Knesebeck war uns in allen Belangen überlegen“, seufzte WSC-Coach Matthias Hopp. Auch deswegen fiel seine Kabinenansprache ungemein lauter aus als sonst. Aber: Es schien zu fruchten. Mit langen Bällen stiftete der Gastgeber mehr Unruhe im gegnerischen Sechzehner. Und wurde dann eben kurz vor Schluss belohnt. Bier setzte etwas unorthodox mit der Pike zum Schuss an und sollte damit auch noch Glück haben.

„Es war kein schönes Tor, aber danach fragt später auch keiner mehr“, schmunzelte Hopp über den glücklichen Punktgewinn. Sein Gegenüber Detlef Weber dagegen haderte natürlich mit dem Chancenwucher: „Das ist schon sehr ärgerlich. Denn aus den vielen Möglichkeiten müssen wir vorher das 2:0 machen.“

VON INGO BARRENSCHEEN UND JANNIS KLIMBURG

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