Vorhop hat das gewisse Etwas

Viele Zuschauer auf und neben dem Feld... Die Sportwoche des VfL Vorhop ist seit Anbeginn ein Magnet für die besten Nordkreis-Teams und das Publikum. Foto: Barrenscheen

Vorhop. Ein Blick auf die vergangenen Jahre der Ahnengalerie könnte Langeweile vermitteln. Doch weit gefehlt! Obwohl der Wesendorfer SC zuletzt dreimal in Folge den heiß begehrten Wochenpokal gewonnen hat, verspüren die Klubs vor der unmittelbar bevorstehenden Sportwoche des VfL Vorhop wieder das gewisse Kribbeln.

Ein Reiz, den im nördlichen Vorbereitungs-Reigen nur Vorhop ausübt. Seit 1975. Warum, weiß niemand so genau. Es ist einfach so. „Das war damals schon so, als ich selbst noch gespielt habe, und ist die ganzen Jahre über so geblieben. Schön“, sagt Wesendorfs Coach Jürgen Fromhage. Die Sportwoche sei das einzige Turnier, „wo noch Zuschauer kommen. Das macht schon Spaß. Es hat eine gewisse Atmosphäre.“ Und die soll Spieler und Zaungäste auch 2011 wieder in ihren Bann ziehen.

Dem renommierten Wochenpokal ist am morgigen Sonntag, 17. Juli, ein sanfter Aufgalopp vorgeschaltet. Dabei haben auch die Teams des Gastgebers ihren fußballerischen Auftritt: Ab 14 Uhr steigt das Turnier der 2. und 3. Kreisklasse. Mit dabei neben den Lokalmatadoren vom VfL Vorhop II sind der VfL Wahrenholz III, SV Teschendorf/S., Wesendorfer SC II und SV Hagen-Mahnburg. Und auch Vorhops Erste präsentiert sich erstmals in diesem Sommer: Für das Freundschaftsspiel ab 17 Uhr wurde die SV Meinersen gewonnen. „Kreisliga gegen Kreisliga – das passt“, meint der VfL-Vorsitzende Nicky Urbanitsch. Er misst der Test-Premiere für die Platzherren aber keine allzu große Bedeutung bei. „Wir haben einen neuen Trainer, der das Spielsystem umstellen will. Das muss sich erst finden. Deshalb würde ich das Spiel nicht als Richtwert sehen.“

Zum Ausklang des ersten Tages in Vorhop baut der Ausrichter dann Beamer und Leinwand für die Übertragung des Frauen-WM-Endspiels auf. Natürlich hätte sich Urbanitsch das deutsche Team im Finale gewünscht. „So hatten wir uns das eigentlich gedacht. Aber es hat leider nicht geklappt. Dann gucken wir halt Japan gegen USA.“

Ab dem kommenden Montag, 18. Juli, richten sich die Blicke dann wieder auf die Live-Bilder vor Ort. Anpfiff zum Wochenpokal. Spätestens dann dürfte Vorhop wieder zur Pilgerstätte werden. Bei der Frage nach seinem Turniertipp sagt Urbanitsch: „Die üblichen Verdächtigen. Wesendorf hat immer eine sehr gute Frühform. Und Wahrenholz ist auch schwer zu schlagen. Ich bin aber auch gespannt, was die anderen machen.“

Triple-Sieger WSC weist trotz der glorreichen Vergangenheit die Favoritenrolle von sich. Aus gutem Grund. „Es wird in diesem Jahr verdammt schwer sein, den Titel zu verteidigen. Zuletzt waren wir fast immer vollzählig, nun sind wir arg gebeutelt“, erklärt Wesendorfs Übungsleiter Fromhage. Neben vielen anderen Kräften sind auch beide Torhüter verhindert. „Wir werden schon einen ausbuddeln“, schmunzelt der alte Turnierhase. Abschenken werde der WSC jedenfalls nichts in der Gruppe B mit dem SV Hankensbüttel und TSV Schönewörde.

Das gilt auch für den absoluten Turnier-Neuling SV Langwedel. Dieser rutschte kurzerhand durch die Absage des VfL Knesebeck ins attraktive Sechserfeld. „Wir haben nicht lange gezögert“, lässt Trainer Naim Fetahu seine Vorfreude auf Vorhop durchblicken. Auch er kennt den Wettbewerb wie seine Westentasche. Sein Urteil: „Gute Stimmung, attraktive Gegner.“ Pikanterweise trifft Fetahu in der Vorrundengruppe A auf seine beiden Ex-Klubs VfL Wahrenholz und VfL Wittingen/S. Auch der Vizemeister der 1. Kreisklasse 1 tritt nicht in Bestbesetzung an, stapelt daher tief. Der Coach: „Wir wollen nicht beide Spiele verlieren.“

Von Ingo Barrenscheen

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