Fußball – Wittinger Kreispokal, Achtelfinale: Vereine befürchten durch Regen Spielausfälle / Highlight in Knesebeck

Viele Plätze kriegen weiche Knie...

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Kommt es am Sonntag zum Wiedersehen? Oder einem Spielausfall? Im Punktspiel gewann der VfL Knesebeck (l. Sven Marquardt) beim Kreisliga-Primus VfL Ummern mit 3:1.

Wenn sich das Wetter doch nur steuern oder konservieren ließe: Die hiesigen Fußball-Clubs hätten die zehn Grad plus Sonnenschein von Dienstag und Mittwoch in eine Vorrats-Dose gepackt und würden die Büchse des Petrus’ am kommenden Sonntag (14 Uhr) für das Achtelfinale des Wittinger Kreispokals wieder öffnen.

Doch derlei Gedankenspiele sind Science Fiction. Und so ist angesichts der Dauerregen-Prognosen zu befürchten, dass die Ausfall-Quote hoch sein könnte. .

TSV Fortuna Bergfeld – TuS Ehra-Lessien

Schon am Vorsonntag seien die Platzverhältnisse „kriminell“ gewesen, meint Bergfelds Übungsleiter Jörg Hoffmann. Nun droht erst Recht eine Schlammpackung. Zumal er gegen seinen Ex-Verein Ehra-Lessien ohnehin von einem „harten Fight“ ausgeht. „Das ist immer brisant.“ Nach der 3:5-Schlappe der Fortunen im Punktspiel sei definitiv noch eine Rechnung offen. Hoffmann wünscht sich aber sehnlichst, dass die Begegnung noch über die Bühne geht. „Wir sind froh, wenn die Sache vorbei ist.“ Also die Hinrunde. Nicht die Teilnahme am Pokalwettbewerb...

VfL Knesebeck – VfL Germania Ummern

Für den Blick in die Glaskugel bräuchten Knesebeck wie Ummern einen eingebauten Scheibenwischer... „Wir wollen die Spiele dieses Jahr noch durchkriegen, aber das kann erst wieder am Sonntagmorgen entschieden werden“, verweist VfL-Coach Detlef Weber auf die vagen Verhältnisse. Der Ernst-Hiestermann-Platz wurde schon in der Vorwoche gesperrt. Auf dem Ausweich-Geläuf oben gehe ohnehin nichts, so Weber. „Auf unserem B-Platz ist durch den trockenen Sommer die Grasnarbe sowas von kaputt.“ Bliebe gegebenenfalls, im Cup möglich, ein Heimrechttausch. Doch auch Ummerns Trainer Jörg Drangmeister ist leicht am skepseln. „Ich gehe nicht unbedingt davon aus, dass wir in diesem Jahr noch spielen.“ Egal wo: Ertönt doch der Anpfiff, können sich die Zuschauer auf ein Advents-Schmankerl freuen. „Das kann eigentlich nur ein gutes Spiel werden“, meint Weber. „Ich freuen mich auf Ummerns offensive Kraft, um selbst zu sehen, wie wir gegenhalten können.“ Immerhin ist es das Duell bester Angriff gegen beste Abwehr. Drangmeister rechnet mit „einem knappen Ding mit offenem Ausgang“.

SV Tülau-Voitze – SV Triangel

Auch wenn es zuletzt nicht mehr wie aus einem Guss lief – aus Zucker sind Tülau-Voitzes Kicker nicht. „Es sind ja größere Mengen Regen angesagt. Aber wenn es nicht total aus dem Raster fällt, können wir auch spielen“, bekräftigt SV-Coach Werner Vodde. Er hält es in Erfahrung der Vorsaison („Ein Graus!“) nach dem Motto: Was weg ist, ist weg. Bliebe dann nur noch die Frage, wie die Grün-Weißen drauf sind. Das jüngste 4:6 in der Liga gegen Parsau hätte „dem ein oder anderen den Kopf zurechtgerückt“, meint Vodde. „Das ging total in die Hose.“ Der Spitzenreiter der 1. Kreisklasse 1 hat ein wenig an Drive verloren. Anders als der Gegner aus Triangel, der sich nach dem Umbruch im Sommer „stabilisiert“ hätte, hat auch Vodde registriert. Er betont: „Es ist nicht unser Anspruch, gegen einen Kreisligisten zu gewinnen.“

SV BW Rühen – MTV Gifhorn II

Anfang der Woche hatte es im Profi-Fußball harsche Kritik nach der Wasserschlacht von Nürnberg gegeben. Und wenngleich die Rühener die Pokalpartie gegen Kreisliga-Schlusslicht MTV Gifhorn II noch in diesem Jahr durchdrücken würden, so ist Trainer André Thiele eher skeptisch. Glaubt er an eine Austragung? „Schön wär’s. Wir haben den Platz am Dienstag geschont – aber da war er schon tief und seifig. Und die Prognosen sehen nicht gut aus...“ Sollte es doch angehen, gibt’s für die Blau-Weißen nur eine Marschroute. Thiele: „Im letzten Heimspiel des Jahres wollen wir definitiv gewinnen.“ Wenngleich er mit einkalkuliert, dass die MTV-Reserve mit Verstärkung aus der Ersten oder A-Jugend (beide schon in der Winterpause) auftrumpfen könnte.

TuS Seershausen/Ohof – Wesendorfer SC

Jugend forscht... Insofern die Wesendorfer den Weg nach Seershausen tatsächlich antreten werden, schickt das Trainer-Gespann Matthias Hopp/Hans Götz eine sehr junge Truppe ins Duell der beiden Mannschaften, die sich über die Zwischenrunde für dieses Achtelfinale qualifiziert haben. „In den Winterschlaf sind wir jedenfalls noch nicht eingetreten“, lacht Götz. Auf der heutigen Weihnachtsfeier werden die beiden WSC-Vorreiter noch einmal probieren, ihre Schützlinge für diesen Jahresausklang zu motivieren. Wobei Götz betont: „Wir konzentrieren uns grundsätzlich auf die Meisterschaft, das Weiterkommen wäre Zugabe. Auch wenn Seershausen eine Etage tiefer spielt, denke ich schon, dass es ein Duell auf Augenhöhe wird.“

FC Ohretal – SV Groß Oesingen

Drei Optionen für ein Halleluja. Da Ohretal Zugriff auf die Plätze in Ohrdorf, Radenbeck und sogar Schneflingen hat, geht FCO-Coach Matthias Bock ganz stark davon aus, dass auch gespielt wird. Zumal die Rot-Grünen heiß darauf sind, womöglich eine Pokal-Sensation zu schaffen. „Wir sind ja nach gefühlten 15 Jahren wieder in der zweiten Runde. Das ist ja jetzt schon ein Extra-Spiel“, unterstreicht Bock. Allerdings sei Groß Oesingen „ein ganz schönes Brett“ und extrem spielstark. Doch in 90 (plus x) Minuten sei alles möglich. Bock: „Es muss aber schon alles passen.“

Auf reichlich Gegenwehr stellen sich die Gäste auch ein. „Es geht nichts im Vorbeigehen“, warnt SV-Trainer Torben König vor Überheblichkeit. Ohretal sei für ihn zwar eine „eher unbekannte Größe“, aber eben keine Laufkundschaft. Der Oesinger Motivationsgrad ist ebenfalls hoch: „Keiner von uns will mit zwei Niederlagen in die Winterpause gehen.“

SV Barwedel – SV Osloß

Ein interessanter Quervergleich. Nachdem Osloß in der Sommerpause in die Parallelstaffel abgezogen wurde, kommt es nun zum Wiedersehen mit dem guten alten Bekannten aus Barwedel. Der Ausgang erscheint vermeintlich offen, zumal der SVO nach einem Traumstart zuletzt in den Spitzenspielen zweimal schwächelte und die Tabellenführung in der Staffel 2 eingebüßt hat.

FC Germania Parsau – TuS Müden-Dieckhorst

Dank der Kehrtwende unter Feuerwehrmann Sören Henke (drei Siege in Serie, darunter gegen den Tabellenersten und -zweiten) befindet sich der FC Parsau in der Liga mittlerweile jenseits von Gut und Böse. Insofern sei der Pokal der letzte verbliebene Wettbewerb, „in dem du noch ein bisschen was rocken kannst“, pointiert der Heilsbringer an der Seitenlinie. Ganz klar: Die Germanen wollen ihren positiven Lauf mitnehmen, „um im Pokal zu überwintern“. Wenn die Platzverhältnisse es denn zulassen.

Von Ingo Barrenscheen

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